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Preis-Schock: Wohnungen 14 Prozent teurer

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Von: Johannes Welte

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München - Der Schock: Wer sich eine eigene Wohnung kaufen wollte, musste in München im vergangenen Jahr im Durchschnitt 14 (!) Prozent mehr hinblättern als noch 2011. Und die Preisspirale dreht sich weiter.

Wer soll das noch bezahlen? Wohnen in München wird für immer mehr Haushalte zum finanziellen Kraftakt. Das zeigt sich nicht nur an der gestiegenen Zahl der Menschen, die sich keine Mietwohnung mehr leisten können, sondern auch an den Kaufpreisen für Wohn-Eigentum. Der Schock: Wer sich eine eigene Wohnung kaufen wollte, musste im vergangenen Jahr im Durchschnitt 14 (!) Prozent mehr hinblättern als noch 2011. Und die Preisspirale dreht sich weiter. Das geht aus den Werten des Gutachterausschusses hervor, die am Dienstag vorgelegt wurden.

„Irre Zahlen“: So sagt es Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD).

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Wie jedes Jahr hat der Gutachterausschuss alle Immobilienverkäufe in der Stadt ausgewertet – 15 340 an der Zahl. Voriges Jahr waren es noch 17 480 verbriefte Verkäufe. Das bedeutet: Auf dem Münchner Immobilienmarkt herrscht Schlussverkauf. „Der Markt kann die große Nachfrage einfach nicht mehr decken“, so Markwardt. Die Folge sind steigende Preise. Und so verzeichnet die Stadt einen Rekord-Umsatz von 9,9 Milliarden Euro! Der Vorsitzende des Gutachterausschusses Helmut Thiele rechnet vor: „Die Wohnbaulandpreise sind seit 1980 um beinahe 400 Prozent gestiegen, die allgemeinen Verbraucherpreise in der gleichen Zeit nur um 200 Prozent.“ Die Zahlen im Überblick:

Eigentumswohnungen: Der Durchschnittspreis stieg von 355 000 in 2011 auf 405 000 Euro, der Quadratmeter von 4400 Euro auf 5050 Euro. Und Ende Februar waren es heuer schon 5500 Euro! Die teuerste Neubauwohnung ging für 4,3 Millionen Euro weg.

Grundstücke: Unbebaute Grundstücke für Ein- bis Mehrfamilienhäuser kosteten im Schnitt 875 000 Euro (voriges Jahr: 630 000 Euro). Bei Geschoss-Wohnbauten stieg der Grundstückspreis von je 4,5 Millionen auf 7,7 Millionen Euro! Insgesamt schrumpfte der Flächenumsatz bei den Wohnbaugrundstücken um zwölf Prozent, der Geldumsatz stieg aber um zehn Prozent.

Häuser: Das teuerste Haus ging für 14,5 Millionen Euro weg (in Bogenhausen). Ansonsten kosten freistehende Einfamilienhäuser zwischen 400 000 und zwei Millionen Euro (2011: 530 000 bis 1,55 Mio.). Neue Reiheneckhäuser verteuerten sich von 540 000 auf 590 000 Euro, Reihenmittelhäuser von 480 000 Euro auf 590 000 Euro, neue Doppelhaushälften von 620 000 Euro auf 675 000 Euro.

Gewerbegrund: Insgesamt wechselten Gewerbegrundstücke für 2,7 Milliarden Euro ihren Besitzer. Der Umsatz unbebauter Grundstücke stagnierte, der Umsatz mit bebauten Gewerbeflächen stieg um 34 Prozent. In der Fußgängerzone stieg der Wert pro Quadratmeter von 60 000 auf 80 000 Euro – das ist deutscher Rekord!

Johannes Welte

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