Im Schnitt 2,16 Euro pro Quadratmeter

Nebenkosten: Das zahlen Sie drauf

München - Die Betriebs- und Heizkosten sind längst zur zweiten Miete für die Münchner geworden. Auch für das Gewerbe wird es teurer. Die tz klärt die wichtigsten Fragen zu den Nebenkosten.

Die Mieten in München steigen. Im Gegensatz zu den Löhnen, die da nicht mithalten können. Keine guten Aussichten für Mieter, denn sie müssen auch für die Betriebs- und Heizkosten tiefer in die Tasche greifen. Diese sind längst zu einer Art zweiten Miete geworden, die in Bayern bis zu 3,09 Euro pro Quadratmeter betragen kann. Das zeigt der neue Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds. Auch fürs Gewerbe wird es wohl teurer. Hier sind die Betriebskosten noch höher – allein durch die Versicherungen.

Die tz klärt die wichtigsten Fragen zur zweiten Miete und zeigt an einem Münchner Beispiel, was Sie draufzahlen müssen:

Was genau ist die zweite Miete?

Damit sind die Betriebskosten gemeint, die Mieter neben der regulären monatlichen Miete bezahlen müssen. Darunter fallen „warme Betriebskosten“, etwa Heizung und Warmwasser oder „kalte Betriebskosten“, etwa Abwasser, Grundsteuer oder Müllabfuhr.

Darf der Vermieter alle anfallenden Kosten umlegen?

Nein. Dies ist gesetzlich geregelt – unter anderem in der Betriebskostenverordnung. Vor allem muss der Vermieter den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit beachten.

Wie hoch sind die Betriebskosten?

Im Schnitt müssen Mieter ein Drittel der Kaltmiete zusätzlich für Nebenkosten einkalkulieren. Den Löwenanteil machen Heizkosten und warmes Wasser aus. Laut Deutschem Mieterbund Landesverband Bayern zahlen Mieter im Freistaat 2,16 Euro (bundesweit: 2,20 €) pro Quadratmeter im Monat für Betriebskosten. Rechnet man alle umlagefähigen Posten zusammen, kann die zweite Miete bis zu 3,09 € (3,19 €) pro Monat und Quadratmeter betragen. Im Abrechnungsjahr 2012 mussten für eine 80 Quadratmeter große Wohnung 2966,40 € allein als Betriebskosten aufgebracht werden. Denn schon die Kosten für Heizung und Warmwasser sind 2012 in Bayern um rund 18,9 Prozent gestiegen.

Eine Beispielrechnung

Anja Franz vom Münchner Mieterverein rechnet einen Fall vor: Für eine Zwei-zimmerwohnung mit 60 Quadratmetern zahlt ein Münchner 720 Euro kalt pro Monat. Die Vorauszahlungen sind nicht allzu hoch: 60 € Betriebskosten und 40 € Heizkosten macht 100 € pro Monat. Die Warmmiete beträgt somit 820 €.

Dann erhält der Mieter die Betriebskostenabrechnung: Der Vermieter stellt Betriebskosten von 1,60 € pro Quadratmeter in Rechnung, das macht insgesamt 1152 €. Abgezogen werden die 720 € Vorauszahlung (60 € x 12 Monate). Das macht eine Nachzahlung von 432 € nur für die Betriebskosten. Die Heizkostenabrechnung sieht so aus: Hier werden 1,20 € pro Quadratmeter errechnet, also 864 €. Abgezogen werden 480 € (40 € x 12), macht 384 € Heizkostennachzahlung.

Zusammengerechnet muss der Münchner satte 814 Euro nachzahlen. Anja Franz: „Der Mann wusste nicht, wo er am Ende des Jahres so viel Geld hernehmen soll.“ Die Expertin rät deshalb: „Die Vorauszahlungen dürfen nicht zu niedrig angesetzt sein. Die Betriebskostenvorauszahlungen sollten zwischen 1,50 und 2 Euro pro Quadratmeter betragen, die Heizkostenvorauszahlung 1,00 bis 1,80 Euro pro Quadratmeter. Rechnen Sie das zusammen und addieren Sie es zur Kaltmiete – dann wissen Sie, was auf Sie zukommen darf.“

Falsche Rechnung: Hier gibt es Hilfe

Jede zweite bis dritte Betriebskostenabrechnung ist fehlerhaft, so der DMB Landesverband Bayern. Geschäftsführerin Monika Schmid-Balzert: „Daher können wir Mietern nur empfehlen, die Abrechnungen von Fachleuten in den Mietervereinen prüfen zu lassen.“ Tel. Mieterverein München: 55 21 43-0

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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