Kommerz, Leerstand, Miet-Horror

München probt den Aufstand: Mit Lärm gegen Luxus-Wahn

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Erst waren es am Samstagnachmittag nur 70 Sympathisanten, dann wuchs der Protestzug auf 350 Leute an, die ordentlich Radau machten – Lärm-Demo gegen die  Mietpreisspirale.

München - Überall in der Stadt stehen Aktivisten, Protest-Gruppen und einfache Bürger gegen den Kommerz-Irrsinn auf! Die tz stellt die aktuellen Initiativen gegen den Luxus-Wahn vor.

München verändert sein Gesicht: Die Mieten können sich selbst Mittelgutverdiener immer schwerer leisten, Investoren stecken Millionen in Nobel-Quartiere, alle gieren nur noch nach Profit, Profit, Profit. Und die Stadt wird gschleckter, immer glatter und stiller – auf dass der Herr Millionär nicht noch belästigt wird …

Jetzt reicht’s: Überall in der Stadt stehen Aktivisten, Protest-Gruppen und einfache Bürger gegen den Kommerz-Irrsinn auf! In Schwabing hatten sie jetzt eine hinterfotzige Idee: Man müsste eigentlich nur so lange Krach machen, bis die Mieten von alleine wieder sinken! Die tz stellt die aktuellen Initiativen gegen den Luxus-Wahn vor.

Münchens neue Krachmacherstraße

Schwabinger 7 raus, Luxus-Wohnungen in der Feilitzschstraße rein: Dagegen ging die Initiative „Rettet die Münchner Freiheit“ auf die Straße. Erst waren es am Samstagnachmittag nur 70 Sympathisanten, dann wuchs der Protestzug auf 350 Leute an, die ordentlich Radau machten – Lärm-Demo gegen die Mietpreisspirale! „Es blieb alles friedlich und es ging um die Sache“, sagt Sprecher Florian Raabe. Befürchtungen, dass Teilnehmer Flaschen werfen könnten, bewahrheiteten sich nicht. In drei Monaten soll es die nächste Aktion geben – unter verschärften Bedingungen!

Goldgrund fordert Flüchtlingszentrum in der Müllerstraße

Eine Initiative um die Gruppe „Goldgrund“ will den Abriss und Neubau von zwei der drei städtischen Leerstandshäuser an der Müllerstraße verhindern – und legt ein neues Konzept vor. Auch die Hausnummern 2 und 4 sollen wie das Eckhaus mit der Hausnummer 6 saniert werden, damit rund 50 junge Menschen darin unterkommen – vor allem unbegleitete Flüchtlinge. Zusammen mit dem Bunker in der Blumenstraße könnte ein „neuartiges Willkommenscenter“ entstehen. Der Stadtrat hatte eigentlich den Neubau von 23 sozial geförderten Wohnungen (5,1 Millionen Euro) beschlossen.

Leerstandshaus wird günstig saniert

Die Stadt kann also doch günstig: Nach dem Gezerre um überteuerte Sanierungen und Neubaupläne etwa in Müllerstraße oder Pilotystraße, soll es jetzt doch eine günstige Instandhaltung eines städtischen Hauses mit leerstehenden Wohnungen geben. In der Kreuzstraße 9 soll für 1,5 Millionen Euro nur das Nötigste gemacht werden, um das Haus langfristig zu Mietspiegel-Preisen vergeben zu können. Dazu gehören ordentliche Fenster, neues Dach, komplette Sanierung der leeren Dachwohnungen, neuer Putz – aber keine Öko-Sanierung der Fassade.

Hausbesetzung gegen den Kommerz

Aktivisten der Gruppe „El Caracol“ (spanisch: Die Schnecke) haben am Freitag die leerstehende Kegelhofmühle in der Au für eine Protest-Aktion bei Kaffee und Kuchen besetzt. „Der große Zuspruch der Nachbarn hat uns gezeigt, dass viele unseren Einsatz wichtig finden“, sagt der Sprecher Claus Sasse. Die Gruppe sucht für integratives Generationen-Wohnen eine leerstehende Immobilie, um „dauerhaft unkommerzielle Freiräume“ zu schaffen. Die städtische GWG will die Mühle ab Herbst modernisieren und teilweise neu bauen, um 38 günstige, teils betreute Wohnungen zu schaffen.

David Costanzo

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