Urteil des Amtsgerichts München

Untervermietung aus finanziellen Gründen erlaubt?

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Oft kommt es vor, dass nach dem gemeinsamen Einzug eine Ehe, Partnerschaft oder Wohngemeinschaft zerbricht. Darf die zu groß gewordene Wohnung in einem solchen Fall untervermietet werden?

„Dieses Urteil ist richtig und konsequent. Oft gehen Wohnungsgemeinschaften oder nichteheliche Lebensgemeinschaften auseinander und der Hauptmieter bleibt in der Wohnung. Alleine ist diese Wohnung aber nicht bezahlbar. Hätte der Mieter in einer solchen Situation nicht die Möglichkeit, sich die Kosten mit einem Untermieter zu teilen, müsste er ausziehen und erneut auf Wohnungssuche gehen. In einer Stadt wie München, in der Wohnraum derart knapp ist und bezahlbarer noch dazu, sind die Mieter gezwungen sich zusammen zu tun.“ Mit diesen Worten kommentiert Anja Franz, Sprecherin des Mietervereins München ein rechtskräftiges Urteil, das das Amtsgerichts München jüngst fällte (Az.: 422 C 13968/13).

Fall aus der Praxis

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Dem Urteil lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Klägerin war mit ihrem Ehemann Mieter einer Wohnung in München. Die Ehe scheiterte, der Ehemann zog aus, die Klägerin übernahm diese Wohnung alleine. Ab Juli 2013 stellte der Ex-Ehemann dann seine Unterhaltszahlungen ein, so dass die Frau sich die Wohnung nicht mehr alleine leisten konnte. Daraufhin bat sie ihren Vermieter um Erlaubnis, ein Zimmer in der Wohnung aus finanziellen Gründen unterzuvermieten, dieser lehnte jedoch ab. Daraufhin erhob die Mieterin Klage vor dem zuständigen Amtsgericht München auf Erteilung der Erlaubnis zur Untervermietung und bekam schließlich Recht.

Urteilsbegründung

Das Interesse der Mieterin, durch die Mieteinnahmen aus der Untervermietung die eigenen Kosten zu senken und sich so die Wohnung noch leisten zu können, sei berechtigt, so die Richterin. Die Verschlechterung der finanziellen Situation sei erst nach Mietvertragsschluss eingetreten. Der Wunsch der Mieterin in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben, sei zu respektieren. „Für den Vermieter ändert sich ja nichts. Die Belegung der Wohnung ist die selbe wie vorher und der oder die Hauptmieterin sind nach wie vor Ansprechpartner. Da müsste der Vermieter schon wirklich triftige Gründe haben, wenn er die Erlaubnis versagt, etwa, dass der neue Untermieter ein stadtbekannter Gauner ist“, so Anja Franz weiter.

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