Forscher sind besorgt

Ist die Beschichtung der Kaffeebecher bei McDonald's schädlich?

+
Ein Labortest hat in verschiedenen Kaffeebechern, unter anderem bei McDonald's, bedenkliche Inhaltsstoffe festgestellt.

Für viele gehört der Kaffee im Pappbecher zum alltäglichen Arbeitsweg dazu, beispielsweise von McDonald's. Doch Forscher warnen vor der Beschichtung der Becher.

Den Kaffee unterwegs zu trinken ist praktisch - vor allem, wenn es morgens schnell gehen muss. Nach dem Konsum wird der Becher in den Müll geworfen. Bei diesen To-Go-Bechern handelt es sich um eine Umweltsünde. 

In die Herstellung der Becher und Deckel werden jedes Jahr Tausende Tonnen an Rohöl gesteckt. Wie Businessinsider berichtet, werfen die Deutschen pro Stunde 320.000 Becher in den Müll.

Kaffeebecher im Labor untersucht - Ergebnisse sind besorgniserregend

Forscher warnen nun jedoch vor einer weiteren Gefahr, die von den Bechern ausgeht. Sie sitze in der Beschichtung, wie der Sender NDR berichtet. Das Verbraucher - und Wirtschaftsmagazin "Markt" hat die Kunstoff-Beschichtung von Bechern beliebter Anbieter wie McDonald's, Tchibo oder Starbucks genauer untersucht. Das Ergebnis: aus dem Material können sich schädliche Chemikalien im heißen Kaffee absetzen. Ist im Heißgetränk auch noch Milch enthalten, würden sich besonders viel Stoffe lösen, da die möglicherweise gefährlichen Inhaltsstoffe in den Beschichtungen fettlöslich seien.

Weichmacher in Kaffeebecher-Beschichtung gefunden

Die Experten konnten im Labor den Weichmacher Diisodecylphthalat feststellen. Laut Untersuchung enthalte der Starbucks-Becher 0,06 Milligramm pro Kilogramm, der McDonalds-Becher sogar 0,10 Milligramm pro Kilogramm des gesundheitsschädlichen Weichmachers.

Die Umwelttoxikologin Jane Muncke stuft das Testergebnis im NDR-Bericht als besorgniserregend ein. Der offizielle Höchstwert liege zwar bei 9,5 Milligramm pro Kilogramm, jedoch können Phtalate das Hormonsystem beeinträchtigen. Auch über die Flüssigkeit in Plastikflaschen werden Phtalate aufgenommen.

McDonald's und Starbucks äußern sich zum Labor-Test

Wie der NDR berichtet, werde sowohl bei Starbucks als auch bei McDonald's kein Diisodecylphthalat in den Kaffeebechern verwendet.

Gegenüber dem Portal Businessinsider, das ebenso über die Testergebnisse berichtete, äußerte sich McDonald's: "Die Sicherheit unserer Produkte und Verpackungen steht für McDonald's Deutschland selbstverständlich an erster Stelle," so die Fastfood-Kette. Der Verpackungslieferant sei über die Untersuchung informiert worden. Dieser gab gegenüber McDonald's bekannt, dass Phtalate bei der Herstellung der Becher nicht zum Einsatz kommen.

McDonald's weist in der Rechtfertigung auch darauf hin, "dass es auch in unserem McCafé möglich ist, eigene Mehrwegbecher mitzubringen oder sich aber den Kaffee aus einer Porzellantasse schmecken zu lassen." Das wäre letztendlich auch für die Umwelt die bessere Alternative.

Auch interessant: Fastfood von McDonalds schimmelt nicht - auch nicht nach sechs Jahren.

Kaffee: Die fünf wichtigsten Studien 

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Das passiert, wenn Sie schon bei der Bestellung Trinkgeld geben
Das passiert, wenn Sie schon bei der Bestellung Trinkgeld geben
Muss ich eigentlich für Leitungswasser im Restaurant bezahlen?
Muss ich eigentlich für Leitungswasser im Restaurant bezahlen?
Schuhbecks Rezepte: Diese Weihnachtsgans hat's in sich
Schuhbecks Rezepte: Diese Weihnachtsgans hat's in sich
Test: Räucherlachs oft mit Schadstoffen belastet
Test: Räucherlachs oft mit Schadstoffen belastet

Kommentare