Die berühmte Käsecreme

Der Bachmeier: So schmeckt der Obazde!

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Bekannt wurde er in den 1920er-Jahren, als ihn die Wirtin Katharina Eisenreich ihren Gästen im Weihenstephaner Bräustüberl in Freising servierte: der Obazde.

Zu einer bayerischen Brotzeit gehört für mich ein ordentlicher Obazda, sei es im Biergarten, beim Picknick oder auf der Wiesn. Doch was ist ein ordentliches Obazda? Da ist keine Einigung in Sicht. Noch nicht einmal bei der Schreibweise. Obazda, Obazder, Obatzta? Da ist so Einiges möglich und üblich. Leider auch die „Käsezubereitung“ aus dem Eimer, die oft alles ist, aber kein bayerisches Schmankerl mit Geschmack. Der kommt beim Obazdn vom reifen, genau gesagt vom überreifen Weichkäse. Das ist der Ursprung dieses Klassikers. Er war früher eine Resteverwertung. Wenn ein Romadur oder Camembert zu g’stinkert geworden war, wurde er mit Butter wieder abgemildert und gewürzt.

Für meine Variante verwende ich, sofern vorhanden, zwei Rotschmierekäse: Miesbacher und Romadur. Sie unterscheiden sich genau genommen nur durch die Größe, der Miesbacher wiegt in der Regel 62,5 Gramm, der Romadur 100 Gramm (ein Limburger übrigens 200 Gramm). Der Miesbacher hat dabei den größten Rindenanteil, also am meisten Geschmack, der Romadur ist cremiger. Auch verwende ich gerne Frischkäse, das gibt einen – der Name sagt’s – besonders frischen Geschmack. Wer’s etwas leichter mag, kann auch mageren Topfen verwenden.

Genug der Erklärungen, jetzt geht’s los. Ich zerdrücke alle Käsesorten mit einer Gabel oder drücke sie durch eine Spätzlepresse, rühre die weiche Butter, die Zwiebel sowie die Gewürze und das Bier unter die Masse, schmecke mit Salz und Pfeffer aus der Mühle ab und garniere mit frisch geschnittenen Schnittlauchröllchen.

Dazu esse ich gern eine g’scheite Brezn, Radieserl und trinke das restliche Bier dazu. Der Obazde schmeckt aber auch wunderbar auf Bauernbrot und zu Pellkartoffeln.

An Guadn wünscht Ihr

Hans-Jörg Bachmeier

Mein Obazda

  • 50 g Romadur
  • 50 g Miesbacher
  • 200 g Frischkäse
  • 100 g Camembert
  • 100 g weiche Butter
  • 1 fein gewürfelte Zwiebel - blanchiert
  • 3 EL dunkles Bier
  • 1 gestr. TL süßer Paprika
  • 1 gestr. TL scharfer Rosenpaprika
  • 1 Prise gehackter Kümmel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Schnittlauch in Röllchen
  • geschnitten, zur Garnitur

Extra-Tipp: Ich empfehle unbedingt den Kümmel zu zerkleinern, fast niemand beißt gern auf die ganzen Samen. Sie können den Kümmel mit einem großen scharfen Messer auf einem Brett hacken, im Mörser zerstoßen oder mit einer Gewürzmühle grob mahlen.

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