Tests veranlasst

Corona-Ausbruch an Münchner Klinikum: Neue Hintergründe bekannt - „Danach sind Maßnahmen sofort angelaufen“

Patienten und Pfleger eines Klinikums in München haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Erste Details sind bekannt.

  • Aus einem Krankenhaus im Südosten von München* wurden mehrere Corona*-Fälle gemeldet.
  • Sowohl Patienten als auch Pfleger sind betroffen.
  • Über die weitere Entwicklung halten wir Sie auf dem Laufenden.

München - In der München Klinik gibt es am Standort Neuperlach einen Corona-Ausbruch. Das bestätigte eine Kliniksprecherin gegenüber Münchner Merkur und tz. Zehn Patienten und drei Mitarbeiter wurden demnach positiv getestet.

Die Infektionen geschahen im Zentrum für Akutgeriatrie und Frührehabilitation. Hierbei handelt es sich um einen separaten, vom Haupthaus getrennten Fachbereich. Der Ausbruch geht nach Angaben der Klinik wohl auf einen Patienten zurück. Für diesen lag zum Zeitpunkt der Aufnahme ein Coronatest mit negativem Ergebnis vor. Der Patient zeigte demnach auch keine Coronatypischen Symptome. Solche traten allerdings später, im Verlauf des Klinikaufenthaltes, auf. Ein erneuter Test habe dann ein positives Ergebnis angezeigt.

Am Klinikum Neuperlach kam es zu einem Corona-Ausbruch.

München: Corona-Ausbruch an Klinikum - Sprecherin nennt Details

Die Infektionskette habe Kliniksprecherin Ann-Sophie Schlosser zufolge bereits Ende vergangener Woche begonnen. Nach dem positiven Test bei dem Patienten seien „alle erforderlichen Maßnahmen sofort angelaufen“, sagte die Kliniksprecherin unserer Redaktion. Weitere Testergebnisse werden bis Montag erwartet.

Um weitere Infektionen zu verhindern, wurden umgehend Maßnahmen eingeleitet – in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden. Demnach wurden alle 44 Patienten des betroffenen Fachbereichs getestet und in Einzelzimmern isoliert. Zudem wurden keine neuen Patienten auf der Station aufgenommen. Tests wurden außerdem bei den rund 100 Mitarbeitern durchgeführt, die dort regelhaft tätig sind.

Corona-Ausbruch in München Klinik Neuperlach - Patienten und Mitarbeiter infiziert

Die Tests ergaben Folge-Infektionen bei zehn Patienten und drei Mitarbeitern. Bei einer weiteren Patientin steht das Testergebnis der Klinik zufolge aktuell noch aus. Alle positiv getesteten Patienten wurden auf die Covid-Station des Klinikums verlegt. Sie seien alle in einem stabilen Zustand, hieß es vonseiten der Klinik. Nur eine Patientin werde aufgrund ihrer Grunderkrankung intensivmedizinisch überwacht. Sie sei aber ebenfalls in stabilem Zustand.

Die positiv getesteten Mitarbeiter haben sich sofort in häusliche Quarantäne begeben. Sie seien nach dem Erstkontakt mit der betroffenen Patientin nicht wieder im Einsatz gewesen. Die verbleibenden Mitarbeiter arbeiten inzwischen mit FFP2-Masken* arbeiten anstelle einfacher OP-Masken. Mitarbeiter und Patienten sollen erneut getestet werden, hieß es. Außerdem sollen die Tests auf weitere Mitarbeiter, etwa Therapeuten und Reinigungskräfte, ausgeweitet werden.

Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik, weist darauf hin, dass „bislang in unseren vulnerablen Patientenbereichen und auch in der Neuperlacher Geriatrie, die die komplette Pandemiezeit geöffnet war, durch ein engmaschiges Sicherheitskonzept keinen positiven Fall“ gegeben habe. Aktuell sei man aber in einer Situation, „in der wir deutschlandweit in besonders sensiblen Bereichen wie Alten-, Pflegeheimen und auch in Krankenhäusern, aufgrund der hohen Inzidenz, Infektionsgeschehen nicht mehr völlig ausschließen können“, so Fischer weiter.

München: Corona-Ausbruch an Klinikum - Reihentestung soll klares Bild ergeben

Von der nun laufenden Reihentestung erhoffe man sich ein klares Bild – „und bis voraussichtlich Ende nächster Woche auch die Bestätigung, dass unsere Sicherheitsmaßnahmen hier eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern konnten.“

Fischer richtet auch einen Appell an die Bevölkerung. „Wir sehen aktuell in den Kliniken keine Entspannung. Die Zahlen steigen weiter und das Ansteckungsrisiko kann nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden“, sagte er. „Das zeigt umso mehr, wie wichtig der gesellschaftliche Zusammenhalt ist, um unsere Schwächsten gemeinsam zu schützen!“ (Andrea Eppner/Andreas Beez)

In unserem News-Ticker halten wir Sie über die Pandemie-Entwicklung in München* auf dem Laufenden. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sigi Jantz

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