Diesmal knöpft er sich Dobrindt vor

400 Jahre Maibock: Django Asül im tz-Interview

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Kabarettist Django Asül zieht beim Starkbieranstich am Mittwoch im Hofbräuhaus wieder über die Großkopferten her.

München - Am Mittwoch lässt Kabarettist Django Asül beim Maibockanstich im Hofbräuhaus wieder ordentlich Dampf ab. Die tz sprach vorab mit ihm.

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt kriegt ein paar verbale Watschn ab.

Am Mittwoch wird den Großkopferten wieder der Marsch geblasen: Dann lässt Kabarettist Django Asül beim Maibockanstich im Hofbräuhaus wieder ordentlich Dampf ab. Und das wie immer vor einem prominenten Publikum: Neben (Noch-)OB Christian Ude hat sich fast das gesamte bayerische Kabinett angekündigt! Und diesmal ist es ein ganz besonderer Anstich: Den süffigen Maibock von Hofbräu gibt es nämlich seit exakt 400 Jahren! Zwei Jahre lang hatte der damalige Braumeister Elias Pichler unter Maximilian I. an der Rezeptur getüftelt, bis es dem Herzog schmeckte. Im Frühjahr 1614 wurde dann das erste Bier nach „Ainpöckhischer“ Art präsentiert (aus Ainpöckh, Einbeck, bezog der herzogliche Hof das Starkbier vorher, bis es ihm zu teuer wurde). Den mundfaulen Münchnern war die Bezeichnung zu lang, sie nannten es „Bock“ – und schließlich Maibock, weil es vor allem im Mai ausgeschenkt wurde. 1910 führte der damalige Wirt Karl Mittermüller den Maibockanstich als Spektakel für die Großkopferten ein.

Auch am Mittwoch wird das 7,2 Prozent starke, bernsteinfarbige Gebräu wieder der große Star im Hofbräuhaus, wenn Finanzminister Markus Söder als Gastgeber das erste Fass anzapft (der BR überträgt am Mittwoch zeitversetzt von 22 bis 23 Uhr, Wiederholung am Donnerstag von 15.45 bis 16.45 Uhr). Gegenüber der tz verrät Kabarettist Django Asül, wen er heuer abwatscht:

Herr Asül, noch zwei Tage bis zum Maibockanstich. Steht die Rede schon?

Django Asül: Nein, die Endfassung entsteht eigentlich erst am Vortag. Bis dahin ist es ein langsames Vorkämpfen über Wochen hinweg, weil die Stoffsammlung sehr üppig ist. Und wer weiß, was die Schlacht ums Münchner Rathaus noch alles bringt. Die Münchner SPD stellt ja schon langsam die Weichen, die Grünen über den Tellerrand hinaus zu schieben. Zumindest was die Stellvertreter des Oberbürgermeisters betrifft. Da ist es schnell passiert, dass ich selbst am Tag des Maibocks nochmal ran muss.

Wer bekommt’s denn heuer ab?

Asül: Ohne jetzt große Namen zu nennen: Wir haben eine CSU, die sich aus der Bundespolitik weitestgehend zurückgezogen hat und sich auf die absolute Mehrheit in Bayern konzentriert. Und eine SPD, die sich aus der Landespolitik zurückgezogen hat. Das ist schon mal eine gesunde Basis für eine Rede.

Also liefern die bayerischen Politiker wieder ausreichend Stoff?

Asül: Der Maibockanstich wird eine zutiefst bajuwarische Veranstaltung. Das Derblecken gibt es ja nur in Bayern. Wobei: Als Konkurrenz drängt sich langsam Putin auf. Wie der mit Merkel und Obama umgeht, kommt dem Derblecken schon sehr nahe. Nur dass Obama und Merkel eben harmlose Gesellen sind. Da sind bayerische Politiker schon ein anderes Kaliber. So gesehen habe ich es sicher schwerer als Putin.

Einige dieser Großkaliber haben ja auch spannende Ideen. Was sagen Sie zum Beispiel zur geplanten Maut-Ausweitung von Verkehrsminister Dobrindt? Immerhin stammen Sie aus Hengersberg, das liegt ja an einer vielfrequentierten Autobahn-Ausfahrt…

Asül: Ich bin der Meinung: Eine Maut, die viel Bürokratie und karge Einnahmen bringt, ist für die Maibockrede eine schöne Vision. Und wenn Dobrindt das für gut befindet, muss das eine tolle Sache sein. Der Mann ist immerhin Schützenmeister in Penzberg. Wenn so einer nicht den Durchblick hat, wer dann?

Interview: Christina Meyer

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