Höchste Zeit für Wärmezähler

Neue Vorschrift für Warmwasser ab 1.1.2014

München - Auf die Mieter kommt im nächsten Jahr ein neuer Posten bei der Nebenkostenabrechnung zu. Die tz erklärt, was dahintersteckt.

Auf die Mieter kommt im nächsten Jahr ein neuer Posten bei der Nebenkostenabrechnung zu: Im Zuge der Energiewende hat der Gesetzgeber ab 1. Januar 2014 einen neuen Wärmezähler für Warmwasser zur Pflicht gemacht, dessen Kosten die Vermieter voll auf die Mieter abwälzen können. Die tz erklärt, was dahintersteckt.

Worum geht es?

Zwischen dem Heizkessel (egal ob Gas, Öl oder Pellets) und dem Warmwasserspeicher, von dem aus das Wasser in die Wohnungen fließt, muss bis zum 31. Dezember 2013 ein Wärmemengenzähler eingebaut sein. Mit diesem Zähler wird der Brennstoffverbrauch für die Erzeugung von warmem Wasser gemessen.

Warum brauchte man die Zähler früher nicht?

Bislang wurde die Aufteilung der Wärmeenergie, die für die Heizung sowie für das Warmwasser erzeugt wird, über eine Formel berechnet. Durch energetische Sanierungen wird jedoch immer weniger Energie für die Heizung benötigt. Dadurch steigt der Anteil der Wärmemenge, die für Warmwasser gebraucht wird im Verhältnis deutlich an. Deshalb braucht man Zähler, die den Verbrauch genau messen. Durch eine Änderung der Heizkostenverordnung wurde diese Bestimmung zwar schon 2009 beschlossen, die Übergangsfrist endet aber erst jetzt am 31. Dezember.

Was bringen die Zähler?

Die Nebenkosten sollen mit den neuen Zählern fairer berechnet werden. Anja Franz, Pressesprecherin vom Mieterverein München e. V.: „Es kann effektiver Energie eingespart werden. Es ist mir eben nicht mehr egal, ob ich fünf oder 20 Minuten unter der Dusche stehe.“ So würden die Mieter zum Energiesparen angehalten. Gerold Happ, Immobilien-Geschäftsführer von Haus und Grund, glaubt das nicht: „Es ändert sich nichts am Gesamtverbrauch, nur an der Aufteilung. Vorher wurde lediglich der Anteil der Heizkosten zu hoch berechnet.“

Wer bezahlt die Messgeräte?

In der Neuanschaffung kosten die Geräte, laut Happ, zwischen 400 bis 1200 Euro, je nach Größe. Nach fünf Jahren läuft die Eichfrist ab. Für die Vermieter ist es deshalb sinnvoller, wenn sie die Zähler mieten. Sie können die Kosten für das Leasing und die Wartung nämlich dann auf die Mieter umlegen!

Welche Rechte haben Mieter?

Anja Franz vom Mieterverein: „Der Gesetzgeber gestattet, dass die Mieter 15 Prozent der Kosten abziehen dürfen, wenn die Abrechnung nicht so klar getrennt ist, wie es die Heizkostenverordnung vorgibt.“ Von zahlreichen solcher Fälle geht sie aus: „Es gibt noch viele Vermieter, die mit Pauschalen rechnen.“

Marcel Görmann

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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