Hotspot in der Innenstadt?

Sie kämpften vier Jahre lang darum: Neue Bar in München in absolut zentraler Lage - und mit großen Plänen

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Der neue Wirt Tom Zufall und seine Kompagnons übernahmen das plüschige Interieur aus den 80ern für ihre neue Bar Senatore.

35 Jahre lang war das Restaurant Alla Scala am Sendlinger Tor zu Hause. Nun übernimmt ein Trio die Räumlichkeiten für die Bar Senatore. Name und Interieur sind Reminiszenzen an den Vorgänger.

München - Rote Samtvorhänge, cremeweiße Lackvertäfelungen, goldene Leisten und Heiligenfiguren: „Irgendwo zwischen sizilianischem Softporno und neapolitanischer Operette“ verorten die Macher der neuen Bar „Senatore“ am Sendlinger-Tor-Platz die Einrichtung. Das Interieur ist ein Relikt aus den 80er-Jahren, in denen der Vorgänger Giuseppe Senatore hier sein Restaurant Alla Scala eröffnete. Nach 35 Jahren verabschiedete sich der Italiener Anfang des Jahres in den Ruhestand und übergab an Tom Zufall (42, „München 72“), Michael Dietzel (57, „Café am Hochhaus“, „The Hutong Club“) und David Hager (28, „Staatsbar“).

Die Männer haben aus dem verkitschten Italo-Restaurant eine plüschig-gemütliche Pizza-Bar gemacht. Der Name huldigt dem Vorgänger. „Herr Senatore konnte sich nur schwer trennen, aber wir waren hartnäckig“, erzählt Tom Zufall. Vier Jahre lang versuchte er, den älteren Herren davon zu überzeugen, doch endlich in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen, ehe dieser einwilligte.

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35 Jahre lang befand sich am Sendlinger-Tor-Platz 5 im ersten Stock das italienische Restaurant Alla Scala.

Einrichtung aus Italien importiert

Die eigenwillige Einrichtung übernahmen die Neuen größtenteils. „Das hatte Herr Senatore damals alles aus Italien importiert“, erzählt Tom Zufall. „Es war wohl wahnsinnig teuer.“ An der Einrichtung mögen sich die Geister scheiden, aber eines ist das Lokal sicher nicht: seelenlos, wie manch anderer rausgeputzter neuer Laden.

Um dennoch etwas frischen Wind reinzubringen, haben die neuen Betreiber eine Lichtinstallation an der Decke angebracht. Abends blinken die Kirmeslichter in allen Farben des Regenbogens. Die alten Tische wurden abgesägt und bekamen neue Platten, der Boden wurde neu gegossen, auch, damit er den heutigen Lärmschutzanforderungen entspricht. Die Theke ist ebenfalls neu, was jedoch kaum auffällt, weil sie mit Teilen der alten Bar verkleidet ist. Aus der anderen Hälfte wurde ein Musikpult geschreinert.

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Abends legen DJs auf

Jeden Abend ab 22 Uhr legen hier verschiedene Münchner DJs auf. „Wir lassen niemanden aus Berlin einfliegen“, sagt Michael Dietzel. „Das wäre zu teuer, und es soll ohne Eintritt bleiben.“ Was Dietzel persönlich an seiner neuen Bar so gefällt: der Blick aus dem Fenster auf die viel befahrene Kreuzung, wo sich Lindwurm- und Sonnenstraße treffen. „Das ist abends wirklich toll - so richtig großstädtisch.“

Zu essen gibt es auch im neuen Lokal wieder Pizza - aber in der „aufgepimpten Version“, wie Tom Zufall sagt. Keine Margherita, keine Quattro Formaggi. Stattdessen: „Adriano“, belegt mit Kartoffeln, Salsiccia und Lauch (11,50 Euro) oder „Gina“ mit Scamorza, Auberginen, Zucchini und getrockneten Tomaten (9,50 Euro). Dazu finden sich weiter hinten auf der Karte die passenden Cocktails: „Celentano“ (Mezcal, Limette, Cola, Salz: 11 Euro) und „Lollobrigida“ (Gin, Rosé, Zitrone, Grapefruit-Limo: 11 Euro).

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Senatore Pizza & Bar

am Sendliner-Tor-Platz 5 hat Sonntag bis Donnerstag von 18 bis 3 Uhr geöffnet, Freitag und Samstag von 18 bis 4 Uhr. Die Terrasse ist täglich von 18 bis 3 Uhr geöffnet.

Janina Ventker

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