Münchner fiebern mit Jogis Jungs

Weil Fußballfans ihn „schon wieder“ nerven: Söder-Minister will Public-Viewing-Regeln verschärfen

Der Tag wird in die Geschichte eingehen, nicht nur sportlich. Viele Münchner nämlich genossen den 4:2-Triumph von Jogis Jungs gegen Portugal beim berauschenden Public Viewing - und genossen die neue Freiheit.

München - Was für ein Abend! Mit dem 4:2-Sieg gegen Portugal hat Deutschland am Samstag die Allianz Arena* zum Kochen gebracht. In der ganzen Stadt haben Fans das spektakuläre Spiel vor dem Bildschirm begleitet. Ob daheim oder im Biergarten vor großer Leinwand – viele Münchner* lagen sich bei Traumwetter jubelnd in den Armen und erhoben ihre Gläser – auf den Fußball und die neue Freiheit.

Applaus für den Balanceakt mit Bier auf dem Kopf – so feierten Fans an der Uni.

Viele Biergärten und Gaststätten waren bereits am Samstagnachmittag brechend voll. Die 500 Karten für das Public Viewing am Olympiasee waren laut Veranstalter Wochen vorher weg. Auch für das nächste Spiel der Deutschen gegen Ungarn (23. Juni) gibt es keine Tickets mehr. Genauso wie im Seehaus: 400 reservierungspflichtige Plätze vor der Leinwand hat der Biergarten im Englischen Garten. „Die Plätze waren ziemlich schnell ausgebucht“, sagt Pressesprecherin Christine da Silva.

München: Fans feiern großes Fußball-Fest beim Public Viewing

„Das Interesse ist außerordentlich“, bestätigt Tom Aniser vom Augustiner Schützengarten. 999 Plätze kann der Biergarten in Obersendling während Corona* belegen. „Zwei bis drei Stunden vor dem Spiel war alles zu“, sagt Aniser.

Tor! Tolle Stimmung und hupende Autos in der Maxvorstadt.

Die Münchner schätzen die wiedergewonnene Freiheit. „Man merkt, dass es was ganz Fragiles ist, was man schützen muss“, sagt da Silva. Und lobt: „Die Leute sind sehr diszipliniert.“ Die lange Wartezeit – Fans müssen eine Stunde vor Spielbeginn im Seehaus eintrudeln – hätten die Fußballbegeisterten trotz Hitze gern in Kauf genommen.

München: Gesundheitsminister Holotschek kritisiert Fan-Verhalten im Stadion

Anders sah es mit der Sorgfalt im Stadion aus. Kritik kommt vom Gesundheitsminister: „Ich finde es fahrlässig, dass sich schon wieder viele Fans im Fußballstadion nicht an die Spielregeln gehalten haben“, sagte Klaus Holetschek und nimmt den DFB in die Pflicht. Der Verband soll plausibel darlegen, wie er beim nächsten Spiel die Masken-Regeln* durchsetzen wolle. Zugleich denkt er über strengere Corona-Vorschriften in Biergärten nach. Am Montagwill sein Ministerium mit der Stadt beraten, inwieweit die Vorgaben für das Public Viewing „weiter verschärft“ werden könnten. (dap)

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Rubriklistenbild: © Jens Hartmann

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