So teuer wie nie

17,70 €/qm: Neue Stadtteil-Tabelle der Münchner Mieten

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Schön, aber teuer: München.

München - Die neue Stadtteil-Tabelle: Wohnen in München wird schon wieder teurer – die Mieten liegen teils bei über 17 € pro Quadratmeter.

So groß und fest war die Hoffnung auf eine kleine Bremse bei den Mietsteigerungen, dass man darauf hätte bauen können. Noch im Sommer sagte Prof. Stephan Kippes vom Makler- und Immobilienverband IVD: „Irgendwann muss die Luft ja dünner werden …“ Nichts da: Der neue Miet-Report weist wieder nur Rekorde aus!

Im Altbau steigen die Preise zum Einzug im Schnitt auf 15,70 Euro pro Quadratmeter kalt. Der Anstieg seit dem Frühjahr betrug sage und schreibe 60 Cent! So eine Explosion hat es in den letzten zehn Jahren nicht gegeben. Im Neubau steigen die Mieten um 40 Cent auf nun sogar 16,40 Euro pro Quadratmeter kalt. Und sogar im Bestand der Nachkriegsjahre, in dem die meisten Münchner wohnen, klettern die Beträge um 20 Cent auf nunmehr 14,30 Euro. Damit kommt das Standard-Apartment mit 70 Quadratmetern im Wohnblock auf 1001 Euro kalt. Kippes versuchte zwar, der Entwicklung die „Dynamik“ abzureden – aber da kann man auch anderer Meinung sein … Und 17,70 Euro sind auch in Bestlage eine Ansage. Unstreitig kommt dazu die „zweite Miete“: Nebenkosten, die seit 2010 bayernweit nur noch steigen (etwa Strom + 19%, Wasser + 13%), von einer Mini-Preissenkung jüngst einmal abgesehen.

Von Häuschen ganz zu schweigen: Gebrauchte Reihenmittelhäuser kosten im Monat 1870 Euro kalt, neue 2070 Euro. Gebrauchte Doppelhaushälften 2200 Euro, neue sogar 2630 Euro. Für 125 bis 150 Quadratmeter!

Trotz dieser Werte zogen die Makler über die Mietpreisbremse her, die für die Münchner die Preise bei laufenden Verträgen noch etwas unter den Horror-Werten bei neuen Verträgen hält. Der Mietspiegel biete außerdem ein „Zerrbild“. Im Rest des Freistaats und selbst in den Städten sind die Preise teilweise nur halb so hoch.

David Costanzo

Dabei wäre hier noch Platz

Man könnte schon Druck vom Kessel nehmen … Denn: Platz für den dringend benötigten Wohnungsbau wäre da – wenn man über die Stadtgrenzen hinweg in die Landkreise schaut.

In München und den acht Landkreisen des sogenannten Planungsverbandes könnte man 220 000 Wohnungen für bis zu 440 000 Menschen bauen. „Es ist genug Platz für alle da“, so der Geschäftsführer des Planungsverbandes Christian Breu. Er hat in einer Studie die Flächennutzungspläne der Region ausgewertet (Neubau auf Freiflächen) und ließ außerdem schätzen, wie viele Wohnungen auf ehemaligen Kasernenflächen entstehen könnten. Nötig wär’s, denn Statistiker rechnen mit 350 000 Neubürgern bis 2032.

Wieso in den Landkreisen trotzdem nur zögerlich gebaut wird? Münchens Landrat Christoph Göbel (CSU) sagt: „Viele, die auf eine grüne Wiese schauen, wollen keinen Wohnblock vor sich haben.“ Und Gemeinden, die Wohnungsbau genehmigen, müssten auch Kindergärten und Schulen bauen – das kostet Geld.

J. Welte

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