OB Ude im Krankenhaus: Diagnose Olympia-Fieber

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OB Christian Ude arbeitet vom Krankenbett aus und glaubt an den Erfolg bei der Olympia-Vergabe in der nächsten Woche.

München - Christian Ude wird langsam wieder fit. Trotz Krankenhausauftenhalt stand er der tz für ein Gespräch zur Verfügung. Für die Olympiavergabe in der kommenden Woche ist er optimistisch.

Auch wenn die Schwarzen das gar nicht so gerne hören werden: Was seine Nehmerqualitäten angeht, steht Münchens roter OB Christian Ude CSU-Ikonen wie Franz Josef Strauß oder Edmund Stoiber in nichts nach. Eben noch konnte sich der Stadtchef vor Bauchschmerzen kaum auf den Beinen halten, musste stationär ins Krankenhaus aufgenommen werden. Doch nur ein paar Blutwerte-Tests und Antibiotika-Infusionen später ließ sich Ude schon wieder aktenordnerweise Arbeit ans Krankenbett bringen. Die tz sprach mit dem OB über seine Gesundheit, die Strategie für den Olympia-Kongress im südafrikanischen Durban und sein Bauchgefühl für das Vergabe-Finale am nächsten Mittwoch.

Die Vögel zwitschern, die Sonne strahlt ins Klinikfenster – und der Patient hat auch schon wieder ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen: „Ich soll mich ja ausruhen“, berichtet Christian Ude, „aber das ist mein größtes Problem. Da wird mir nämlich langweilig.“

Deshalb hat der OB eine Art Akten-Taxi zwischen dem Rathaus und der Klinik einrichten lassen. Udes Motto: Wenn ich nicht zur Arbeit kann, dann muss die Arbeit eben zur mir kommen: „Es gibt ja wichtige Briefe und Beschlussvorlagen, die halt nur ich unterschreiben kann.“ Man spürt: Ude hat seine abklingende Darminfektion gut verkraftet, er steckt voller Tatendrang. In Gedanken ist Münchens OB schon in Durban, am liebsten würde er sich wohl sofort selbst von den Infusionsflaschen abstöpseln. Doch dafür konnte der Politprofi am Mittwoch bei seinen Ärzten (noch) keine Mehrheit organisieren: „Ich hänge noch am Tropf, werde weiter mit Antibiotika behandelt“, erzählt Ude.

Am Donnerstag darf er das Krankenhaus nun wieder verlassen, bereits am Abend nimmt er an einer Jurysitzung zum Neubau der Siemens-Zentrale teil. Und er bereitet natürlich seine Reise nach Südafrika vor. Diagnose Olympia-Fieber – vor seinem Abflug am Samstagabend wird sich der OB einem letzten medizinischen Check unterziehen. „Meine Entzündungswerte werden noch mal kontrolliert, allerdings nicht in der Klinik, sondern am­bulant.“

Zu Udes schneller Genesung dürften die guten Nachrichten über die Münchner Olympia-Bewerbung beigetragen haben. „Die wunderbare Umfrage, wonach 87 Prozent der Deutschen hinter der Münchner Bewerbung stehen, hat mich enorm beflügelt.“ Und auch in der Gunst der internationalen IOC-Familie sei München weiter gestiegen, glaubt Ude: „Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir in den vergangenen Monaten enorm zugelegt haben.“

So sei es beispielsweise bei der Stippvisite in London gelungen, zu vermitteln, dass Deutschland auch wirtschaftlich eine bedeutende Wintersportnation sei. Und in Lausanne habe das IOC sehr positiv auf die Nachricht vom Ende der Grundstücksstreitigkeiten in Garmisch-Partenkirchen reagiert.

„Wir konnten also alle Knüppel abschütteln, die man uns zwischen die Beine werfen wollte. Deshalb bin ich für die Entscheidung am Mittwoch sehr zuversichtlich.“ Fürs große Wahlkampf­finale ist alles bis ins letzte Detail geplant. Ude berichtet, dass München dem IOC einen Werbefilm präsentieren wird. Dieser soll die einstündige Schluss-Präsentation im Hintergrund untermalen.

„Wenn ich beispielsweise über die Kulturstadt München spreche, werden Bilder von der Staatsoper und den Kammerspielen zu sehen sein. Oder wenn Katarina Witt übers Shoppen redet, sieht man Aufnahmen von der Fußgängerzone. Der Film ist schon fix und fertig, jede Sekunde ist genau abgestimmt.“

Vor Ort in Durban steht dann noch eine allerletzte Generalprobe der Münchner Präsentatoren auf dem Programm. Und viele „Einzelgespräche mit IOC-Vertretern“, wie Ude erläutert. Vielleicht hat der OB ja hinterher endlich mal Zeit zum Ausruhen. Und zum Feiern mit einem Glas Sekt. „Das ist kein Problem“, sagt Ude augenzwinkernd in Anspielung auf seine Ärzte: „Ich soll ja viel ­trinken.“

Andreas Beez

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