Karte und was ein Bürgermeister sagt

Miet-Wahnsinn! So entwickeln sich die Preise im Umland

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Die Sonne spiegelt sich am Starnberger See (Bayern) im Wasser.

München - Viele Familien zieht es ins Münchner Umland. Doch auch hier steigen die Miet- und Kaufpreise laut einer neuen Studie des IVD-Maklerverbandes weiter. Die tz hat mit Umland-Bürgermeistern gesprochen, wie sie die Lage sehen.

Es geht nur in eine Richtung: aufwärts. Freising, Dachau oder Fürstenfeldbruck: So schön das Münchner Umland auch ist, in Sachen Kauf- und Mietpreise ist es so richtig drin „im Sog der Landeshauptstadt“, sagt Professor Stephan Kippes vom Maklerverband IVD. 

Die Preise auf der Karte zeigen die Kaltmiete in Euro pro Quadratmeter für Bestandswohnungen (Baujahr ab 1950) 

Nicht nur München ist (negativer) Spitzenreiter in Sachen Höchstpreise: Auch in allen untersuchten Kreisstädten des Speckgürtels stiegen die Kauf- und Mietpreise vom Frühjahr 2015 bis zum Herbst, wie der neueste Bericht des Verbands nun zeigt. 

Die tz hat mit vier Umland-Bürgermeistern gesprochen, wie sie den Wohn-Wahnsinn stoppen wollen - und die wichtigsten Ergebnisse des Berichts zusammengefasst:

- Starnberg bleibt der teuerste Ort im Umland und toppt in Sachen Miete (15,30 Euro pro Quadratmeter) und Einfamilienhäuser (1 490 000 Euro im Durchschnitt) sogar die Landeshauptstadt. 

- Ein wenig bezahlbarer sind die Preise in der Stadt Ebersberg. Durchschnittlich kosten hier Einfamilienhäuser 580.000 Euro, die Miete liegt bei 9,60 Euro pro Quadratmeter. Aber auch hier steigen die Preise: Bei Eigentumswohnungen war im untersuchten Zeitraum ein Anstieg von 4,8 Prozent erkennbar.

- Grundsätzlich gilt: Je weiter draußen im S-Bahnnetz, desto günstiger werden auch die Mietpreise, so Professor Kippes. Aber: „Die Dämpfung der Preise bei Mietwohnungen ist geringer als bei Kaufobjekten.“ Das liege an der Wohnungsknappheit. Wer sparen möchte, sollte über eine eigene Immobilie nachdenken. 

- Schnäppchen im Umland sind nur in Gemeinden zu machen, die keinen eigenen Bahnhof haben. Kippes: „Hier sollten Familien aber gut überlegen, da meist ein zweites Auto gebraucht wird.“ Momentan interessant seien Orte wie Geretsried, die in Zukunft eine S-Bahn-Anbindung erhalten sollen.

Hier liefern wir Ihnen alle Miet- und Kaufpreise im Überblick:

Zum Vergrößern der Tabelle bitte hier klicken.

Die Lage: „Die Miet- und Kaufpreise sind weiterhin auf einem sehr hohen Niveau, das Angebot an bezahlbarem Wohnraum geht leider immer mehr zurück.“ 

Was tun? „Auf dem freien Wohnungsmarkt regelt Angebot und Nachfrage den Preis, da kann die Stadt nicht eingreifen. Ich sehe unsere Chance in einer deutlich verstärkten kommunalen Bautätigkeit. Aktuell planen wir auch ein Einheimischenmodell.“

Lohnt sich das Umland? „Die Region bietet sehr viel Lebensqualität, interessante Arbeitsplätze, gute Schulen und hat einen hohen Freizeitwert.“ 

Das sagt der Freisinger Rathauschef, Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte):

Die Lage: „Die Miet- und Kaufpreise haben sich auch bei uns in den vergangenen Jahren deutlich nach oben entwickelt. Das wirft für die Menschen teilweise beinahe existenzielle Probleme auf.“ 

Was tun? „Aktuell sind wir etwa dabei, ein Baulandmodell aufzustellen, das Privatinvestoren verpflichtet, in sozialen Wohnungsbau zu investieren.“ 

Lohnt sich das Umland? „Durch die anhaltende Nachfrage wird der Radius des Wohnens um München immer größer. Dafür müssen aber mehr Umlandgemeinden über ÖPNV-Verbindungen angebunden werden.“

Die Lage: „Die Miet- und Kaufpreise in Bad Tölz bewegen sich in einem sehr moderaten Bereich. Und das trotz der sehr attraktiven Lage im Isarwinkel und einer hervorragenden Infrastruktur.“

Wie eine Preisexplosion vermeiden? „Wir halten eine jährliche Einwohnerzuwachsrate von 0,5 bis 0,7 % für akzeptabel.“

Lohnt sich das Umland? „Auf jeden Fall, wenn man bereit ist, sich zu integrieren.“ 

Die Meinung des Ebersberger Rathauschefs, Walter Brilmayer (CSU):

Die Lage: „Die Kaufpreise sind gerade in den letzten fünf Jahren stärker gestiegen, als wir das erwartet hatten. Die Mietpreise haben meines Erachtens für eine Kreisstadt mit S-Bahnanschluss ein vernünftiges Preisniveau.“ 

Wie eine Explosion verhindern? „2013 schon haben wir den Antrag auf Aufnahme in die Mietpreisbremse (15%) gestellt.“ 

Lohnt sich das Umland? „Vor der Betrachtung von Immobilienpreisen sollte die Lebensqualität stehen. Die ist in Ebersberg sehr hoch!“

Tipps des IVD-Maklerverbands zur Wohnungssuche

1. Unterlagen komplett beisammen haben! Die Wohnungssuche sei mittlerweile leider fast mit der Suche nach einem Job vergleichbar, sagt Makler Christoph Müller-Brandt, der auch eine Hausverwaltung in Oberhaching betreibt. Es gilt also: Einen guten Eindruck bei den Unterlagen zu machen

2. Viele Suchende denken gar nicht daran, auch an Wohnungsbaugenossenschaften heranzutreten, sagt Christine Goßner. Sie arbeitet in Dachau als Maklerin. „Es ist nie schlecht, sich bei den Genossenschaften vormerken zu lassen.“ 

3. Ein weiterer Tipp: Auch Hausverwaltungen können Auskunft geben, ob Wohnungen in größeren Mietshäusern frei sind. Eine kurze -E-Mail ist schnell geschrieben - und verhilft vielleicht zu einem schönen neuen Zuhause.

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