Kampf dem IS-Kunstschmuggel

So will Frankreich den Islamisten den Nährboden nehmen

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IS-Kämpfer zerstören Statuen und Schätze in der antiken Stadt Nimrud, Nordirak.

Paris - Mit Schmuggel von Kunstwerken macht der Islamische Staat viel Geld. Jetzt will Frankreich dafür sorgen, dass die Güter vor dem Feind bewahrt werden und leitet entsprechende Schritte ein.

Öl, Spenden – und der Schmuggel von antiken Kulturgütern: Das sind die wichtigsten Geldquellen der IS. Frankreich will den Kulturraub nun unterbinden. Auf 100 Seiten hat der Direktor des Pariser Louvre, Jean-Luc Martinez, Maßnahmen dafür entworfen. Frankreichs Präsident François Hollande hatte ihn darum gebeten.

Zu den Vorschlägen gehören verschärfte Aus- und Einfuhrkontrollen, eine schwarze Liste von „Hehlerparadiesen“ und die Schaffung eines „Asyls für Museen“. Ein Gesetz soll demnächst auf den Weg gebracht werden.

Wichtig sei es, die Maßnahmen auf europäischer und internationaler Ebene zu harmonisieren, vor allem im Bereich der Aus- und Einfuhrkontrollen von Kunstschätzen aus Krisengebieten, sagt Kunst-Experte Martinez. Nicht alle Länder verlangen gültige Ausfuhrerlaubnisse aus den jeweiligen Herkunftsländern. Auch Deutschland hat erst jetzt in seinem neuen umstrittenen Kulturgütergesetz die Sorgfaltspflicht in diesem Bereich verstärkt.

Museen sollen Werke in Sicherheit bringen

Frankreich will zudem „Refugien“ anbieten: Orte, an denen Museen ihre von Plünderung oder Zerstörung bedrohten Werke zeitweise aufbewahren können. Hollande: „Das Asylrecht gilt für Personen. Aber das Asyl gilt auch für Werke, für das Welterbe.“

Martinez will auch eine schwarze Liste von „Hehlerparadiesen“ erstellen und Museen für beschlagnahmte Kulturgüter gründen. Die Finanzierung sei kein Problem, meinte der Chef des Louvre. Wichtig sei es, gemeinsam vorzugehen und eine Finanz-Allianz zu bilden.

S. Glaubitz

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