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Können bald nur noch Reiche in der Stadt wohnen?

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München - Die bayerische Wohnungsunternehmen sehen die soziale Balance in Städten wie München in Gefahr, weil es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gebe.

Es sei fraglich, ob sich in Zukunft alle Bevölkerungsgruppen das Leben in den Städten leisten können, erklärte Verbandsvorstand Xaver Kroner am Montag in München. Bund, Länder und Kommunen müssten deshalb die Rahmenbedingungen verbessern. „Der Wohnungsbau muss wieder in das Zentrum der politischen Aufmerksamkeit geholt werden“, forderte Kroner.

Im vergangenen Jahr bauten die Unternehmen bayernweit rund 2000 Wohnungen, das waren fast 12 Prozent weniger als im Vorjahr, darunter waren 1200 Sozialwohnungen. Die Investitionssumme sei dagegen mit 1,2 Milliarden Euro für Neubau, Modernisierung und Instandhaltung fast auf Vorjahresniveau geblieben, erklärte Kroner, „aber damit konnte aufgrund deutlich gestiegener Kosten weniger gebaut und modernisiert werden.“ Die Standards und damit auch die Kosten hätten sich durch die Ziele der Politik wie Klimaschutz, Energiewende und Bewältigung des demografischen Wandels enorm erhöht.

Da zugleich auch die Preise für Grundstücke und Bauleistungen steigen, seien niedrige Mieten im Mietwohnungsneubau oder nach größeren Modernisierungen kaum noch möglich. Kroner hatte bereits mehrfach vor einem Kahlschlag bei bezahlbarem Wohnraum gewarnt, weil die Förderung des sozialen Wohnungsbaus angesichts steigender Kosten nicht mehr ausreiche. Wenn nichts passiere, müsse man sich aus dem geförderten Wohnungsbau zurückziehen, erklärte er im vergangenen Sommer.

dpa

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