Garten, Putzen, Radl, Sport, Auto

Wir machen Sie fit für den Frühling

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Fitnesstrainer Emanuel Baron (39) von body+soul mit Kollegin Sarah Leonhard (29)

München - Damit Sie rechtzeitig frühlingsfit sind, hat die tz Tipps von verschiedenen Experten gesammelt – um Ihren Garten, Ihre Wohnung, Ihr Radl, Ihr Auto und ihren eigenen Körper auf Vordermann zu bringen.

Schluss mit dem Winter! Gaaaanz langsam geht es nun endlich mit den Temperaturen bergauf. Damit Sie, liebe Leser, rechtzeitig frühlingsfit sind, hat die tz Tipps von verschiedenen Experten gesammelt – um Ihren Garten, Ihre Wohnung, Ihr Radl, Ihr Auto und ihren eigenen Körper auf Vordermann zu bringen.

nba/ jub/ chf

Garten

Bald blüht es im Garten und auf dem Balkon – Andreas Walle, stellvertretender Marktleiter bei Dehner am Viktualienmarkt, gibt Tipps:

- Überwinterte, empfindliche Kübelpflanzen wie Oleander, Zitrusbäume oder nicht winterharte Palmen jetzt noch nicht rausstellen! Das gleiche gilt für Ascheblumen, Azaleen, Begonien oder Margeriten. „Warten Sie, bis wirklich kein Nachtfrost mehr in Sicht ist!“ Falls Pflanzen zu früh gepflanzt wurden: Zur Sicherheit über Nacht mit einem Winterschutz-Vlies oder Küchentuch abdecken. Nicht mit Kunststoffen – die halten die Kälte kaum ab!

- Sonnenempfindliche Pflanzen wie Lantanen, Oleander oder der Enzianstrauch müssen langsam an die Sonne gewöhnt werden – sonst gibt’s Brandflecken! Walle: „Stellen Sie die Pflanze erst einige Tage in den Schatten, dann in den Halbschatten – und erst dann in die Sonne!“

- Knospige Zwiebelgewächse wie Osterglocken, Hyazinthen oder Tulpen dürfen jetzt ebenso schon raus wie Frühjahrsblüher (Hornveilchen, Primeln usw.).

- Bei Obstbäumen und Sträuchern wie dem Himbeerstrauch ist es höchste Zeit für den Rückschnitt! „Das sollte geschehen, bevor die Bäume austreiben und mehr Saft bilden.“ Auch Rosen auf drei bis fünf treibende Knospen zurückschneiden!

- Ist der Rasen über den Winter vermoost, streuen Sie am besten Gartenkalk auf letzte Schneereste. Der Experte erklärt: „Dann versickert der Kalk langsam und verbrennt das Moos effektiver.“ Wenn kein Schnee mehr liegt, sollte der Kalk mehrmals aufgestreut werden. Das abgestorbene Moos kann einfach mit dem Vertikutierer entfernt werden – aber nicht vor Mitte April, wenn der Rasen wieder richtig wächst.

- Düngen ist beim Rasen schon jetzt ein Thema, bei Gehölzern sollte man warten, bis diese voll im Saft stehen und austreiben.

- Unkraut mit einem speziellen Fugenkratzer entfernen. Das Abbrennen auf den Sommer verschieben, wenn das Unkraut trocken ist!

- Sind die Steine vermoost, hilft die gute, alte Drahtbürste am besten. Ist das Moos hartnäckig, kann es vorher mit chemischen Steinreinigern behandelt werden.

- Aufgepasst: Gartenmöbel aus Holz nicht zu viel scheuern! Am besten spezielle Reiniger und eine Bürste mit Kunststoffborsten verwenden, danach mit Öl einreiben!

Putzen

- Putzen Sie immer von oben nach unten. Heißt: Erst Fenster, dann Regale, am Schluss den Boden – andersrum verteilen Sie den Schmutz nur unnötig.

- Finger weg von heißem Wasser: „Lauwarmes Wasser reicht völlig aus, sonst verdunsten die Chemikalien, die wirken sollen“, rät Helmut Schwind, Geschäftsführer der Firma Happy Maids.

- Bei Kalkflecken auf Fenstern reichen Wasser und Spülmittel alleine nicht. Einen Schuss Essigreiniger verwenden!

- Hartnäckiger Schmutz auf der Fensterscheibe lässt sich einfach mit einer Ceranfeld-Klinge entfernen.

- „Versiegeln Sie Fenster und Fliesen mit Nano-Versieglern – dann perlt der Schmutz leichter ab“, rät Schwind.

- Fensterrahmen aus Kunststoff reinigen Sie am besten mit einem Putzstein – das funktioniert wie ein Peeling!

- Schmutzreste in den Fensterecken mit einem Schraubenzieher, über den ein Tuch gewickelt ist, entfernen!

- Rotweinflecken auf dem Teppich mit Salz bestreuen, dann mit Mineralwasser oder Gallseife auswaschen.

- Bildschirme und TV-Geräte nicht mit Glasreiniger putzen: Das gibt Streifen! „Verwenden Sie ein trockenes Microfasertuch.“

- Schoko-Flecken auf Stoff mit Rasierschaum einsprühen, dann abtupfen. Nicht reiben!

- Tastaturen und die Knöpfe an der Stereoanlage mit einem weichen Pinsel ausstreichen.

- Erwärmen Sie Kerzenständer langsam in der Mikrowelle oder legen Sie sie ins Gefrierfach, dann lässt sich das Wachs einfach lösen.

- Die Mikrowelle mag es sauer: Eine ausgepresste Zitrone und die Schale in einer Schüssel mit Wasser für drei Minuten bei 800 Watt laufen lassen, dann mit Küchenpapier auswischen.

- Backbleche oder Grillroste mit Salz einreiben und mit einem in Speiseöl getränkten Tuch abwischen.

- Wunderwaffe gegen Urinstein im WC: Gebissreiniger! „Werfen Sie zwei bis drei Tabs in die Schüssel und lassen Sie die über Nacht wirken“, erklärt Schwind.

- Tränken Sie Küchenpapier mit WC-Reiniger und stopfen Sie es für eine halbe Stunde unter den WC-Rand – so wirkt es länger ein.

- In jeder Bettmatratze leben geschätzte 1,5 Millionen Hausstaubmilben – höchste Zeit, den Bezug mal wieder in die Waschmaschine zu stecken.

Radl

In drei Schritten zum fitten Fahrrad:

Sicherheit: Nur ein Radl mit funktionierenden Bremsen ist ein sicheres Radl: „Bremszüge, Bremsbeläge und Bremswirkung müssen unbedingt geprüft werden“, stellt Zweiradmechaniker Thorsten Strobl vom Radlbauer München klar. Am einfachsten stellt man das Rad neben sich, zieht die Vorderradbremse an und schiebt. Dann sollte das Hinterrad abheben. Die Hinterradbremse prüft man umgekehrt.

Luftdruck: Wer kennt das nicht? Nach der Winterpause holt man sein Rad aus dem Keller und erlebt prompt die böse Überraschung: ein Platten. Thorsten Strobl erklärt: „Ein Loch ist selten die Ursache.“ Stattdessen sollte man zuerst versuchen, Luft reinzupumpen. Dann sieht man, ob ein Ventil undicht ist. Erst dann prüft man, ob doch ein Löchlein der Grund für den platten Reifen ist: Schlauch ausbauen, Luft hineinpumpen und unter Wasser halten. Wo Blasen aufsteigen, ist die kaputte Stelle.

Schaltungen: Als Letztes sind die Schaltungen dran. Diese sind schnell überprüft: „Ein optimaler Leichtlauf ist das Wichtigste“, erklärt Strobl. Wenn dann das Fahrrad zwar wieder funktionstüchtig, aber alles andere als schön anzusehen ist, sollte man sich ans Putzen machen. Eines sollte immer beachtet werden: „Wer Wasser oder Dampfstrahler verwendet, wäscht dabei auch sämtliche Schmiermittel herunter!“ Deshalb sollten nach dem Saubermachen unbedingt Kette, Ritzel und Seilzüge wieder reichlich geölt werden.

Fitness

Wer den Winter über mehr Braten und Plätzchen gefuttert hat, statt joggen zu gehen oder im Fitnessstudio vorbeizuschauen, muss nicht lange resignieren: „Nach vier bis sechs Wochen intensivem Training sind Sie bikinifit!“, verspricht Fitnesstrainer Emanuel Baron (39) vom Fitnesscenter body + soul.

Joggen: „Falls Sie kein regelmäßiger Läufer sind, fangen Sie mit lockerem Lauftraining an“, rät Emanuel. Steigern Sie Ihr Tempo langsam: „Wenn Sie sich dabei unterhalten können, passt’s.“

Schwimmen: Ist weniger belastend für die Gelenke als Joggen. Fitnesstrainer Emanuel: „Beim Kraulen oder Freistil verbrennen Sie mehr Kalorien als beim gemütlichen Brustschwimmen.“ Um speziell die untere Körperhälfte in Schwung zu bekommen, können Sie Ihre Arme auf einem Paddelbrett ablegen und nur die Beine bewegen.

 Klettern: An der Kletterwand verbessern Sie Kraftausdauer und Koordination gleichzeitig.

Hanteltraining: Gegen die verhassten Winke-Ärmchen bei Frauen muss der Trizeps arbeiten: Eine Kurzhantel (ein bis fünf Kilogramm) oder eine Wasserflasche in die Hand nehmen und den Arm über dem Kopf ausstrecken. Beim Einatmen die Hantel hinter dem Kopf bis zum Nacken sinken lassen, beim Ausatmen den Arm wieder strecken, den Ellbogen aber nicht vollständig durchdrücken. Zwölf bis 15 Wiederholungen und dann die Seite wechseln. Für den Bizeps beugen und strecken Sie Ihren Unterarm abwechselnd.

Liegestütze: Wichtig: Rücken gerade halten, Bauch anspannen und nicht ins Hohlkreuz verfallen. Einfacher als die klassische Liegestütze ist die Frauen-Version, bei der man sich auf den Knien abstützen darf.

Sit-Ups: „Neben den normalen Sit-Ups für die geraden Bauchmuskeln sollte man unbedingt auch die schräge Muskulatur trainieren“, meint Emanuel. Dazu auf den Rücken legen, Beine anheben, den linken Fuß auf das rechte Knie legen, den linken Arm zur Seite ausstrecken (nicht ablegen!), den rechten hinter den Kopf, dann die Schultern langsam anheben und wieder absenken, ohne abzulegen. Dann wechseln.

Diagonale Rückenstreckung: Hierbei trainieren Sie Rumpf und Po. Gehen Sie auf alle Viere und strecken Sie den linken Arm gerade nach vorne und das rechte Bein nach hinten, parallel zum Boden. Bauch anspannen nicht vergessen! Dann wechseln. „Die Übung muss nicht statisch ausgeführt werden, man kann auch unter dem Bauch Hand und Knie zusammenführen und wieder strecken.“

Ausfallschritt-Kniebeuge: Hier trainieren Sie viele Muskeln gleichzeitig. Machen Sie einen Ausfallschritt und nehmen Sie ein Handtuch zur Hilfe: In jede Hand kommt ein Tuchende. Strecken Sie die Hände über den Kopf nach oben, ziehen Sie die Schulterblätter zusammen und halten Sie das Tuch gespannt.

Auto

- Streusalz ist das Hauptproblem im Winter. Wenn der Lack vorher schon durch Steinschläge geschädigt ist, ist er sehr leicht angreifbar. Auch das Fahrwerk, die Bremsleitungen und der Unterboden vetragen sich nicht mit dem Salz. Autoexperte Mario Teichmann von ATU rät aus Sicherheitsgründen zu einem Werkstadtbesuch, bevor der Frühling beginnt. Eine Unterbodenwäsche beugt Korrosionsschäden vor.

- Die meisten Kratzer kommen aber erst im Frühjahr zum Vorschein. Wer sie rechtzeitig beseitigt, kann teure Folgeschäden vermeiden. „Oberflächliche Kratzer kann man mit Polituren und Wachs leicht selber aufbereiten. Für tiefere empfehle ich einen Lacksift“, rät Teichmann.

- Das wichtigste ist die Scheibe. „Gut geputzte Scheiben verbessern die Sehfähigkeit um bis zu 70 Prozent“, sagt Florian Trüg von Allguth. Einfach mit Scheibenreiniger und Tuch reinigen! Auch die Scheibeninnenseite muss sorgfältig gereinigt werden, da durch Lüftungsgebläse und Heizung im Winter ein Schmierfilm entstehen kann. Scheinwerfer reinigen nicht vergessen!

- Beim Putzen des Innenraums achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeitsnester übrig bleiben, um Schimmelbildung zum Beispiel in Fußmatten zu vermeiden. Profi-Mattenreiniger gibt’s in der Waschanlage.

- Für die Reifen gilt generell die O-O-Regel: Zwischen Oktober und Ostern Winterreifen drauf. „Dieses Jahr würde ich mich allerdings nach der Temperatur richten. Erst ab konstanten 7 Grad können die Sommerreifen montiert werden“, so Teichmann.

- Teichmann rät: „Autos vor dem Frühjahr bitte unbedingt auf Standschäden und Flüssigkeitsstände überprüfen!“

- Für die Optik: Armaturen und Mittelkonsole mit einem feuchten Lappen abwischen und Ledersitze mit Lederpflegemittel behandeln.

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