Von Kässpatzen bis Apfekiachal

Biancas Blog: Die zehn besten Schmankerl Bayerns

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Foodbloggerin Bianca steht besonders auf das Wiener Schnitzel.

München - Bayern hat viele leckere Schmankerl zu bieten. Unsere Foodbloggerin Bianca hat ihre zehn Favoriten hier für Sie zusammengestellt. Achtung, kann hungrig machen!

Wer in Bayern, beziehungsweise sogar in dessen wunderschöner Hauptstadt lebt, der sollte die kulinarischen Klassiker mindestens einmal durchprobiert haben. Anders gesagt: Ein Leben ohne bayerisches Essen ist möglich, aber sinnlos und nur halb so schön. Hier meine Tipps und (gut gemeinten) Anweisungen, was man als echter oder auch „zuagroaster“ Bayer und Münchner mindestens einmal in München gegessen haben sollte. Allerdings: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Natürlich gibt es wesentlich mehr Schmankerl, die gekostet werden sollten. Das hier sind aber sozusagen die „Must haves“.

1. Wiener Schnitzel 

Wie der Name schon verrät, befindet sich dessen Ursprung nicht bei uns in Bayern. Dennoch sind gerade die Münchner für mich ganz weit vorne, wenn es um das beste Wiener Schnitzel (nicht Schnitzel Wiener Art) geht. Vom Kalb muss es sein, schön dünn geklopft und gold-gelb paniert. Nicht zu fettig oder gar in Panade getränkt, ist ein Wiener Schnitzel eigentlich nie verkehrt. 

Serviert mit gscheid angebräunten Bratkartoffeln, (lauwarmem) Kartoffelsalat oder auch (ganz klassisch) mit Pommes, gehört es in einen jeden bayerischen Magen. Je nach Lage des Restaurants und der Herkunft der Zutaten kann ein gutes Wiener Schnitzel in München schon mal bis zu 25 Euro kosten. Ein teurer, aber lohnenswerter Spaß. 

2. Kässpatzen 

Auch das haben wohl nicht die Bayern erfunden, aber dennoch fehlt‘s in so gut wie keiner bayerischen Speisekarte. In der Regel machen gute Kässpatzen sowohl die Qualität, Menge als auch Verarbeitung des dazu gefügten Käses aus. Die traditionellen Kässpatzen sollten weder „einfach nur Spätzle mit bisserl Käse drüber“ sein, als auch keine in Käse ertränkten Spätzle, wie sie eigentlich mit Braten und Soße serviert werden. 

Kässpatzen gehören mit eigens angerösteten Zwiebeln, bisserl Schnittlauch und der richtigen Menge Käse - so, dass er ein bisschen Fäden zieht - serviert. Deftig, aber sooo gut. Mehr als neun bis maximal zehn Euro sollten selbst die besten Kässpatzen im Restaurant nicht kosten. 

3. Kaiserschmarrn 

Wer mich und meine Seite kennt, der weiß, dass ich über 90% aller angebotenen Kaiserschmarrn in München kenne. (Hier meine Top-Liste der besten Kaiserschmarrn in München.) Ein klares Muss für jeden Fan, der bayerischen Küche - auch wenn es ursprünglich gesehen aus Österreich kommt. Süß, karamellisiert, mal mit, mal ohne Rosinen, aber immer mit Apfelmus, Zwetschgenröster und einer feinen Portion Puderzucker. Eine gscheide Portion Kaiserschmarrn macht - auch ohne Hauptspeise davor - ordentlich satt. 

Dieser gehört übrigens unbedingt in der Pfanne gezupft und nicht geschnitten, schön fluffig und immer frisch gemacht. Darum dauert die Zubereitung im Restaurant in der Regel auch bis zu 20 Minuten. Um die zehn bis zwölf Euro darf eine große Portion schon kosten. 

4. Schweinsbraten mit Knödel 

Ja wirklich, ein Schweinsbraten mit Knödel gehört - wenn natürlich auch sehr deftig und nix für die Diät - ganz klar zur bayerischen Küche. Mit einer schönen Kruste, gut gemachter Bratensoße und einem - idealerweise - selbst gemachten Kartoffelknödel ein wahres Gedicht. Viele bieten den Braten auch mit Semmelknödel an. 

Mir persönlich ist immer am wichtigsten, dass das Fleisch eine gute Qualität hat und die möglichst rösche Kruste nicht von der Soße ertränkt wird. Ein gutes bayerische Wirtshaus hat auch einen Schweinsbraten auf der Karte - mehr als zehn bis dreizehn Euro oder maximal 15 Euro (je nach Stadtteil), sollte er jedoch nie kosten. 

5. Weißwurst 

In Bayern, vorzugsweise München, isst man morgens Weißwurst. Nicht nur und nicht immer, aber wenn die Uhr - so die Tradition, an die man sich aber nicht zwingend halten muss - vor 12.00 Uhr mittags zeigt, dann darf‘s eben auch gern mal ein paar Weißwürste mit süßem Senf und Brezen sein. Die erste Weißwurst feiert heuer übrigens ihr 160-jähriges Bestehen und soll angeblich erstmals 1857 in der Münchner Gaststätte „Ewiges Licht“ serviert worden sein. Wenn‘s also auch mal nach zwölf ist und es euch danach gelüstet: Weißwürste sind ein wahrer „bayerischer Frühstücks-Klassiker“ in München. 

Besteck ist hier nicht nötig. Ein echter Bayer zuzelt, beziehungsweise entfernt höchstens die Haut bevor er dann herzhaft abbeißt. 

6. Brotzeitbrettl 

Vielleicht nicht grad vorzugsweise im Winter, aber an warmen Sommertagen oder auch mal als „Starter“ ist das Brotzeitbrettl mit sauren Gurken, Wurst, Käse, Brezen, frischem Brot und - zwingend erforderlich für ein guter - selbst gemachter Obazda, ein Klassiker. Auch gibt‘s oft noch Radieserl, Radi oder Hartwurst dazu. Hauptsache es lässt sich gut mit den Fingern essen und macht Spaß zu teilen. 

Ein gutes Brotzeitbrettl kann im Übrigen auch immer wieder mal guten italienischen Schinken oder eben „nicht bayerischen“ Käse enthalten. So um die zehn bis 15 Euro kann es je nach Umfang gut und gerne mal kosten. 

7. Germknödel mit Mohn und Vanillesoße 

Sollte auch nicht Platz 1 auf dem neuen Diätplan sein, schmeckt aber einfach zu gut: Germknödel, wird von Nicht-Münchnern gern mal mit Dampfnudel oder Rohrnudel (beides übrigens auch ganz fein!) verwechselt. Ein Germknödel besteht aus Hefe, ist rund geformt und unterscheidet sich durch seine Pflaumenfüllung und den frischen Mohn von seinen Mitstreitern. 

Die Wiener halten im Übrigen auch viel von dieser Süßspeise und ihr werdet sie dort ebenfalls häufig auf der Speisekarte finden. Der süße Knödel samt Vanillesauce kostet um die neun Euro im Restaurant. Auf Volksfesten, der Wiesn oder dem Tollwood ist er eigentlich auch immer zu haben. 

8. Fleischpflanzerl 

Erste Regel: Bouletten, Frikadellen oder Fleisch-Petties könnt ihr euch woanders bestellen. Bei uns in München heißen die kleinen flachgedrückten und in der Pfanne fein raus gebratenen Hackfleischkugeln „Fleischpflanzerl“ und ein jeder Bayer versteht‘s. Schmecken tun sie ganz fein mit Kartoffelsalat oder auch im kalten Zustand zwischen einer feinen Semmel mit würziger Sauce. 

Zwei gut gemachte und aus Rinderhackfleisch gemachte Fleischpflanzerl dürfen in der Münchner Gastronomie schon gerne mal um die zwölf bis dreizehn Euro kosten, dann aber bitte mit Beilage. 

9. Apfekiachal 

So simpel, so gut und leider viel zu oft in der Kategorie „Dessert“ (oder „was Siaß“) auf Speisekarten in München zu finden. Zugegeben: Wer ein bisschen Geschick besitzt, macht sich dieses beliebte Dessert auch ganz schnell selbst. Apfel in Scheiben schneiden, in süßem Pfannkuchenteig wälzen, gold-gelb anbraten und in Zimt-Zucker wenden. 

In der Gastronomie werden meist drei bis vier Scheiben samt Vanilleeis mit Sahne serviert, manchmal auch mit frischen Früchten. Da die bayerischen Apfekiachal (oder auch Apfelkücherl oder -Küchlein) recht simpel sind, sollten sie nicht mehr als sieben bis acht Euro kosten. 

10. Bratwurstsemmel 

Eine Bratwurstsemmel gehört ganz klar auch zu den leckersten Schmankerln in Bayern. Geht dafür am besten auf den Münchner Viktualienmarkt und holt euch eine schön knusprige Semmel mit entweder drei bis vier ganz kleinen Bratwürsten, die man regulär mit Sauerkraut und Wammerl isst, oder mit einer dicken und großen „roten Bratwurst“, ebenfalls frisch vom Grill runter. 

Ich persönlich mag lieber die kleinen Würste samt süßem Senf und Zwiebeln, am wichtigsten aber: Mit den Händen essen und - am leckersten - an kalten Wintertagen beim Spaziergang genießen. Auch hier können schon mal fünf bis sechs Euro fällig werden, je nachdem, wo ihr Rast macht.

Biancas Foodblog

Bianca bloggt für Merkur.de und tz.de über Münchens Gastronomie. Mehr zu Bianca und ihrem Foodblog findet ihr hier, außerdem haben wir Binacas Restaurant-Checks und -Tipps auf der Themenseite „Biancas Foodblog“ zusammengestellt

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