Wie man sich im Biergarten benimmt

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Wie man sich im Biergarten benimmt

Prostet man seinem Nachbarn zu? Und wenn ja, wie oft? Darf Obatzda direkt mit der Brezn berührt werden oder nur mit dem Messer? Die wichtigsten Regeln für den Biergarten:

Darf ich mir eine Pizza, einen Döner oder fertige Baguettes in den Biergarten bestellen? Fragen über Fragen. Das richtige Biergarteln scheint also gar nicht so einfach zu sein. Hier ein kleiner Knigge. So steht einem perfektenBiergartenbesuch nichts mehr im Weg.

SELBST IST DER GAST

Wer im Biergarten darauf wartet, dass eine Bedienung freundlich fragt, ob sie eine frische Mass bringen dürfe, wird herbe enttäuscht. Im echten Biergarten herrscht Selbstbedienung. Obacht: Wenn Sie meinen, gleich den ganzen Tisch mit einer Mass beglücken zu können – so viel kann nur eine gstandene Wiesn-Bedienung tragen. Wirklich Ungeübte sollten sich nicht mehr als drei Krüge zutrauen.

DAS MITEINANDER

„Biergärten erfüllen wichtige soziale und kommunikative Funktionen“, heißt es in der Biergartenverordnung. Konkret heißt das: Zögern Sie nicht, ihren Tischnachbarn anzusprechen, egal ob er einen Designer- Anzug trägt oder in Lumpen daherkommt. Bei der Anrede auf jeden Fall duzen. Werden Sie nach dem Namen gefragt, immer den Vornamen nennen.

STAMMTISCHE SIND TABU

Auch wenn in den Biergärten das große Gemeinschaftsgefühl gepflegt wird, an den unzähligen Stammtischen darf nur der Platz nehmen, der ausdrücklich eingeladen wird.

DAS ZUPROSTEN

Als unfreundlich gelten alle, die nur beim ersten Schluck dem Nachbarn zuprosten. Als Faustregel gilt: Pro getrunkenen Mass ungefähr zehnmal anstoßen. Und immer daran denken, dem Gegenüber in die Augen zu schauen

BESTELLEN VERBOTEN

Auch wenn Mitbringen erlaubt ist, Pizza, Sushi oder Döner von einem Lieferservice haben im Biergarten nichts zu suchen. Da kann einem sogar ein Platzverweis drohen. Es gab schon einen Aufstand einiger Wirte, die das Mitbringen.

DAS PASST

Seien Sie vorsichtig, welches Essen sie mit welchen Zugaben kombinieren. Scharfer Senf passt nie zu Weißwürsten. Das gilt auch für Sauerkraut. Entscheiden Sie sich für einen Steckerlfisch – bitte nicht nach Fischbesteck fragen. Man isst die Makrele mit den Fingern oder einem kleinen Holzspieß. Obatzda darf auch ohne Besteck direkt mit der Brezn gegessen werden.

DAS NOAGERL (DER LETZTE REST) BLEIBT IM KRUG.

Wundern Sie sich nicht, wenn eine Bedienung ihren Krug mitnimmt, obwohl noch ein Schluck drin ist. Der abgestandene Rest wird nicht getrunken. Der Bayer bevorzugt frisches Bier und nicht ein schales Überbleibsl.

LEISE BITTE

Wenn das Handy schon nicht ausgeschaltet bleiben kann, dann wenigstens leise reden. Der Biergartenbesucher will das Rauschen der Kastanien hören oder die Musik oder das Geräusch von aneinanderstoßenden Bierkrügen oder Englisch oder oder oder – nur kein ständiges Handyklingeln.

Ende

200 Jahre Biergarten - Hier gibt's das offizielle Jubiläumsmagazin

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