tz-Mietserie

Vermieter repariert nicht: Was ist mit der Kaution?

München - In der tz-Mietserie wendet sich J. Göpfert an die Experten. Der Fall: Der Vermieter hat Geld von der Kaution abgezogen, repariert aber die Schäden nicht.

Wir sind eine junge Familie mit zwei Kindern und wenig Geld. Es geht um eine Kautionsrückzahlung. Unsere ehemalige Vermieterin hat für Schäden an Kinderzimmertür und Teppich 350 Euro von der Kaution abgezogen. Allerdings repariert sie die Schäden nicht. Wie ist die Rechtslage?

J. Göpfert, München

Grundsätzlich muss man bei Schadenersatzansprüchen des Vermieters berücksichtigen, welchen Wert die beschädigte Sache noch hat, sagt Expertin Anja Franz: „Das nennt man den Abzug neu für alt.“ Wenn ein Mieter eine Sache beschädigt, muss er grundsätzlich Schadenersatz bezahlen. Das gilt auch dann, wenn die Sache alt ist. Natürlich kann der Vermieter aber nicht den Preis einer neuen Tür und eines neuen Teppichs verlangen. Erst recht nicht, wenn er das Ganze nicht austauscht.

Renovierung, Abriss: Diese Wohnungen stehen leer

Wagnerstraße 3: Hier sind wie im Frühjahr nach wie vor fünf von acht Wohnungen nicht belegt, zum Teil schon seit 2000! Laut städtischer Wohngesellschaft Gewofag ist die Dachwohnung wegen Brandschutzauflagen nicht mehr nutzbar, der Rest wegen defekter Heizungen. Eine Sanierung sei zu teuer, das Haus soll abgerissen und durch einen Neubau mit Kita und Wohnungen für Allenerziehende ersetzt werden.  Baubeginn: 2015. © Kurzendörfer
Schäftlarnstraße 32: Das ehemalige Tramfahrerhäusl am Großmarkt war über 100 Jahre bewohnt und ist innen eigentlich in einem gutem Zustand. Voriges Jahr stellte das Kommunalreferat plötzlich fest, dass das Haus „baurechtlich nicht zu Wohnzwecken“ genehmigt sei. Es sollte für den Neubau einer Speditionshalle weiche, die Pläne dafür sind aber geplatzt. Anfang des Jahres waren drei von sechs Wohnungen geräumt, jetzt stehen fünf leer. © Kurzendörfer
Thierschstraße 10: In diesem Rückgebäude wäre Platz für sechs Familien, doch der denkmalgeschützte Altbau im Lehel mit Stuckfassade steht seit mindestens 2012 leer und soll abgerissen werden! Laut Gewofag gebe es statische Probleme mit Decken und Treppe und der S-Bahn-Röhre darunter. Einer Zwischennutzung stünde die defekt Wasserleitung im Wege. Hier soll ab Anfang 2015 ein Wohnheim für städtische Angestellte gebaut werden. © Reinhard Kurzendörfer
Gollierstr. 86, 86a: Hier standen Anfang des Jahres im besten Westend 19 Wohnungen leer, und das mindestens schon seit 2010. Und seit dem Beicht vom Frühjahr  ist immer noch niemand eingezogen, im Gegenteil: Die städtische Wohnbaugesellschaft GWG ist gerade dabei, auch die übrig gebliebenen Mieter in andere Häuser zu versetzen. Sie will die beiden Häuser Gollierstraße 86 und 86a ab Mai 2014 grundlegend sanieren. Die Fertigstellung ist dann für Dezember 2016 geplant. © Kurzendörfer
Westendstraße 151: Auch in diesem Altbau von 1903 standen im Frühjahr schon fünf Wohnungen leer, daran hat sich nichts geändert. Die GWG hat das Haus leer vom Kommunalreferat übernommen, sie will es generalsanieren. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2017 vorgesehen. Hier will die GWG keine Wohnungen per gegen Zeitmietvertrag vergeben, weil die Wohnungen zum Teil keine Bäder hätten. © Kurzendörfer
Milchstraße 11: Im schönsten Haidhausen stehen hier 5 von 15 Wohnungen leer, wie zu Jahresbeginn. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit sind sie nicht vermietbar“, heißt es bei der GWG. Das soll bedeuten, dass Strom- und Wasserleitungen in einem gefährlichen Zustand seien. Auch hier brütet die GWG über einem Sanierungskonzept, das Ende 2014 vorliegen soll. © Kurzendörfer
Weinbauernstr. 19: Seit 2010 steht dieses 1960 errichtete Haus mit 14 Wohnungen in Giesing bis auf eine leer, und daran hat sich nichts geändert.  Von außen wirkt der Bau alles andere als marode. Doch die MGS, eine Sanierungsfirma der Stadt, plant hier eine energetische Sanierung. Und im Hinterhof soll ein Neubau mit 500 Quadratmetern für Künstler-Ateliers und einer Tiefgarage entstehen. © Kurzendörfer
Haimhauser Str. 21: In Schwabing steht dieses Haus mit zwei Wohnungen seit 2003 bzw. 2005 leer. Laut Kommunalreferat ist eine Nutzung durch das Referat für Bildung und Sport vorgesehen, „für ein Raumprogramm der benachbarten Grundschule“. Voraussichtlicher Baubeginn 2015. Wieso man das Haus bis dahin nicht befristet vermieten kann? „Eine Instandsetzung für Zwischennutzung ist wirtschaftlich nicht vertretbar.“ © Kurzendörfer
Viehhof: Am ehemaligen Viehhof stehen in der Thalkirchner Straße 104 und 112 sowie in der und Tumblinger Straße 27 und 29 seit Jahresbeginn fünf ehemalige Betriebswohnungen für Viehhofmitarbeiter in den denkmalgeschützten Altbauen aus Ziegel leer. Laut Kommunalreferat sei eine allgemeine Wohnnutzung „in Gewerbegebieten nicht genehmigungsfähig“. Und darum hat sich an diesem Leerstand seit Jahresbeginn nichts geändert. Der Viehhof soll als Baugrundstück verkauft werden. © Kurzendörfer
Pilotystraße 6: Im Lehel lässt das Sozialreferat dieses Anwesen bis auf eine Wohnung leer stehen. Am 20. Oktober besetzten die Goldgrund-Leute das Haus. © Kurzendörfer

Rubriklistenbild: © dpa

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