Immer weniger günstige Apartments

Wohn-Bericht: So dramatisch ist die Lage

Die städtische GWG baut wie hier an der Krüner Straße ökologisch – aber noch immer fehlen Wohnungen.

München - Der neue Bericht zur Wohnungssituation in München ist alarmierend: Es gibt immer weniger günstige Apartments und die Münchner bleiben in ihren alten Buden sitzen – weil sie die neuen Mieten nicht zahlen können! Die Lage wird zunehmend dramatischer.

Kommt der Nachwuchs auf die Welt, suchen sich die Eltern oft eine größere Wohnung. Schließlich soll der Bub oder das Mädchen auch im eigenen Kinderzimmer spielen. In der Stadt ist das immer weniger so: Die Zahl der Umzüge geht immer weiter zurück, die Münchner bleiben in ihren alten Buden sitzen – weil sie die neuen Mieten nicht zahlen können!

Das geht aus dem neuen Bericht zur Wohnungssituation hervor, der heute im Stadtrat behandelt wird: Auf 126 Seiten führt Stadtbaurätin Elisabeth Merk die wichtigsten Trends aus – es gibt kaum Lichtblicke, die Lage wird immer dramatischer. „Ein wesentliches Kennzeichen ist der Rückgang der preisgünstigen Mietwohnungen“, lautet die Diagnose.

Neubau: Die Zahl steigt, aber die neuen Wohnungen bleiben ein Tropfen auf den heißen Stein. In den letzten Jahren gab es Baugenehmigungen für jeweils mehr als 7000 Apartments, abzüglich der Abrisse kamen jeweils mehr als 6000 Bleiben dazu. OB Dieter Reiter (SPD) will das Ziel von derzeit 7000 neuen Wohnungen auf 8000 pro Jahr erhöhen: „Wir müssen so viel bauen, wie schon lange nicht mehr.“

Stadtplan der Entmietung: Hier wurden von 2009 bis 2013 die meisten Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen beantragt. Das Schicksal betraf etwa im Zentrum vier Prozent aller Mieter (rote Flächen)!

Umwandlung: Gleichzeitig gehen Mietwohnungen verloren, weil die Eigentümer Häuser aufteilen und die Wohnungen einzeln teurer verhökern. Seit Jahren steigt die Zahl der Anträge bei der Stadt wieder – 2013 auf den traurigen Höchststand von 2700 Wohnungen! Kurz bevor der Freistaat im Februar 2014 das Umwandlungsverbot beschließen konnte. Von 2009 bis 2013 wurden 8000 Wohnungen umgewandelt. Am meisten in Neufreimann, Haidhausen und im Hackenviertel (siehe Karte).

Die Münchner können sich den Umzug nicht mehr leisten

Umzug: Die Mieten steigen bei der Wiedervermietung immer weiter, zuletzt Richtung 16 Euro pro Quadratmeter kalt. Kein Wunder, dass seit Jahren immer weniger Münchner umziehen – zuletzt 7,3 Prozent. Wer heute ein paar Quadratmeter mehr sucht, muss oft mit der doppelten Miete rechnen! Während sich die Bewohner im Umland immer mehr Raum gönnen können, leben die Münchner seit Jahren im Schnitt auf 40 Quadratmetern pro Kopf. Im Umland sind es sieben Quadratmeter pro Kopf mehr!

Einkommen: Die Miete frisst die Gehaltserhöhung auf. Die Kaufkraft der Münchner stieg von 2010 bis 2013 um 2000 Euro auf 28.250 Euro. Am Herzogpark, in Harlaching oder Solln sind es mehr als 35.000 Euro, in Berg am Laim, Neuperlach oder Milbertshofen sind es weniger als 24.000 Euro. Die Einkommen liegen 21 Prozent über dem bundesdeutschen Schnitt – die Mieten aber 65 Prozent!

Sozialwohnungen: Davon gibt es zwar immer noch fast 46.000, dazu kommen fast 30.000 Apartments der Stadt. Das ist Spitze – nur in Hamburg liegt der Anteil etwas höher. Aber: An der Isar gab es noch vor 20 Jahren rund 20.000 Sozialwohnungen mehr! Zwar stieg die Zahl zuletzt leicht um wenige Hundert. Dafür stieg die Zahl der Wartenden noch stärker auf 12.661 Wohnungen, darunter 8152 besonders dringliche Fälle!

Die Stadt habe das größte Wohnförderungsprogramm mit 800 Millionen Euro bis 2016, stellt Stadtbaurätin Merk fest. Die „Herausforderungen“ hätten sich aber verstärkt.

David Costanzo

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