Luxus-Süßigkeit für einen Russen

Diese Praline kostet 300.000 Euro

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Da ist das Ding: Gold, Brillant, Schokolade, Safran, Champagner, Sahne – daraus macht man die teuerste Praline der Welt. Ein Duplikat kann vom 3. bis 8. Dezember im Juweliergeschäft Ernst in Holzkirchen bestaunt werden.

Waakirchen - Zwei findige Geschäftsleute aus dem Oberland haben ein sündhaft teures Geschenk geschaffen. Praline plus Ring – macht mindestens 300 000 Euro. In dieser Geschichte geht es um viel Geld, ja. Aber vor allem geht es um die Liebe.

Der Konditormeister: Andreas Eybel.

Es ist sechs Wochen her, da bekam Andreas Eybel, Konditormeister aus Waakirchen im Kreis Miesbach, den Anruf des Jahres. Ach, des Jahrzehnts. Am anderen Ende der Leitung war ein Kunde aus Russland. „Ich brauch ein Geschenk für meine Frau“, sagte der sinngemäß. „Ein ganz besonderes Geschenk.“ Süß, glitzernd, Geld spielt keine Rolle. Das bekam er am Ende. Und blätterte dafür eine Summe hin, für die locker eine Eigentumswohnung rausspringt.

Andreas Eybel bekommt immer mal wieder kuriose Anfragen. Einmal modellierte er einen Porsche aus Schokolade – es sollte das Symbol für ein echtes Auto sein, ein Hochzeitsgeschenk. Aber der Russe und sein Wunsch – „da hat es mich wirklich vom Hocker gehauen“, sagt der 53-Jährige, der drei Geschäfte in Waakirchen, Geretsried und Bad Wiessee hat. Vom Tegernsee kennen der Russe und seine Frau Eybels Pralinen. Der Meister der Schokolade verrät nichts über den Kunden – strengste Diskretion. Nur so viel: Russe, reich, Tourist und oft in der Gegend. Seine Frau, mittelalt, liebt Eybel-Schokolade.

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Nun hatte der Konditor eben diesen Spezialauftrag. Er überlegte eine Weile und hatte eine Idee. Die teuerste Praline der Welt sollte der Kunde bekommen – Eybel holte dafür seinen Freund Egmont Ernst, Juwelier aus Holzkirchen, mit ins Boot. Eybel wollte sich um die Luxus-Süßigkeit kümmern, Ernst ums güldene Drumrum.

Der Juwelier: Egmont Ernst.

Der Juwelier schuf eine „Création aus 18-karätigem Gold“, heißt es unter www.dieteuerstepralinederwelt.de. Ein offener Ring umschließt die Praline, der Fuß ist abschraubbar. Und über der Praline schwebt der siebenkarätige Brillant, eingefasst in Gold. Ist die Schokolade verspeist, kann das funkelnde Steinchen samt Fassung an einem Ring getragen werden.

Doch nun zur Praline. Eineinhalb Wochen lang tüftelte Eybel über der Rezeptur. Er wusste, welche Schokolade die reiche Russin besonders gerne hat – es ist eine der edelsten Kakaosorten der Welt: Edel Zartbitter „Grand Cru“ Schokolade mit 65 Prozent Kakaoanteil. „Vollmundig, fruchtig herb, mehr geht nicht“, schwärmt Eybel. „Sie ist perfekt.“ Und wird nur aus den Kakaobohnen von der Südseeinsel Vanuatu hergestellt. Normalerweise macht der Konditor daraus keine Pralinen, das wäre unrentabel.

Dann die Füllung. Die Sahne wurde eigens hergestellt, sie hat 33,5 Prozent Fettgehalt, frisch pürierte Ananas aus Costa Rica, und feinste weiße Kuvertüre aus dem Kakao der Dominikanischen Republik. Und als ob das nicht schon langen würde, das Super-Schmankerl: Champagner Dom Pérignon Vintage 1986. „Den haben wir eingedickt“, sagt Eybel. Sonst sei Schampus als Pralinenfüllung gar nicht geeignet. Der Inhalt der 500-Euro-Flasche wurde eingekocht. Übrig blieben gerade einmal 100 Milliliter. Zur Deko noch ein paar Safranfäden aus Spanien (Kilopreis etwa 1800 Euro). Das Ergebnis ist „sagenhaft“, meint Eibel. Er hat von seiner Kreation gekostet, klar. Aber so ein Ding schluckt man nicht auf einmal. Mit dem Skalpell hat er Scheibchen für Scheibchen abgeschnitten – „ein Traum, die beste Praline der Welt“.

Und zusammen mit dem Schmuck vermutlich die teuerste. Über den Preis schweigen sich Juwelier und Konditor aus. Aber allein der Brillant ist gut 300 000 Euro wert. Der Russe nickte das Angebot ohne zu zögern ab, seine Lieferung hat er bereits bekommen: Insgesamt fünf Pralinen wurden mit dem Ring verschickt, damit mindestens eine heil ankommt.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Herzensdame nicht gerade auf Diät ist.

Carina Lechner

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