Let's Dance ohne Schmiere im Haar

Marie Chouinard beim DANCE-Festival

München - Vom 25.10. bis 04.11.2012 findet in München das 13. internationale Festival für zeitgenössischen Tanz statt. Hier eine Übersicht der zahlreichen Darbietungen...

Der ein oder andere war vielleicht schonmal im klassischen Ballett (bestimmt „Schwanensee“) oder hat schonmal von Pina Bausch gehört. Kunstvolle Nachhilfe für Tanzmuffel und -begeisterte gibt es auf dem internationalen Festival für zeitgenössischen Tanz „DANCE“. Vom 25. Oktober bis 4. November zeigen Künstler/innen sowohl aus der internationalen Tanzszene als auch aus München ihr Programm: Anlässlich des 100. Geburtstags von John Cage dürfen vier Münchner Choreografen seine „Sixteen Dances“ neu choreografieren. 

Spannend könnte der Themenschwerpunkt „Männer“ des Festivals werden: In Zusammenarbeit mit dem Schauburg-Theater der Jugend werden nämlich einige Performances ausschließlich mit Männern gezeigt. Hier hinterfragt sich der Tanz selbst, um dem Klischee des homosexuellen Strumpfhosen-Trägers zu entkommen: Welche Männerbilder gibt es eigentlich bei den Werken der Choreografen, wie stellen sich Männer beim Tanz dar? „Intimate Stranger“ von Johanna Richter oder „Logobi 05“ gehören z. B. zu diesem Themenschwerpunkt. Bei letzterem geht es um einen der vielen Straßentänze, die an der Elfenbeinküste täglich neu entstehen. 

Weiterer Aspekt wird „Flandern“ sein, denn die belgische Tanzszene sprudelt momentan neue Ideen hervor. Das Festival zeigt belgische Produktionen aus drei Generationen und wirft die Frage auf, ob man sich dabei für das deutsche Tanztheater-System etwas abschauen kann. Die Abschlussklasse der Tanzakademie P.A.R.T.S., Anne Teresa De Keersmaeker, Wim Vandekeybus, Jan Fabre, u.v.m werden ihr Können zeigen.

Vor und nach den eigentlichen Performances gibt es Einführungen und Hintergründe zu den gezeigten Projekten, sodass man nicht ins kalte Wasser geworfen wird. Wer möchte, kann sich zusätzlich noch einen Guide buchen, der durch die Veranstaltung begleitet. Zentrum des Festivals wird das Café im Müllerschen Volksbad sein. Hier können die Gäste die Leibspeisen der Künstler probieren und mit ihnen ins Gespräch kommen. Neben den Live-Auftritten ist ein Tanzfilmprogramm geplant. Die Tickets sind mit einem durchschnittlichen Preis von etwa 20 Euro nicht gerade günstig, aber die Gelegenheit, richtiges Tanztheater zu erleben, gibt es in München ja auch leider nicht zu oft. Also weg vom aufgesetzten „Let's Dance“-Bildschirm und rein in die Performances.

Weitere Infos unter www.dance2012.de, Tickets gibt es auf www.muenchenticket.de

(Text: Filiz Schulz)

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