"Wir lassen uns das nicht gefallen!"

15 Prozent mehr Miete! Familie wehrt sich gegen Gewofag

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Cynthia (41) und Philipp Kunze (33) mit ihren Kindern Benny (4), Xander (3) und Lottier (8 Monate).

München - "Wir sehen zuerst den Menschen, dann die Mieteinnahmen." Dieses Motto nimmt eine Familie in der Blumenstraße der Städtischen Gewofag nicht ab. Denn sie erlebt eine krasse Mieterhöhung.

Nach dem Motto "Wir sehen zuerst den Menschen, dann die Mieteinnahmen" vermieten die städtischen Unternehmen wie Gewofag oder und GWG weit mehr als 60.000 Wohnungen in der Stadt und den Nachbargemeinden. Umso mehr wunderte sich ein Mieter in der Blumenstraße, als er jetzt eine Mieterhöhung von über 15 Prozent bekam. Der Familienvater erhob Einspruch und lässt es nun auf ein Gerichtsverfahren ankommen.

Familienvater weigert sich, Mieterhöhung zuzustimmen

Vor drei Jahren zog Philipp Kunze (33) mit seiner Frau Cynthia (41) und den drei Kindern Benny (4), Xander (3) und Lottier (8 Monate) im städtischen Wohnhaus an der Blumenstraße ein. Die Wohnung hat drei Zimmer und ist knapp 140 Quadratmeter groß. Die Kaltmiete betrug bislang gut elf Euro. Das Haus wird von der Gewofag verwaltet. Ende Januar flatterte den Kunzes die Mieterhöhung ins Haus. Der Preis soll um 234,75 Euro auf 1799,72 Euro steigen. Doch Kunze weigerte sich, der Mieterhöhung zuzustimmen.

„Schon alleine, weil die Gewofag bei der Erhöhung aufgerundet hat und es somit mehr als die maximal erlaubten 15 Prozent sind.“ Tatsächlich geht es Kunze darum, dass er nicht versteht, warum ausgerechnet die Gewofag bei ihrer Mieterhöhung den gesetzlich möglichen Rahmen für die Mieterhöhung voll ausnutzt. „Da verhält sich das städtische Unternehmen nicht anders als ein privater Miethai“, so sein Vorwurf. Darum legte Kunze Einspruch gegen die Mieterhöhung ein und schrieb an die Gewofag-Geschäftsführung, OB Dieter Reiter (SPD) und verschiedene Stadträte – eine Antwort der Politiker blieb allerdings aus.

Gewofag verklagt Familie aus der Blumenstraße in München

Die Gewofag blieb hart und hat nun Kunze auf Zustimmung zur Mieterhöhung verklagt. Die lapidare Begründung der Wohnungsgesellschaft: „Die Gewofag ist generell angehalten, die gesetzlichen Mietanpassungen durchzuführen“, so eine Sprecherin, die nicht namentlich genannt werden will. Es handle sich um eine frei finanzierte Wohnung, die ortsübliche Vergleichsmiete sowie die Kappungsgrenze von 15 Prozent werde eingehalten. Bei den Kunzes habe man auch Zuschläge für eine gute Lage und eine bestimmte Ausstattung zugrunde gelegt. Was Philipp Kunze aber auch nicht versteht: „In dem Haus stehen seit unserem Einzug fünf Büroeinheiten leer.“ Die Büros seien zwischenzeitlich bei Immobilienscout24 für jeweils 4000 Euro Monatsmiete gelistet gewesen. „Wenn ich das zusammenrechne, entgingen der Stadt 480.000 Euro Mieteinnahmen. Mit dem Geld hätte man uns 170 Jahre lang die Miete nicht erhöhen müssen.“

Hier widerspricht die Gewofag-Sprecherin aber wieder: „Die Büroeinheiten sind vom Kommunalreferat belegt.“ Maximilian Heisler vom Bündnis für bezahlbares Wohnen kritisiert die Mietpreispolitik der Gewofag: „Wenn selbst die städtischen Wohnungsunternehmen derart an der Preisspirale Mietspiegel festhalten: Wie soll München dann eine Stadt für alle sein, so wie es sich OB Reiter zum Ziel gesetzt hat?“ Soziale Verantwortung sehe aus der Sicht des Bündnisses anders aus. Heisler: „Vielmehr sollten GWG und Gewofag flächendeckende Mietminderungen aussprechen. Das würde den Mietspiegel deutlich senken.“

Johannes Welte

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