Zwangsräumung am Mittwoch

Zu viel gemindert! Mieter fliegen raus

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Marion Stein und Michael Bauer müssen am Mittwoch ausziehen

München - Wegen Gift im Fußboden strich ein Münchner Ehepaar seiner Vermieterin die Miete. Diese kündigte die Wohnung und das Landgericht gab ihr Recht. Am Mittwoch findet die Zwangsräumung statt.

Seit 2002 wunderten sich Marion Stein und Michael Bauer (beide 46) über einen komischen Geruch ihrer 1954 errichteten 87 Quadratmeter-Doppelhaushälfte in der Stilfserjochstraße (Harlaching). 2010 hoben sie eine schwere Holzkiste auf die Seite: „Da roch es nach Teer.“ Ein vom Paar bestellter Gutachter stellte fest: Der Klebstoff, mit dem das Parkett auf den Estrich befestigt war, enthielt krebserregende, polycyclischen aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). „Auf eine bestimmungsgemäße Nutzung als Schlafraum sollte aus innenraumhygienischer Sicht verzichtet werden“, hieß es.

Das Paar zog in die Wohnung der Mutter von Marion Stein nach Burghausen. „Der Mieterverein München riet uns aufgrund der Schadstoffbelastung zu einer Mietminderung von 90 Prozent und setzte der Vermieterin mehrfach Fristen zur Mangelbeseitigung“, so Bauer. Die Vermieterin holte selbst ein Gutachten ein, das kam laut ihrem Anwalt Dr. Frank Zillich zum Schluss, „dass die völlige Erneuerung des Parkettbodens nicht notwendig“ sei. Die Frau kündigte das Mietverhältnis im Dezember 2010, als das Paar mehr als zwei Monatsmieten im Rückstand war.

Es kam zur Kündigungsklage, die vor dem Amtsgericht München landete. Das Gericht beauftragte einen dritten Gutachter, der feststellte, dass „kein Gesundheitsrisiko besteht“ und gab der Räumungsklage im Mai statt. Das Paar verlor schließlich auch die Berufung, eine Revision lehnte jetzt auch der Bundesgerichtshof ab.

J. Welte

Ekel-Rohre: So greislig sind unsere Wasserleitungen

Bakterien, Dreck und Schäden: In unseren Rohren schaut es greislig aus! "90 Prozent aller Anlagen haben Mängel", berichtet Robert Kroiss der tz. Er hat die Leitungen mit eigenen Augen gesehen. Kroiss arbeitet als Technischer Leiter beim Deutschen Institut für Wasseranalytik (Diwa), eine Kontroll-Firma mit Sitz in Rosenheim. In München hat das Unternehmen bereits hunderte Häuser geprüft. © Diwa
Rost im Rohr: Das ist kein Abfluss – das ist ein Rohr für Trinkwasser! So wie hier in Unterschleißheim sieht eine Leitung aus, wenn sich 30 Jahre keiner darum kümmert. „Da brauchen wir gar nicht proben“, erzählt Kroiss. „Das ist total kontaminiert.“ Denn dieser Schmutz ist eine einzige Brutstätte für Legionellen. © Diwa
Fehlendes Ventil: Normalerweise darf das Trinkwasser nicht direkt mit der Heizung verbunden sein. Tatsächlich sei das oft der Fall, berichtet Kroiss – wie hier mit einem simplen Gartenschlauch, ohne das vorgeschriebene Rücklaufventil. Da kann das Brackwasser aus der Heizung zurück in die Hähne gelangen! Eine Lösung gäbe es ab 120 Euro … © Diwa
Verstopfte Hähne: Hier hat der Hausbesitzer erst gar keinen Filter eingebaut. Darum fließen Sandkörnchen und Kalkpartikel, die im Trinkwasser normal sind, direkt in die Hähne und verstopfen sie. Nicht nur das: „Der Kalk ist ein Transportmittel für die Legionellen“, sagt Kroiss. Wo die Partikel sich ablagern, feiern die Bakterien fröhliche Urständ. © Diwa
Bakterien-Falle:Da kann man die Bakterien schon mit bloßen Auge sehen. Normalerweise gehören diese Filter zwischen Hausanschluss und Trinkwasseranlage alle sechs bis acht Wochen gespült. „Wir haben in München aber schon welche gesehen, die hat seit 30 Jahren keiner angeschaut“, erzählt Kroiss. Und so sehen die dann aus. © Diwa

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