Die tz hilft bei Mietfragen

Terror-Nachbarn! Was können wir dagegen tun?

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Leiden unter einer Nachbarin (v.l.): Eduard Gabel, Heide Wehrhahn,Christa Schwaiger und Antonio Impellizzeri

München - "Vor einem Jahr ist mit einer neuen Nachbarin der Horror eingezogen", sagt tz-Leserin Heide Wehrhahn und schildert, was sie mit den anderen Mietern aushalten muss. Was kann man dagegen tun?

Seit 26 Jahren wohnt tz-Leserin Heide Wehrhahn (70) in einem Mietshaus an der Kolumbusstraße. „Aber vor einem Jahr ist mit einer neuen Nachbarin der Horror eingezogen“, sagt sie. Seit dem fühlen sie und andere Mieter sich nicht mehr wohl. „Wir werden beschimpft und terrorisiert!“, sagt auch Mieterin Christa Schwaiger (70). Auf ihrem Balkon finde sich fast täglich Abfall, den die neue Nachbarin dorthin werfe. „Ich konnte den Balkon im Sommer gar nicht nutzen“, ärgert sie sich.

Bereits 16-mal haben die Nachbarn die Polizei gerufen. „Die haben uns geraten, alles zu dokumentieren“, sagt Heide Wehrhahn. Diese Protokolle ließen sie und ihre Nachbarin dem Vermieter, der Gewofag, zukommen. Im Oktober vermittelte die Gewofag mit vier Mitarbeitern ein Mediationstreffen der Nachbarn. „Aber das hat gar nichts gebracht“, sagt Wehrhahn. Peter Scheifele, Sprecher der Gewofag, sagte auf tz-Anfrage, dass seinem Unternehmen viel am Frieden in dem Mietshaus liege, „Wir alles versucht und wohl mehr gemacht, als andere Vermieter machen würde, aber es gibt eben manchmal Menschen, die sich nicht riechen können“, sagt Scheifele. Wenn die Nachbarin beispielsweise nachts einige Male laut an die Wand klopft, rechtfertige dies noch keine Kündigung. Die Frau war für die tz nicht zu erreichen.

Aus der Sicht der Mieter handelt es sich um Terror Tag für Tag. „Wir können keine Nacht schlafen, das ist kein Zuckerlecken“, sagt Heide Wehrhahn. Deshalb haben sie und Christa Schwaiger seit Dezember die Miete um 20 Prozent gekürzt.

Anja Franz, Sprecherin des Mietervereins, rät bei Störungen des Hausfriedens, sich zusammenzutun, das Gespräch zu suchen und zu versuchen, die Angelegenheit friedlich zu lösen. Klappt das nicht, rät sie, detailliert über die Vorfälle Buch zu führen. „Außerdem muss man den Vermieter informieren und dazu auffordern, sich den Störer zur Brust zu nehmen.“

Von Mietminderungen im Alleingang rät sie ab. „Der Bundesgerichtshof hat im Oktober 2012 (Aktenzeichen VIII ZR 107/12) entschieden, dass ein Mieter auch schon dann gekündigt werden kann, wenn er eine Monatsmiete in Verzug ist – selbst wenn man vor Gericht eventuell eine Rücknahme der Kündigung erreichen kann, hat man zunächst gewaltig Ärger.“ Deshalb sollten die Mieter die Miete ausdrücklich unter Vorbehalt zahlen und erst im Nachhinein mindern. „Je mehr Parteien im Haus dabei mitmachen, desto mehr setzen sie damit den Vermieter unter Druck, dass er durchgreift“, sagt Franz.

Denn der Vermieter kann von dem Störer Schadensersatz verlangen in Höhe der Mietminderungen, ihn außerdem abmahnen und bei fortgesetzten schlimmen Störungen kündigen.

Susanne Sasse

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Was steckt hinter den Makler-Beschreibungen?
"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Was steckt hinter den Makler-Beschreibungen? © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Lage in aufstrebendem Viertel" oder "Wohnanlage mit viel Entwicklungspotenzial": In ein paar Jahren mag es hier wunderbar sein. Doch jetzt rollen hier Bagger und Lkws – und danach wird das Leben teurer.
"Lage in aufstrebendem Viertel" oder "Wohnanlage mit viel Entwicklungspotenzial": In ein paar Jahren mag es hier wunderbar sein. Doch jetzt rollen hier Bagger und Lkws – und danach wird das Leben teurer. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Lage in unberührter Natur": Ideal für meditative Einsiedler, die von den Früchten der Erde leben wollen. Wer jedoch arbeiten, einkaufen oder auch mal zum Arzt muss, braucht unbedingt ein Auto. Zudem wird der Weiterverkauf der Immobilie schwierig.
"Lage in unberührter Natur": Ideal für meditative Einsiedler, die von den Früchten der Erde leben wollen. Wer jedoch arbeiten, einkaufen oder auch mal zum Arzt muss, braucht unbedingt ein Auto. Zudem wird der Weiterverkauf der Immobilie schwierig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Verkehrsgünstig gelegen": Im Extremfall ist vor der Haustür der Hauptbahnhof mit dem entsprechenden Milieu. Oder es führt vor dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße und hinter dem Garten eine viel befahrene Eisenbahnstrecke vorbei.
"Verkehrsgünstig gelegen": Im Extremfall ist vor der Haustür der Hauptbahnhof mit dem entsprechenden Milieu. Oder es führt vor dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße und hinter dem Garten eine viel befahrene Eisenbahnstrecke vorbei. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Unverbaute Lage": Das sagt nur, wie jetzt der Blick aus dem Fenster ist – nicht, dass er auch immer frei sein wird.
"Unverbaute Lage": Das sagt nur, wie jetzt der Blick aus dem Fenster ist – nicht, dass er auch immer frei sein wird. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Seriöses Umfeld": Tagsüber ist wegen der Kundschaft der vielen Büros, Kanzleien und Praxen nebenan eifriges Parkplatzsuchen angesagt – abends riesige Langeweile, nachdem die Bürgersteige hochgeklappt wurden.
"Seriöses Umfeld": Tagsüber ist wegen der Kundschaft der vielen Büros, Kanzleien und Praxen nebenan eifriges Parkplatzsuchen angesagt – abends riesige Langeweile, nachdem die Bürgersteige hochgeklappt wurden. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Nur 20 Autominuten bis zur City": Die Betonung liegt auf Auto! Die Immobilie liegt außerhalb. Planen Sie mit Ampeln und Stau die doppelte Dauer ein, aber nicht die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel!
"Nur 20 Autominuten bis zur City": Die Betonung liegt auf Auto! Die Immobilie liegt außerhalb. Planen Sie mit Ampeln und Stau die doppelte Dauer ein, aber nicht die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Umgebung mit hohem Freizeitwert": Stellen Sie sich am Land auf Scharen von Wochenendausflüglern und wenig Parkplätze für ihren Besuch ein. Die Freizeit der anderen meint nicht unbedingt auch Ihre Erholung! In der Stadt könnte sich hinter dem Code ein Szeneviertel mit lauten Kneipen verstecken.
"Umgebung mit hohem Freizeitwert": Stellen Sie sich am Land auf Scharen von Wochenendausflüglern und wenig Parkplätze für ihren Besuch ein. Die Freizeit der anderen meint nicht unbedingt auch Ihre Erholung! In der Stadt könnte sich hinter dem Code ein Szeneviertel mit lauten Kneipen verstecken. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür": Nebenan liegt eine Einkaufsstraße – mitsamt frühmorgendlichem Lieferverkehr.
"Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür": Nebenan liegt eine Einkaufsstraße – mitsamt frühmorgendlichem Lieferverkehr. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Familienfreundliche Wohngegend": Hier quietschen die vielen Kinder tagsüber draußen vor Glück und quäken nachts aus ihren Zimmern. Nichts für ältere Interessenten auf der Suche nach einer ruhigen Lage.
"Familienfreundliche Wohngegend": Hier quietschen die vielen Kinder tagsüber draußen vor Glück und quäken nachts aus ihren Zimmern. Nichts für ältere Interessenten auf der Suche nach einer ruhigen Lage. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Individuelle Bauweise" oder "Individuelle Gestaltung der Wohnung": Dem Vorbesitzer mag der eigentümliche Bau und der Zuschnitt des Objekts zugesagt haben. Individuell sind daher für Sie möglicherweise vor allem die hohen Umbaukosten – oder Einschränkungen bei der Nutzung. Der Wiederverkauf ist schwierig.
"Individuelle Bauweise" oder "Individuelle Gestaltung der Wohnung": Dem Vorbesitzer mag der eigentümliche Bau und der Zuschnitt des Objekts zugesagt haben. Individuell sind daher für Sie möglicherweise vor allem die hohen Umbaukosten – oder Einschränkungen bei der Nutzung. Der Wiederverkauf ist schwierig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Experimenteller Wohnungsbau": Da ging was ordentlich schief, weshalb das Objekt jetzt zum Verkauf steht. Obacht!
"Experimenteller Wohnungsbau": Da ging was ordentlich schief, weshalb das Objekt jetzt zum Verkauf steht. Obacht! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Versetzte Wohnebenen": Hier ist eher ständiges steigen als sitzen gemeint – über viele Stufen! Schlecht für Kranke und Ältere. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Gut erhalten": Gut heißt nicht sehr gut – also Geld für Renovierungen einplanen! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Liebhaberobjekt": Sie werden es womöglich hassen! Denn die Immobilie ist stark renovierungs- und sanierungsbedürftig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Teilrenoviert": Den frischen Anstrich gibt’s gratis zum Objekt, vielleicht auch die neuen Heizkörper. Aber sonst dürfen Sie alles selbst machen – und bezahlen.
"Teilrenoviert": Den frischen Anstrich gibt’s gratis zum Objekt, vielleicht auch die neuen Heizkörper. Aber sonst dürfen Sie alles selbst machen – und bezahlen. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Luxuriöse Sanierung": Mit dem überhöhten Preis der Immobilie und einzelnen, vor allem gut aussehenden Sanierungen will der Verkäufer vor allem sich selbst mehr Marmor in seinen vier Wänden leisten.
"Luxuriöse Sanierung": Mit dem überhöhten Preis der Immobilie und einzelnen, vor allem gut aussehenden Sanierungen will der Verkäufer vor allem sich selbst mehr Marmor in seinen vier Wänden leisten. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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