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"Das macht Mut und Zuversicht!"

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Bernhard Schwank, Katarina Witt und Christian Ude mit dem München-Teil des Berichts. Das kleine Bild zeigt das Titelblatt

München - Jetzt ist es also da, dieses so bedeutende Papier - der Evaluierungsbericht, unser großes Olympia-Zwischenzeugnis. Die tz erklärt die markantesten Passagen. Es sieht gut aus ...

Am Dienstag hat das Internationale Olympische Komitee das Dokument veröffentlicht, das die Qualität der Winterspiele-Bewerbung für 2018 einschätzt.

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Münchens Bewerbungschef Bernhard Schwank ist glücklich: „Wir freuen uns sehr, dass der ­Bericht unser Konzept in allen ­Teilen bestätigt und würdigt. Das macht Mut und Zuversicht.“

Einen direkten Vergleich zwischen den drei Bewerbern gibt’s zwar nicht – aber eine Analyse des Berichts zeigt: München liegt vor Annecy (Frankreich) und etwa gleichauf mit ­Pyeongchang (Südkorea).

Um zu sehen, worauf’s ankommt, muss man das Papier ­exakt studieren. Ähnlich wie bei Arbeitszeugnissen kommt kein Notensystem zum Einsatz, sondern nur ausformulierter Text. Die tz erklärt die markantesten Passagen.

Konzept: „Mit der extensiven Nutzung bereits bestehender und temporärer Einrichtungen wären Spiele in München in hohem Maße nachhaltig und würden geringe Eingriffe nötig machen.“

IOC bestätigt: Die große Richtung stimmt

Von Anfang an hat die Bewerbungsgesellschaft die „Nachhaltigkeit“ als eines der Kernthemen begriffen (im Rahmen eines kompakten, athletenfreundlichen Konzepts mit dem Olympiapark). Dass das im IOC-Bericht gleich mehrfach auftaucht, ist ein deutliches Zeichen: Ihr habt das Thema getroffen. Deutschlands oberster Sportfunktionär Thomas Bach: „Die Themen, auf die wir setzen, sind aufgegriffen und gelobt worden.“

Kultur & Zeremonien: „Die Kommission glaubt, dass der Ansatz, sich auf bereits bestehende Finanzierungsmodelle und Kulturprogramme zu konzentrieren, effektiv ist und zusätzliche Kosten verhindert.“

Ski-Weltmeisterschaft als Aushängeschild

Olympia ist ja mehr als nur ein paar sportliche Wettkämpfe. Es ist ein Gesamtpaket – zu dem unter anderem auch Eröffnungsfeier, Abschlussfeier und Fackellauf gehören. Die bayerischen Ideen sind da auf Gefallen gestoßen. Und vor allem: Es gibt ja nicht nur Pläne, sondern auch konkrete Beweise. Die Ski-WM in Garmisch im Februar ist mit ihrer Mischung aus Tradition und Weltläufigkeit bei den internationalen Gästen richtig gut angekommen.

Kandahar: „…Für den Fall, dass das Grundstück nicht zur Verfügung steht, würde München andere Optionen erwägen – darunter auch eine Verlagerung des Zielraums der Abfahrt…“

Zur Kenntnis genommen, nicht kritisiert

Eine ganz, ganz wichtige Passage. Nach wie vor ist nicht sicher, ob wirklich alle Grundstückseigentümer ihre Flächen für Olympia hergeben werden. Im Kern geht’s um ein Grundstück im Ziel der Kandahar-Skistrecke. Das hätten die Olympia-Detektive bemängeln können (etwa: „München lässt Fragen offen.“). Tun sie aber nicht. Sie haben ja nachgefragt und stellen fest, dass es für den Fall das Fälle Lösungsmöglichkeiten gibt.

Umwelt: „Die Münchner Bewerbung hat eine starke und innovative Strategie in Sachen Nachhaltigkeit. Es gibt konsequent durchdachte Planungen für CO2-neutrale Spiele.“

Beeindruckt von den grünen Spielen

Diese Formulierung „starke und innovative Strategie“ ist höchstes Lob. Die Kommission spricht da eine eindeutige Wertung aus. Sie hätte ja auch einfach nur schreiben können, dass ein Umweltkonzept existiert, dass es der Bewerbung wichtig ist und dass es dafür sorgen soll, dass die Spiele klimaneutral werden. Dass die Formulierung darüber hinausgeht, zeigt, dass die Kommission bei diesem Thema intensiv geprüft hat – und dass sie zufrieden ist.

Bevölkerung: „Die Meinungsumfrage im Auftrag des IOC zeigt: Die Unterstützung für die Spiele liegt bei 60 Prozent in München, 53 Prozent in Bayern und 56 Prozent in Deutschland.“

Momentaufnahme mit Nachwirkung?

Das ist der einzige wirklich kritische Punkt im Bericht. Zwischen 50 und 60 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung sind relativ wenig – vor allem im Quervergleich mit Pyeongchang (um die 90 Prozent). Allerdings: Die Werte stammen vom Dezember, also aus dem Umfeld des Grünen-Parteitags. Und: Die Ski-Weltmeisterschaft, die viel für die Stimmung getan hat, fand erst mehrere Wochen nach der Umfrage statt.

Uli Heichele

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