Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was Sie als Mieter sofort tun, wenn die Heizung ausfällt

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München - Ärgerlich, wenn die Heizung nicht funktioniert. Das müssen Sie nicht hinnehmen. Lesen Sie, welche Pflichten Ihr Vermieter hat und wie Sie eine Mietminderung durchsetzen.

Von fünfzehn auf null (Grad) in zwei Tagen. Jetzt ist sie da, die kalte Jahreszeit – und damit auch die Heizperiode. Nur allzu oft gehören dazu ein Haufen Ärger und viele Fragen. So wie zum Beispiel bei Bettina A. (45). Die Erzieherin lebt in einer 80-Quadratmeter-Wohnung im Münchner Süden. Sehr günstig, 600 Euro warm – aber dafür aus den 60er-Jahren und nicht modernisiert. Bettina A. sagt: „Mein Vermieter ist ein Senior, der keinen Ärger möchte. Leider habe ich nur einen Ölofen, und der ist auch nicht mehr der Neueste und fällt immer wieder aus. Jedes Mal wird der Schaden zwar nach spätestens einer Woche repariert, aber in der Zwischenzeit wird es in meiner Wohnung sehr kalt. Ich helfe mir dann mit stromfressenden Heizlüftern aus. Das ist auf Dauer kein Zustand!“ Anja Franz, Rechtsexpertin vom Mieterverein München, sagt: „Wenn die Heizung immer wieder ausfällt, dann ist das ein Mangel, den der Mieter nicht hinzunehmen braucht.“ Der Vermieter muss dafür sorgen, das tagsüber mindestens 20 bis 22 Grad in der Wohnung herrschen.

Klappt das nicht, weil die Heizung nicht funktioniert oder immer wieder ausfällt, können die Mieter den Vermieter in die Pflicht nehmen. Das kann über eine Mietminderung funktionieren – oder sogar über Schadensersatz, wenn der Mieter einen Heizlüfter betreiben muss und deshalb erhöhte Stromkosten hat. Aber Obacht: Nicht voreilig sein! Um Ärger zu vermeiden, sollten Mieter als Erstes den Vermieter über den Ausfall informieren. Schriftlich und unverzüglich! Dann stellt man die Mietzahlungen unter Vorbehalt und hält in einem Protokoll genau fest, welche Temperaturen erreicht werden. Außerdem notieren: Wie oft und wie lang fällt die Heizung aus? Gut sind hier auch Zeugen. Dem Vermieter sollte man eine Frist setzen – wenn es sehr kalt ist, reichen zwei bis drei Tage. Inhalt des Schreibens: Wenn der Vermieter innerhalb der Frist nicht tätig wird, wird man selbst einen Handwerker beauftragen und die Kosten von der Miete abziehen. Wenn das Problem behoben ist, können die Mieter die zu viel gezahlte Miete zurückfordern. Wie viel das ist, hängt davon ab, wie kalt es ist. Je nach Außentemperatur kann man zwischen 20 und 50 Prozent abziehen. In Extremfällen, wenn die Wohnung wegen eines Totalausfalls praktisch nicht mehr nutzbar ist, bis zu 100 Prozent. Doch rät Franz dringend, sich vorher von einem Mietrechtsspezialisten beraten zu lassen. „Keinesfalls sollte man selbstständig mindern, denn wer mehr als eine Mietzahlung schuldig bleibt, riskiert eine Kündigung.“

Vermieter muss dafür sorgen, dass in Wohnung zuverlässig die Heizung funktioniert

Im Fall von tz-Leserin Bettina A. rät Anja Franz, zunächst nochmals das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen: „Es ist ja auch in seinem Interesse, dass sichergestellt ist, dass die Heizung zuverlässig funktioniert, denn schließlich kann bei ständigen Ausfällen die Wohnung beschädigt werden.“ Zudem gehört die regelmäßige Wartung und Instandhaltung der Heizung zu den Pflichten des Vermieters. „Innerhalb der Heizperiode von 1. Oktober bis 30. April muss der Vermieter dafür sorgen, dass die Wohnung zuverlässig beheizbar ist“, sagt Franz.

svs

Bitte richten Sie Ihre Fragen (plus Telefonnummer für Rückfragen) an die Mieterverein-Vorsitzende Beatrix Zurek und ihre Kollegin Anja Franz: Stichwort „tz-Leser fragen die Mieterpräsidentin“, per Post an die Lokalredaktion, 80282 München, per Fax an 089/5 30 65 67 oder per Mail an: lokales@tz.de. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine ausführliche Einzelfallberatung vornehmen können.

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