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München bleibt teuerster Wohnungsmarkt

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Von: Marc Kniepkamp

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München - Mieten und Kaufen bleiben teuer – vor allem in Bayern. Das belegt der neue Wohnpreisspiegel des Immobilienverbandes IVD. Die tz beleuchtet den Report und erläutert die wichtigsten Zahlen:

München bleibt das teuerste Pflaster: Keine Überraschung: München bleibt der teuerste Wohnungsmarkt in ganz Deutschland. Wohnungen mittleren Wohnwerts in Nachkriegsbauten sind laut IVD für im Schnitt zwölf Euro pro Quadratmeter zu haben. Bei gutem Wohnwert müssen Mieter 14,10 Euro pro Quadratmeter hinblättern, wer auf sehr guten Wohnwert achtet, wird im Durchschnitt 17,30 Euro los. Einziger Lichtblick: Laut der Maklervereinigung ist der rasante Anstieg fürs Erste gestoppt. Die Durchschnittsmiete im mittleren Segment sei nur 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Teurer Süden: Unter den zehn teuersten Städten für Wohnungen mittleren Wohnwerts finden sich gleich drei bayerische und sogar vier baden-württembergische Städte. Die teuersten Städte im Einzelnen: München (12 €/m2), Stuttgart (10,50 €/m2), Bad Homburg (10 €/m2), Ingolstadt und Mainz (je 9,50 €/m2), Erlangen (9,08 €/m2), Baden-Baden und Konstanz (je 9 €/m2), Heidelberg (8,95 €/m2) sowie Frankfurt/Main und Köln (je 8,80 €/m2).

Teure Stadt, günstiges Land: Die Schere zwischen Stadt und Land geht weiter auseinander. „Während in den Metropolen im Durchschnitt knapp acht Euro pro Quadratmeter verlangt werden, sind es in Kleinstädten mit weniger als 30 000 Einwohnern nur rund fünf Euro pro Quadratmeter“, heißt es in der Studie. Zudem seien in den Städten mit über 500 000 Einwohnern die Neuvertragsmieten für Wohnungen mittleren Wohnwerts mit 3,1 Prozent stärker angestiegen als in Städten mit 200 000 bis 500 000 Einwohnern. In Städten wie Aachen, Mönchengladbach und Erfurt sowie sieben weiteren Städten ihrer Größenordnung stiegen die Mieten demnach gar nicht.

Ist der Mietpreisanstieg also gestoppt? Nein. Im Bundesdurchschnitt kostet eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert aktuell 5,78 Euro Miete kalt pro Quadratmeter und damit nur 2,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg ist aber weniger stark als in der Vergangenheit. IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick veranlassen die Zahlen zu der These: „Die Ergebnisse zeigen, dass der Wohnungsmarkt auch ohne Eingriffe des Gesetzgebers wie im Lehrbuch funktioniert.“ Der Deutsche Mieterbund ist da anderer Meinung. „Die Schere zwischen Mieten im Bestand und bei Neuverträgen klafft immer weiter auseinander“, klagt Geschäftsführer Ulrich Ropertz. Gerade in den begehrten Citylagen Münchens, Berlins oder Hamburgs müssten Mieter bei einem Umzug immer tiefer in die Taschen greifen.

Mk.

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