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Zwangsräumung nach Nachbarschaftsstreit

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Von: Susanne Sasse

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Hildegard N. in ihrer (Noch-)Wohnung. © Westermann

München - Es fängt als Nachbarschafts-Streit an – und endet mit der Kündigung! Gerade, wenn’s ums Wohnen geht, eskaliert der Ärger besonders schnell, so wie beim Streit zwischen Hildegard N. (82) und ihren Nachbarn.

Es geht um gegenseitige Anschuldigungen und Beleidigungen. Und um ein Gerichtsverfahren, in dessen Folge Hildegard N. raus muss aus der Wohnung in einer Gewofag-Anlage in Taufkirchen. Es droht die Zwangsräumung!

Hildegard N. beschwert sich über Nachbarn, die sie angeblich „nicht respektiert, sondern terrorisiert“ hätten. Unter anderem sei sie nachts am Küchenfenster erschreckt worden. Und: Man habe Eier an ihre Wand geworfen. Vor zwei Jahren eskalierte der Streit: Hildegard N. nannte die anderen Mieter „Sch … Ausländer“ und einiges mehr. Daraufhin bekam sie vom Vermieter, der Gewofag, im Juli 2013 die außerordentliche Kündigung.

Die Sache ging vor Gericht – und dort bekam die Gewofag recht. „Der Fall zieht sich schon über Jahre hin“, sagte eine Gewofag-Sprecherin der tz. Man habe es sich mit der Kündigung nicht leicht gemacht, immerhin ist die Mieterin hochbetagt und lebt schon seit 1972 in der Wohnung. Doch fühlten sich einige Mietparteien in der Wohnanlage sehr gestört beziehungsweise ebenfalls terrorisiert. Drei Parteien seien sogar ausgezogen. „Rassistisches und unsoziales Verhalten können wir nicht tolerieren“, sagt die Gewofag-Sprecherin.

Hildegard N. ist auf der Suche nach Ersatz (Parterre oder Lift, max. 450 €). Sie sagt: „Ich wäre längst ausgezogen, wenn ich eine Wohnung gefunden hätte.“ Das ist bisher nicht der Fall. Deshalb sollte die Wohnung eigentlich schon am 18. Juni zwangsgeräumt werden. Einen Tag zuvor gewährte das Gericht allerdings Räumungsschutz bis zum 1. September.

Es ist einer der Fälle, in denen es ernst wird. Was genau dann passiert, sehen Sie hier.

Der rechtliche Rahmen

Susanne Sasse

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