tz-Bürgeranwalt gibt Rat

Meine Mieter zahlen nicht - was tun?

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Maria K. zeigt Dietmar Gaiser Bilder von dem geerbten Haus

München - Es ist der Albtraum aller Vermieter: Meine Mieter zahlen nicht! Maria K. (48) hat es besonders hart getroffen. Was tun? tz-Bürgeranwalt Dietmar Gaiser gibt Rat.

Die Mieten werden immer teurer, Immobilienbesitzer werden bei Neuvermietungen immer wählerischer – der „kleine Mann“ bleibt auf der Strecke. Vor allem in Ballungsräumen wie München trifft diese Darstellung häufig zu. Aber es gibt auch die andere Seite: Mieter zahlen nicht, Mieter tyrannisieren die Nachbarn durch Dauerlärm, Mietnomaden verwüsten die Wohnung und verschwinden. Jeder zweite Vermieter hat solche Erfahrungen gemacht. Auch in unserem heutigen Fall geht es um eine Vermieterin, die ihr Geld nicht bekommt.

Laut einer aktuellen Umfrage klagen mehr als ein Viertel aller Vermieter über Mietrückstände. Wie man in solchen Fällen vorgeht, lesen Sie auf dieser Seite. Oft endet der Streit in einer Zwangsräumung. Zu diesem letzten Mittel mussten laut Umfrage bereits 15 Prozent der Vermieter greifen. Die Politik tut sich schwer, im Mietrecht einen vernünftigen Mittelweg zu finden. Sowohl Mieter als auch Vermieter fordern – jeweils mit guten Argumenten – mehr Schutz vor dem anderen. Meist geht es um die Höhe der Mieten. In München treibt die Auseinandersetzung auf einen Höhepunkt zu: Der Haus- und Grundbesitzerverein will gegen den derzeitig geltenden Mietspiegel klagen (tz berichtete).

Nach Meinung der Immobilienbesitzer sind die ausgewiesenen Zahlen falsch. Wenn der Verein damit durchkommt, würde der Mietspiegel nicht nur an Ansehen verlieren, sondern auch als Argument vor Gericht. Jede Medaille hat eben zwei Seiten. Nicht nur Mieter haben berechtigte Sorgen, sondern auch Vermieter. Wobei Letztere zugegebenermaßen meist in der besseren Position sind.

Ihr Dietmar Gaiser

Das sind Münchens schönste Fassaden

Fassaden München Preise
16 Preise hat die Gutachterkommission im Münchner Fassadenwettbewerb 2010 vergeben. Ein Sieger ist die Amalienstraße 71: Dieser imposante Bau wurde von 1899 bis 1901 von Ludwig Seemüller im Stil der Renaissance erbaut. Bei der Sanierung des fünfgeschossigen Mietshauses in der Maxvorstadt ging es darum, den historischen Baubestand zu sichern und – wo notwendig – zu reparieren. Nach Ansicht der Jury ist diese Maßnahme gelungen und „für den Straßenraum der Amalienstraße von nicht zu unterschätzender Bedeutung“. © Haag
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Astallerstraße 6: Die Neubarockfassade dieses Mietshauses in der Schwanthalerhöhe wurde ausgebessert, das Dach stadt­typisch mit naturroten Ziegeln gedeckt. „Das bringt den architektonischen Wert des Hauses zur Geltung“, so die Jury. © Haag
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Clemensstraße 38/40: Die beiden Mietshäuser in Nordschwabing wurden im späten Jugendstil Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Typisch für diese Bauweise ist der Wechsel von glatten und strukturierten Putzflächen – bei der Renovierung gab man sich große Mühe, den Fassadenputz zu erhalten. Die Jury: „Ein visueller Gewinn!“ © Haag
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Nußbaumstraße 1: „Sieht ja wie vorher aus!“ So beschrieb die Jury die Qualität, mit der die evangelische Bischofskirche St. Matthäus in der Ludwigsvorstadt saniert worden ist. Bei der Renovierung mussten erhebliche Betonschäden repariert werden. Struktur und Farbe seien dabei „dem Original sehr gut angeglichen worden“, so die Jury. Dafür gab es zwar keinen Preis, aber immerhin ­eine ­„lobende ­Erwähnung“. © Haag
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Dom-Pedro-Platz 6: 1904 bis 1907 wurde das Heiliggeistspital in Neuhausen erbaut. Gut zwei Jahre dauerte die Sanierung des städtischen Altenheims – eine „lobende Erwähnung“ seitens der Jury. © Haag
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Friedrich-Herschel-Str. 8: Das denkmalgeschützte Reihenmittelhaus in Bogenhausen wurde 1923 errichtet. Die Eigentümer ließen den Fassadenstuck ausbessern, neue Fenster einbauen und erneuerten Haustüre und ­Garagentor. Die Jury: „Durch die ­mustergültige Renovierung konnte das Gebäude erheblich aufgewertet werden. Eine Bereicherung für Bogenhausen!“ © Haag
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Hans-Sachs-Straße 1: In den 60ern wurden die Zwerchgiebel und Stuckaturen dieses über 100 Jahre alten Mietshauses inm Glockenbachviertel entfernt. Die neuen Eigentümer das alte Erscheinungsbild mit viel Mühe wiederhergestellt. Laut Jury „ein anerkennenswerter Beitrag“. © Haag
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St.-Anna-Platz 2: Stuck und zwei Erker prägten dieses Mietshaus im Lehel, das 1888/89 nach einem Entwurf von Gabriel von Seidl entstand. Die im Krieg zerstörte Fassade wurde nach alten Vorlagen rekonstruiert. Die Meinung der Jury: „Vorbildlich!“ © Haag
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Wilhelm-Düll-Straße 9: Die Fassade dieses historischen Eckhauses in einer denkmalgeschützten Reihenhausgruppe in der Villenkolonie Gern bekam im Rahmen einer Gesamtsanierung ein neues Gesicht. Alte Fotos lieferten die Vorlage für die neuen Fenster, gebrochenes Weiß ersetzt das vorher aufgetragene kräftige Ocker. Die Bewertung der Jury: „Eine solide Instandsetzung, die das Anwesen wieder gut zur Geltung bringt und als Vorbild für die Häuser in der Nachbarschaft dienen kann.“ © Haag
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Auch die Innere Wiener Straße 44 verdient nach Ansicht der Jury den Fassadenpreis 2010. © Haag
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Ebenfalls mit dem Fassadenpreis 2010 geehrt: Die Jahnstraße 48. © Haag
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Auch die Zieblandstraße 14 ist auf der Liste der Fassadenpreisträger. © Haag
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Maximilanstrasse 29 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Agnesstrasse 56 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Cuvilliestrasse 2 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Eisolzrieder Strasse 2 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im JaVorjahr gekürt: Franz-Joseph-Strasse 1 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Grillparzerstrasse 38 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Grillparzerstrasse 51 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Hanauer Strasse 14 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Herterichstrasse 38 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Irmgardstrasse 13 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Ismaninger Strasse 111-115 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Kirchenstrasse 20 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Laplacestrasse 23 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Lothringer Strasse 15 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Mariannenplatz 1 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Mariannenplatz 2 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Jahr 2010 gekürt: Marienplatz 11 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Reichenbachstrasse 22 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Tal 7 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Biedersteiner Strasse 1a (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Gebelstrasse 2 (Lobende Erwähnung) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: St.-Jakobs-Platz 1 (Lobende Erwähnung) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Seidlstrasse 7-11 (lobende Erwähnung) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Ungererstrasse 13 (Lobende Erwähnung) © Fotos: Planungsreferat

Frage der Leserin:

Ich habe von meinen Eltern ein Haus geerbt, aber ich bin arbeitslos und brauche jeden Cent. Deswegen trifft es mich besonders hart, dass die Mieter weder den Mietzins noch die Nebenkosten bezahlen. Weil ich weiß, wie es ist, wenn man wenig Geld hat, bin ich ihnen entgegengekommen und habe angeboten, dass sie die Rückstände abstottern. Aber auch daraus wurde nichts. Es kam mehrere Monate einfach kein Geld. Die Mieter berufen sich auf ihre schwierige Situation. Sie haben zwei Kinder und eine kranke Person im Haushalt. Wie komme ich an mein Geld?

Maria K. (48), Einzelhandelsverkäuferin aus München

Frau K. gehört zu den „Schleckerfrauen“. Sie hat nach der Pleite der Drogeriemarktkette im vorigen Jahr ihren Arbeitsplatz verloren, macht zur Zeit eine Fortbildung und hofft, dann einen Job als Altenpflegerin zu finden. Sie braucht also die Miete dringend, aber die Bewohner des Hauses berufen sich auf ihre Notlage. Wir fragten Rudolf Stürzer, Jurist und Vorsitzender von Haus und Grund München, wie die rechtliche Situation ist. „Wenn es einen Mietrückstand von mindestens zwei Monaten gibt, sollte sofort außerordentlich und fristlos gekündigt werden. Damit wird das Mietverhältnis beendet. Um aber an das ausstehende Geld zu kommen, muss zusätzlich ein Mahnbescheid geltend gemacht werden“, rät der Jurist. Die Formulare für den Mahnbescheid bekommt man im Schreibwarengeschäft. Im Fall von Frau K. ist die außerordentliche Kündigung auch deswegen wichtig, weil damit der Härteschutz für den Mieter entfällt. Das heißt, die Mieter können weder Krankheit noch Alter oder Sonstiges geltend machen. Und genau auf diesen Härteschutz berufen sich die Mieter von Frau K.

Aber selbst wenn es der säumige Mieter bis zu einer Räumungsklage kommen lässt, kann er sein Mietverhältnis noch retten, indem er bis spätestens zwei Monate nach Zustellung der Klage seine Schulden begleicht. Dann sind sowohl die außerordentliche Kündigung als auch die Räumungsklage vom Tisch. Diese Chance hat er allerdings nur ein Mal in zwei Jahren. Er kann also nicht dauernd die Miete schuldig bleiben und auf die Räumungsklage warten, um dann durch eine Nachzahlung die Situation wieder zu retten. Als wir Maria K. die Situation erklärten, entschloss sie sich, sofort eine außerordentliche Kündigung loszuschicken, „denn nicht nur meine Geduld ist zu Ende, auch mein Erspartes ist aufgebraucht. Ich danke dem Bürgeranwalt für seine Hilfe.“

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