Fischrestaurant „Auenfischer“

Frisches aus Salz- und Süßwasser

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Wirklich frischen Fisch gibt es im „Auenfischer“ von Sebastian Wolf.

Sebastian Wolf erfüllt sich mit dem Fischrestaurant „Auenfischer“ einen Lebenstraum in gehobener Atmosphäre.

In einer Glasvitrine liegt auf Eiswürfeln ein wuchtiger Seeteufel. Neben dem weit aufgesperrten Maul ein Oktopus. Die Arme kunstvoll in alle Richtungen gelegt. Daneben ein Wildlachs und Doraden – dekoriert mit einer Scheibe Drachenfrucht. Die Theke befindet sich jedoch nicht im Herzen der Altstadt auf dem Viktualienmarkt, sondern im Dreimühlenviertel im neuen Restaurant „Auenfischer“ von Sebastian Wolf.

„Auenfischer“

Auenstraße 100
80469 München
Tel. 089-92566134

Geöffnet Montag bis Freitag 11.30-14.30 Uhr sowie Montag bis Samstag von 19-0 Uhr.

Warme Küche bis 22.30 Uhr.

Der junge Mann hat sein Leben den Unterwassergeschöpfen gewidmet. Als Vierjähriger entdeckte er die Angelausrüstung von seinem Vater im Schrank. „Da hat sich bei mir ein Schalter umgelegt“, sagt Wolf. Immer wieder arbeitet er während seiner Schulzeit als Aushilfe im Fischhandel. Kurz vor seinem Abitur bricht er die Schule ab und entscheidet sich für eine Ausbildung zum Großkaufmann in der Fischabteilung. Auch seinen sicheren Job bei der Metro als Abteilungsleiter gibt Wolf auf, um sich vergangenes Jahr seinen Lebenstraum zu erfüllen: die Selbstständigkeit im Fisch- und Lebensmittelbereich. Er eröffnet den „Wolfsbarsch“. Einen Fischhandel mit Tagesbistro in Vaterstetten für hochwertigen Fisch. Und jetzt das „Auenfischer“ an der Auenstraße.

Wolf hat eine Leidenschaft für Fisch in allen Bereichen. Als Kind das Sportangeln und Aquarien mit Guppys als Haustiere, das Züchten und Räuchern von Forellen und die aufwändige Zubereitung von komplizierten Fischgerichten. Jeden Dienstag und Mittwoch kocht Wolf selbst für seine Gäste. Das Geld für das erste Großprojekt leiht sich der junge Mann von der Bank. Sein Vater muss bürgen, sonst hätte Wolf keinen Kredit bekommen. Steigende, unvorhergesehen Kosten haben ihm damals den Schlaf geraubt. Ein Jahr und zehn Tage nach der Eröffnung in Vaterstetten, folgt das Soft-Opening vom Auenfischer.

Schläft man mit einem zweiten Laden besser? Wolf zuckt die Achseln. Risikobereitschaft gehöre dazu. Der 24-Jährige sitzt mit einem faltenfreien, weißen Hemd und lässigen Turnschuhen über die Getränkeliste gebeugt. „Wir setzen auf Regionalität. Warum soll ich einen Wein von Übersee bestellen, wenn es in Österreich einen hervorragenden Weinanbau gibt“, sagt er. Mit seinem Geschäftspartner Manuel Braun, 35, entwickelt der junge Mann ein eigenes Konzept für den „Auenfischer“. Ein Besuch im Restaurant soll zu einem kulinarischen Erlebnis werden. „Der Gast kann Vorspeisen und Getränke bestellen, danach wird er von Sebastian oder mir zur Vitrine geführt und bekommt zu jedem Produkt eine individuelle Beratung“, sagt Braun. Wenn man sich zum Essen gehen entscheide, gehe es nicht nur darum Nahrung aufzunehmen, sondern auch darum, etwas zu erleben. „Es ist ein richtiges Verkaufsgespräch. Möchten Sie lieber Safranreis oder Vaniellekarotten? Sind Sie eher Gemüsetyp oder eher der Sättigungsbeilagen-Typ? Wie schmeckt Weißer Heilbutt im Vergleich zu Steinbutt? Warum Wildlachs?“, sagt Sebastian. Seinen Partner kennt er schon seit Jahren. Kennengelernt haben sie sich im Münchner Nachtleben. Braun arbeitet im Service in der „089-Bar“ und ermutigt Wolf zu einem Restaurant mit Schwerpunkt Fisch in München. Aber neben dem Catering und Mittagsangebot soll abends an gedeckten Tischen in gehobener Atmosphäre gespeist werden können.

Bis zu vierzig Gäste haben gleichzeitig Platz. „Vor allen Dingen die jungen Leute wollen am Wochenende, bevor sie Feiern gehen, gutes Essen und gute Getränke genießen“, sagt Wolf. Freitag und Samstag soll ab zehn die Musik lauter gedreht werden. Auf den Tischen soll aber trotzdem nicht getanzt werden, denn im Mittelpunkt steht das Essen.

Seine zwei Läden spannen Wolf ein, sechs Tage die Woche. Von Montag bis Samstag. Zeit zum Angeln? Vorgenommen habe er es sich, die Ausrüstung stehe immer bereit im Keller, doch seinen einzigen freien Tag will er mit seiner Freundin verbringen. Sie sei zwar Sternzeichen Zwilling und nicht Fisch, aber eine gewisse Ausgewogenheit sei ja nicht nur in der Ernährung wichtig.

Von Stefanie Witterauf

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