Die Zubereitung muss gar nicht schwer sein

Artischocken: Die grüne Heilkraft

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Marktverkäufer Bairam Avdijaj mit violetten Exemplaren.

München - Sie sieht ungewöhnlich aus, verbirgt aber viele gesunde Inhaltsstoffe: die Artischocke. Und die Zubereitung muss gar nicht schwer sein. Markthändler Bairam Avdijaj vom Obst- und Gemüsestand Markus Weyel am ­Viktualienmarkt erklärt, wie’s geht.

Lange Geschichte

Schon die alten Ägypter schätzten die Artischocke als Arzneipflanze und Lebensmittel. Sie gehört zu den Korbblütlern und kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Die Pflanze selbst wächst bis zu eineinhalb Meter hoch, essbar sind die grünen bis violetten Blütenköpfe. „Die Saison fängt jetzt an“, sagt Bairam Avdijaj. Man unterscheidet verschiedene Sorten der Artischocke: Die große, runde Apollo und die kleine Carciofini. Die violetten sind etwas aromatischer als die grünen Exemplare. Beim Obst- und Gemüsestand Markus Weyel kostet das Kilo ab 12,80 Euro, einzeln je nach Größe 70 Cent bis 3,90 Euro.

Gesunde Bitterstoffe

Die aromatisch-herben Artischocken zergehen nicht nur auf der Zunge, sondern haben auch heilende Kräfte: „Sie sind besonders gesund und gut für den Stoffwechsel“, sagt Bairam Avdijaj. Sie enthalten Bitterstoffe, die die Bildung von Magensäure anregen. Flavonoide fördern die Fettverdauung, und unterstüzten die Leber. Vor allem nach fettigem Essen können diese Wirkstoffe helfen, Blähungen und Völlegefühl zu vermeiden. Deshalb werden Artischocken-Extrakte auch als Tablette, Saft oder Tee genommen.

Vielseitig verwendbar

Gekocht, frittiert, gebraten oder zum Dip: Artischocken lassen sich vielfältig in der Küche nutzen. Die großen und kleinen Artischocken unterscheiden sich vor allem in der Zubereitung. Die großen Exemplare am besten samt Stiel mit Zitronensaft, Salz und Weißwein etwa 20 bis 30 Minuten kochen. „Dabei mit einem Teller im Topf beschweren“, rät Bairam Avdijaj. Dann die Blätter zupfen und in Vinaigrette dippen, dabei nur den unteren fleischigen Teil essen. Das zarte Herz genießt man zum Schluss mit Messer und Gabel – das sogenannte fransige „Heu“ im Inneren muss aber entfernt werden. Kleine Artischocken sind leichter zu verarbeiten. „Roh, gebraten oder gekocht“, sagt der Experte.

Schnelle Vorspeise

Versuchen Sie mal diese schmackhafte Vorspeise: Pro Person von vier bis fünf kleinen Artischocken die äußeren harten Blätter abmachen, oben großzügig abschneiden und den Stiel am Boden entfernen. Alle Schnittstellen schnell mit Zitronensaft beträufeln, weil sie sich sonst ruckzuck verfärben. Dann mit etwas Olivenöl, einem Zweig Rosmarin und einer Chilischote in der Pfanne anbraten und am Schluss Rosmarin drübergeben – fertig!

Tipps zu Einkauf und Lagerung

Wagen Sie sich ruhig mal an frische Artischocken vom Markt! Vor allem die Baby-Artischocken aus Italien sind jetzt besonders schmackhaft. „Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die Artischocken fest sind“, erklärt Experte Bairam Avdijaj. Ansonsten sind die ungewöhnlich aussehenden Delikatessen relativ pflegeleicht: Im Gemüsefach im Kühlschrank – eventuell in ein feuchtes Tuch gewickelt – halten sie locker fünf bis sechs Tage. Übrigens: Je länger der Stiel ist, desto länger bleibt die Frucht frisch – der versorgt die Artischocke nämlich mit Wasser.

★ Christina Meyer

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