Hier ist die Landeshauptstadt gut dabei

Miet-Wahnsinn in München: Immerhin die Nebenkosten sinken

München - Die Mieter plagen seit Jahren die galoppierenden Kaltmieten – vor allem in München. Da tröstet ein wenig der Blick auf die Abrechnung der Nebenkosten.

Lieselotte Gert mit ihrer Nebenkostenabrechnung von 2013.

2014 mussten Mieter im Schnitt 3,02 Euro pro Quadratmeter zahlen – und damit elf Cent weniger als im Vorjahr. Der Deutsche Mieterbund Bayern hat am Donnerstag den Betriebskostenspiegel für den Freistaat vorgelegt. Demnach zahlten Bayerns Mieter 2,16 Euro pro Quadratmeter für die eigentlichen Betriebskosten wie Grundsteuer, Hausmeister, Versicherungen, Abwasser, Kanal- und Straßenreinigung sowie Müllabfuhr – ein Cent weniger als der Bundesdurchschnitt. Rechnet man alle erdenkbaren Betriebskostenarten wie zum Beispiel Warmwasser dazu, so kann die „zweite Miete“ bis zu 3,02 Euro pro Quadratmeter betragen. Ein Preisbeispiel: Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung blätterten Mieter 2014 exakt 2899,20 Euro an Nebenkosten hin.

Zum Vergleich: 2011 zahlte man noch 2,90 Euro pro Quadratmeter an Nebenkosten, 2012 waren es 3,09 Euro und 2013 sogar 3,13 Euro – jetzt 3,02 Euro. Vor allem Heizung und Warmwasser wurden billiger: Im Schnitt zahlt man in Bayern 1,14 Euro pro Quadratmeter im Monat. Zehn Prozent weniger als 2013.
Was die Mieten anbelangt: Die durchschnittliche Kaltmiete für eine 60-Quadratmeter-Wohnung verteuerte sich bei Neuvermietungen von 2011 bis 2014 um 2,54 Euro auf 14,49 Euro pro Quadratmeter!

Erst Ärger, dann Freude

Der Ärger war groß, als Liselotte Gert (82) aus Neuperlach 2014 ihre Nebenkostenabrechnung von der Hausverwaltung bekam – und 397,10 Euro für 2013 nachbezahlen sollte. Für 2012 hatte man ihr schon 460 Euro Nachzahlung berechnet. Dabei zahlte sie schon 43 Euro im Monat voraus. Die tz berichtete über den Fall – alles korrekt, es lag kein Ablesefehler vor. Doch es gab ein kleines Happy End: „Ich bekam ein Jahr drauf 170 Euro zurück, jetzt sind die Abrechnungen wieder im Rahmen“, so Gert gestern zur tz.

Der Mieterbund Bayern verweist darauf, dass jede zweite bis dritte Betriebskostenabrechnung fehlerhaft ist! Münchens und Bayerns Mieterpräsidentin Beatrix Zurek: „Daher können wir den Mietern nur empfehlen, die Abrechnungen von den Fachleuten in den Mietervereinen prüfen zu lassen.“

Heizpreise auf Talfahrt

Im Jahr 2014 verbilligten sich Heizung und Warmwasser um zehn Prozent. In einer 80-Quadratmeter-Wohnig sparte man sich 115 Euro. Das ist zum einen auf die wärmeren Wintermonate und den reduzierten Energieverbrauch zurückzuführen. Außerdem sank der Preis für Heizöl um knapp acht Prozent, Fernwärme wurde um 1,3 Prozent preiswerter – der Gaspreis blieb stabil. 2015 sanken die Preise übrigens nochmals drastisch. Die Heizölpreise zum Beispiel um satte 23,1 Prozent. Fernwärme verbilligte sich um 5,6 Prozent. Der Preis für Erdgas wurde 1,5 Prozent niedriger angesetzt.

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