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"Man will die Mieten in den Griff kriegen"

Vorwurf: Trickst die Stadt bei den Mietspiegel-Zahlen?

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Haus-+-Grund-Chef Rudolf Stürzer kritisiert den Mietspiegel.

München - Laut dem neuen Mietspiegel sollen 300.000 Mieten in München billiger geworden sein. Aber stimmt das wirklich? Hausbesitzer vermuten eine Trickserei der Stadt.

Vor sechs Wochen bebte das Rathaus: Der Mietspiegel erschien – der alle Preise um im Schnitt sechs Prozent steigen lässt, in Schwabing sogar ums Doppelte. Ein Horror-Mietspiegel! Die Stadträte waren fassungslos. Das sollen wir absegnen? Kann man nichts machen? Es gab Krisensitzungen – letztlich vertrauten sie auf die Statistiker der LMU, die das Zahlenwerk errechnet hatten.

Glaubt man dem Haus- und Grundbesitzerverein, müssen Stadträte und Wissenschaftler entweder komplett ahnungslos gewesen sein – oder das alles war ein einziges großes Theater, um von einem verschwörerischen Plan des Rathauses abzulenken: Rudolf Stürzer, Haus-+-Grund-Chef und kundiger Vermieteranwalt, behauptet tatsächlich: „Für die Hälfte aller Wohnungen in München weist der neue Mietspiegel geringere Mieten aus als der von 2013.“ Demnach seien 300.000 Mieten billiger geworden! Zumindest in der Statistik, denn in Wahrheit habe kein Vermieter die Miete gesenkt.

Als Beweis zeigt Stürzer die Grundtabelle des Mietspiegels. Tatsächlich gibt es etliche Quadratmeterpreise, die im Vergleich zu 2013 geringer ausfallen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Dazu kommen nämlich noch die Zu- und Abschläge, die aus einem billigen Quadratmeterpreis eine Horror-Endmiete machen können. Darauf angesprochen sagt Stürzer, er habe „Hunderte Wohnungen“ durchgerechnet.

Und warum sollte die Politik tricksen? „Man will die Mieten in den Griff kriegen“, sagt Stürzer und spricht von einem „politischen Mietspiegel“. Das wäre das Todesurteil für den Mietspiegel – denn das Zahlenwerk muss wissenschaftlich die Realität abbilden, sonst wird es vor Gericht nicht anerkannt. Haus-+-Grund werde ausloten, wie man die Angaben überprüfen lassen könne …

Warum die Aufregung? Schließlich muss kein Vermieter die Preise senken, wenn der Mietspiegel heuer niedriger ausfällt? Stürzer wähnt einen Zusammenhang mit der Mietpreisbremse, denn die ist an den Mietspiegel gekoppelt. Wohl ab Juni dürfen die Vermieter nicht mehr praktisch jeden Preis beim Einzug kassieren, sondern dürfen maximal zehn Prozent über dem Mittelwert verlangen.

Dass die Stadt trickse, sehe man auch beim Wohnbericht: Da fehle erstmals die „Mietbelastungsquote“, die das Verhältnis zwischen Einkommen und Miete angibt. Weil die Gehälter in München höher seien, fielen die höheren Preise nicht ins Gewicht – darum sei die Quote zuvor wie im Rest der Republik bei 23 Prozent gelegen. Also sei München genau so erschwinglich wie der Rest der Republik …

David Costanzo

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