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Mietstreit: Müssen Rentner für Spielsand zahlen?

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Mieter müssen für einen gemeinsamen Sandkasten zahlen. © dpa

München - Die jährliche Abrechnung der Betriebs- und Nebenkosten sorgen immer wieder für Ärger zwischen Mieter und Vermieter. Die Experten vom Mieterverein München klären auf:

Frage: Bei der Heiz- und Betriebskostenabrechnung taucht „Spielsand“ auf. Für den Spielsand stehen jedes Jahr 280 Euro auf der Nebenkostenabrechnung, die Summe wird durch die Zahl der Mietparteien geteilt. Ist das möglich? Muss auch ich als Rentnerin da mitzahlen, und wie verhält es sich mit den übrigen Kosten, die im Garten anfallen?

Renate Windholz, München

Antwort: „Ja, der Austausch von Spielsand gehört zu den Gartenpflegekosten, die alle Mieter tragen müssen, auch wenn sie nicht selbst im Sandkasten sitzen!“, sagt Mietrechtsexpertin Anja Franz vom Mieterverein München. Unter die Gartenpflegekosten, die bei den Betriebskosten umgelegt werden können, fallen Sach- und Personalkosten, die durch die Pflege der hauseigenen Grünanlage entstehen. Dazu gehören etwa die Neuanlegung eines Rasens oder die Kosen für eine Erneuerung von Pflanzen und Gehölzen, Gießwasser und Kosten für die Pflege von Spielplätzen.

Nur regelmäßige Kosten sind umlegbar auf die Mieter

Ob der Aufwand für das Fällen von Bäumen umlegbar ist, kommt auf den Einzelfall an. Muss ein kranker Baum beseitigt werden, sind das umlagefähige Kosten. Anders ist es aber, wenn ein gesunder Baum beseitigt wurde, weil er einzelnen Wohnungen Licht wegnimmt. Lässt der Vermieter sämtliche Bäume auf dem Grundstück fällen, ist darin eine wesentliche Umgestaltung des Anwesens zu sehen, die Auslagen dafür sind nicht umlegbar!

Mietrechtsexpertin Franz fasst es so zusammen: „Es sind also nur Kosten umlegbar, die regelmäßig wiederkehren, nie einmalige Kosten!“ So sind etwa die Auslagen für die Erneuerung von Gehwegplatten nicht umlegbar, ebenso wenig Anschaffungskosten für Gartengeräte. Für die Gartenpflegegebühren müssen die Mieter zahlen, auch wenn sie den Garten nicht nutzen.

Eine gepflegte Anlage verbessert die Wohnqualität. Anders ist es natürlich, wenn der Garten nur dem Vermieter oder einzelnen Mietern zur Verfügung steht.

tz

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