Interview mit Michael Möller

Hofbräu-Chef: "Auf Weihnachtsmärkten sollte es Bier geben"

+
Dr. Michael Möller (r.)

München - Es gärt auf dem Biermarkt. Die Megafusion der Brauriesen SABMiller und Anheuser Busch In Bev wirbelt die Branche mächtig durcheinander. Die tz sprach darüber mit Höfbräu-Chef Michael Möller.

Herr Möller, waren die Temperaturen gut fürs Gschäft?

Dr. Michael Möller, Hofbräu-Chef: Auf jeden Fall. In Deutschland lief das Geschäft in diesem Sommer besonders gut. Allerdings haben sich unsere Märkte in Russland und China wirtschaftlich eher negativ entwickelt. Die USA und Italien haben sich dagegen wieder erholt. Es gleicht sich also alles aus – da kommt uns zugute, dass wir sehr breit aufgestellt sind. Trotzdem wird es natürlich enger auf dem Markt.

Sie spielen auf die Mega-Fusion von SABMiller und Anheuser Busch InBev an. Welche Rolle spielt die für Sie?

Wir haben im Ausland natürlich auch Partner, die mit einem der beiden zusammenarbeiten. Bei dem neuen Mega-Konzern sind jetzt auch andere deutsche Marken dabei – da besteht die Gefahr, das wir ausgewechselt werden. Eine weitere denkbare Folge: In dem Konglomerat sind Marken aus aller Welt vertreten – billige, teure, schöne und unbekannte. Die werden jetzt versuchen, dem Gastronomen eine starke Marke zum günstigen Preis anzubieten – im Gegenzug müssen sie dann einen ganzen Bauchladen der Konzernbiere mitanbieten. Dann bleibt natürlich wenig Platz für andere.

Wie ist die Situation diesbezüglich auf dem bayerischen Markt?

Hier trifft uns das weniger massiv – weil wir ja in der Regel Partner unserer Gastronomen sind und mit ihnen zusammenarbeiten. Das ist in anderen Ländern verboten. In den USA darf die Brauerei den Gastronomen nicht unterstützen und finanzieren. Da ist der Gastronom ein freier Kunde.

Wie hat sich die Marke Hofbräu entwickelt?

Wir mögen zwar international – gemessen auf den Biermarkt – eine kleine Marke sein. Dafür redet man aber über uns. Gerade in den USA, wo unsere Hofbräuhäuser sehr beliebt sind, aber auch in Italien.

Welche Rolle spielt das Oktoberfest für die Marke?

Eine entscheidende. Wir stehen weltweit für bierige Unterhaltung, für den Maßkrug und das große Oktoberfestzelt. Ich war gerade bei der Eröffnung des ersten Hofbräuhauses in Brasilien. Da können sie das Bier in 0,3- oder 0,5-Liter-Gläsern bestellen, aber was bestellen die Brasilianer? Den Maßkrug! Geselligkeit und Gemütlichkeit – dafür stehen wir.

Jetzt kommen die Festtage …

Nicht gerade die bierigste Zeit. Wobei ich mich frage, warum auf unseren Weihnachtsmärkten nicht auch Bier ausgeschenkt wird! Ich habe das in England beobachtet, da kann man in kleinen beheizten Ständen auf den Weihnachtsmärkten Bier trinken. Das sollte es doch – gerade hier in München – auch geben

M. Kniepkamp

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Schoko-Pizza: Schockierendes erstes Foto aufgetaucht?
Schoko-Pizza: Schockierendes erstes Foto aufgetaucht?
Bianca empfiehlt die besten Kaiserschmarrn in München
Bianca empfiehlt die besten Kaiserschmarrn in München
Wie gut sind Luxus-Marken vom Discounter?
Wie gut sind Luxus-Marken vom Discounter?
Warum wird Wein meist in 0,75-Liter-Flaschen abgefüllt?
Warum wird Wein meist in 0,75-Liter-Flaschen abgefüllt?

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare