1. tz
  2. Leben
  3. Wohnen

Preis-Irrsinn bei Immobilien: Plus 13 Prozent!

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Am Hirschgarten werden Wohnträume wahr. © fkn

München - Der Traum vom Eigenheim ist teurer. Nicht nur die Mieten erreichen ständig neue Höchststände. Auch die Preise für Immobilien legten 2013 erneut ordentlich zu.

Für eine neue Eigentumswohnung mussten Käufer 13 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Das ergab die Marktanalyse des Gutachterausschusses, der alle Kaufverträge aus München auswertet.

Was die Anzahl der Verträge angeht, hatten die Gutachter weniger zu tun. Im vergangenen Jahr wechselten 13 580 Objekte die Besitzer. 2012 waren es noch 15 340. Gleichzeitig stieg der Geldumsatz aber um acht Prozent. Bei 10,7 Milliarden Euro lag der Preis aller verkauften Wohnungen, Häuser, Gewerbeimmobilien und Grundstücke zusammen. „Angebot und Nachfrage sind nicht mehr im Lot. Das gibt Anlass zur Sorge“, sagt Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD).

Die Prognose für die nächsten Jahre verspricht keine Besserung – im Gegenteil. Die Preise für Grundstücke kletterten ebenfalls in die Höhe. „Bauherren können nicht anders, als die Mehrkosten auf die Preise für Neubauten zu schlagen“, erklärt Helmut Thiele, Vorsitzender des Gutachterausschusses.

Die wichtigsten Ergebnisse aus 2013 im Überblick

Eigentumswohnungen: Käufer bezahlten für eine neue Wohnung 13 Prozent mehr als 2012. In guter Wohnlage betrug der Durchschnittspreis 510.000 Euro. Der Quadratmeterpreis lag bei 6400 Euro. Ein Penthouse in Schwabing (500 Quadratmeter) ging für

null
Alle Stadtteile im Überblick.

12 Millionen Euro an einen neuen Besitzer.
Grundstücke: Bei unbebauten Grundstücken für Ein- und Mehrfamilienhäuser stieg der Durchschnittspreis um 14 Prozent auf 810 000 Euro. Der durchschnittliche Grundstückspreis für Geschosswohnbauten stieg um 13 Prozent auf ganze 10 Millionen Euro! Das teurste Grundstück wurde in Neuhausen für 39 Millionen Euro verkauft.

Häuser: Ein freistehendes Einfamilienhaus kostete im Schnitt 600.000 bis 1,5 Millionen Euro. Reihenmittelhäuser kosteten 2013 im Schnitt 300.000 bis 730.000 Euro. Das teuerste Haus, eine Villa in Oberföhring, wurde für 15 Millionen Euro verkauft.

Gewerbegrund: Insgesamt verdienten Verkäufer von bebauten Gewerbegrundstücken 3,4 Milliarden Euro. In der Innenstadt wurde ein Geschäftshaus für 410 Millionen Euro verkauft. Das teureste unbebaute Grundstück kostete 60 Millionen Euro und liegt ebenfalls in der Innenstadt.

Beispiel Schwabing

In Schwabing zeigt sich der Wohnwahnsinn besonders deutlich. Hier

null
Der Kaiserplatz. © fkn

kaufte ein Ehepaar aus Südamerika eine Altbauwohnung. Für 79 Quadratmeter zahlten die beiden stolze 1,1 Millionen Euro! Das ergibt einen Quadratmeterpreis von rund 14500 Euro. Für Normalverdiener unvorstellbar. In dieser Gegend aber leider kein Einzelfall. Die Durchschnittspreise rund um den Kaiserplatz liegen derzeit bei 8000 bis 11000 Euro.

Beispiel Hirschgarten

Am Hirschgarten werden Wohnträume wahr: In den beiden „Friends“-Türmen gibt’s ab 2016 Dachterrasse, Fitnessstudio und eine Kitchen Lounge. Die Preise für die 260 Wohnungen sind für die allermeisten Münchner ein Albtraum: Für 43 Quadratmeter werden 249.000 Euro ­fällig. Eine 91-Quadratmeter-Wohnung mit Aussicht kostet 909.000 ­Euro.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Beate Winterer

Auch interessant

Kommentare