Ansage vor Krisen-Konferenz

Lockdown-Verschärfung? Söder findet klare Worte - Merkel-Pläne sorgen für mächtig Furore

Angela Merkel und Markus Söder bei der PK nach den Corona-Beratungen am 29. September in Berlin.
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Angela Merkel und Markus Söder nach einem der früheren Corona-Gipfel.

In München versprechen die jüngsten Corona-Zahlen aktuell noch keine Trend-Wende. CSU-Chef Markus Söder hat jetzt eine klare Aussage zu möglichen Lockdown-Verschärfungen gemacht.

  • München befindet sich in einem „Lockdown-Light“.
  • Die Inzidenz der Stadt stieg zuletzt immer weiter an.
  • Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich jetzt unter anderem zum Ende des Lockdowns geäußert.

Update vom 16. November, 16.17 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel plant beim heutigen Corona-Gipfel mit den Länderchefs die aktuellen Lockdown-Regeln anzupassen - nicht ohne Gegenwind zu bekommen. In unserem News-Ticker informieren wir Sie über die weitere Entwicklung.

Update vom 15. November, 11.30 Uhr: In Deutschland herrscht seit nun rund zwei Wochen der „Lockdown Light“, den die Ministerpräsidenten gemeinsam mit Kanzlerin Merkel (CDU) beschlossen hatten, um den plötzlich stark ansteigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus in der Bundesrepublik wieder Herr zu werden.

Am Montag (16. November) findet der nächste Krisen-Gipfel der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin per Videoschalte statt. Dort soll unter anderem darüber diskutiert werden, ob die bisherigen Maßnahmen erfolgreich beziehungsweise ausreichend waren, um die Situation zu verändern. Schon vorab hatten mehrere Verantwortliche und Experten einer möglichen früheren Lockerung der Corona-Beschränkungen eine Absage erteilt, da die Infektionszahlen seit Beginn des Lockdown kaum nennenswert gesunken sind.

Corona in Bayern: Ministerpräsident Söder schließt Lockerungen der Maßnahmen aus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ging nun in einem Interview mit der Bild am Sonntag sogar noch ein Stück weiter. Dort sagte der 53-Jährige: „Wir müssen überlegen, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen. Wir brauchen einheitliche Regeln für alle und dürfen die Bevölkerung nicht täglich verwirren.“ Mit Blick auf das europäische Nachbarland Italien, in dem bereits vergangene Woche ein Verbot der Regierung ausgesprochen wurde, Weihnachten mit der weitläufigen großen Verwandtschaft zu feiern, wie in Italien üblich, warnte Söder sogar eindringlich vor möglichen frühen Lockerungen. „Es gibt absolut keinen Spielraum für Lockerungen. Wer zu früh lockert, der riskiert Weihnachten.“

Weiterhin steigende Corona-Zahlen in Bayern: Markus Söder nennt großes Ziel - es gibt Hoffnung

Urlaubsreisen oder ähnliches sieht Söder für dieses Jahr definitiv nicht mehr. „Unser großes Ziel sollte nicht sein „Wohin kann man Weihnachten in den Urlaub fahren“ sondern „Mit wem kann ich Weihnachten zusammen sein.“ Dabei sei es das oberste Ziel, auch der Regierenden, „soviel Familie wie möglich möglich ist“. Damit dies gelingt müsse aber auch die Bevölkerung mitarbeiten.

Welche Verschärfungen Söder für möglich hält, sollten die Infektionszahlen nach wie vor nicht endlich sinken, darauf wollte der Ministerpräsident keine klare Antwort geben. Während des Lockdown Light hatte die Regierung eigentlich nur Einzelhandel sowie Schulen und Kitas von den Maßnahmen ausgenommen. Eine Verschärfung der Maßnahmen käme, wie in Österreich, also einem harten Lockdown aus dem Frühjahr beinahe gleich.

Erstmeldung vom 14. November

München - Seit knapp zwei Wochen gilt in der bayerischen Landeshauptstadt, so wie im gesamten Land, der „Lockdown-Light“. Die getroffenen Maßnahmen sollen vor allem eins bewirken: das Reduzieren von Kontakten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich jüngst über die konkrete Ziel-Vorgabe für den November geäußert und betonte, dass ein Ende der Maßnahmen nur dann möglich wäre, wenn eine Inzidenz von 50 gegeben sei. In München* liegt diese aktuell bei 214,9*(Stand: 13. November). Damit ist man in der Isar-Metropole vom „Merkel-Richtwert“ noch weit entfernt. CSU-Chef Markus Söder hat sich auf der Plattform „Jodel“ jetzt den Fragen der Community gestellt. Darunter auch solche, die sich mit dem Ende der Corona-Krise beschäftigen.

Corona-Lockdown: Wann enden die Maßnahmen? Söder gibt klare Antwort

Viele Menschen haben die Nachricht über den Impfstoff-Fortschritt der Firma Biontech mit großer Freude entgegen genommen. Einige verbinden damit gar die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Krise. Markus Söder hat diese jetzt etwas gebremst: „Bis alles ausgeliefert ist, das geht sicherlich bis März. Bis dann wirklich ein großer Teil einer Risikogruppe geimpft ist, dauert das bestimmt noch länger. Es wird etwas dauern - ein Ende der Maßnahmen ist mit Beginn der Impfungen nicht zu erwarten“, so Söder auf „Jodel“. Viele User bewegte außerdem die Frage nach dem anstehenden Weihnachtsfest und Silvester. Die Frage, so Markus Söder, sei, ob die aktuell geltenden Maßnahmen Wirkung zeigten. Man werde sich zusammensetzen und eruieren, ob man die Maßnahmen „verlängern oder gar verschärfen“ müsse, so Söder. Eins könne man jedoch schon jetzt mit Sicherheit sagen: „Silvester, das werden wohl eher sehr kleine Partys werden“, so der CSU-Chef.

Bis wann geht der Corona-Lockdown? Söder gibt Ausblick - und macht wenig Hoffnung

CSU-Chef Markus Söder beantwortete auf „Jodel“ die Frage der User.

Eine Frage, die sich wohl ein jeder mit großer Sehnsucht stellt, ist die nach dem endgültigen Ende der Corona-Krise und ihren Maßnahmen. „Spannende Frage“, so Söder. „Viele haben schon im Sommer alles ausgerufen - es hat sich eingeholt. Der Impfstoff ist das Beste, was wir haben. Corona wird nie mehr weggehen, aber wir können viel freier leben, der Impfstoff kann uns sehr sehr helfen. Zu sagen, wann das hundert Prozent so ist, wäre nicht seriös. Im Moment müssen wir schauen, dass wir von den Zahlen runterkommen.“

Mit dieser Aussage dürften Münchner wohl weniger glücklich sein. Ein Ende der Maßnahmen scheint in weiter Ferne. Doch die Hoffnung auf eine zeitnahe Erleichterung, besonders dank des Impfstoffs, dürfte bestehen bleiben. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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