Bakteriengefahr

Blutiges Fleisch essen: Ist das wirklich sicher?

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Wie blutig darf Fleisch eigentlich sein?

Wer ein Steak im Restaurant bestellt, kann es entweder blutig, medium oder ganz durch bekommen. Aber ist es wirklich unbedenklich, Fleisch blutig zu essen?

Schweinefleisch muss durchgebraten werden, Rindfleisch darf blutig sein. So lautet die Regel, die bisher an alle Grill-Fans weitergegeben wurde. Aber wie aktuell ist diese Faustregel noch?

Blutiges Steak: Ist es wirklich unbedenklich?

Jeder, der schon einmal ein Steak im Restaurant bestellt hat, weiß: Es darf zwischen blutig - auch "rare"-, medium oder durch gewählt werden. Hinter dem Ausdruck "blutig" steckt aber im Wesentlichen nur die Information, dass das Steak noch sehr wässrig beziehungsweise saftig ist. Richtiges Blut werden Sie in einem Steak nämlich nicht mehr finden. Um diesen Effekt zu erzielen, liegt ein Steak im Vergleich zu medium oder durch nur ganz kurz auf dem Grill. Hungrige müssen aber deshalb nicht befürchten, dass sich noch Keime oder Bakterien in der Scheibe Fleisch befinden.

Forscher der University of Nottingham haben laut BBC bereits getestet, ob sich bei einer kurzen Garzeit E.coli-Bakterien auf dem Steak befinden. Das traf auch zu - aber nur, weil man die Scheiben mit Zangen angefasst hatte, die auch schon bei rohem Fleisch verwendet wurden. Als bei einem zweiten Test sterilisierte Zangen verwendet wurden, waren auch auf den Steaks keine Bakterien zu finden. Deshalb gab es von den Forschern Entwarnung, was blutige Steaks anging.

Auch interessant: Würden Sie diese blutigen Gerichte runterkriegen?

Schweinefleisch rosa braten - ist es erlaubt?

Anders verhält es sich aber bei Schweinefleisch: Jahrelang wurden Verbraucher aufgrund des Fadenwurm-Parasiten, die sogenannten Trichinen, gewarnt, es medium zu sich zu nehmen. Mittlerweile gibt es aber immer mehr Rezepte im Netz, bei denen Schweinefleisch angeblich auch rosa gebraten werden darf - und nicht mehr ganz durch sein muss. Dazu erklärte Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm dem Online-Portal Stern: "Die Trichinenschau ist in Deutschland so streng - auch bei Wildschweinen - dass da keine Gefahr mehr droht."

Die perfekte Kerntemperatur des Fleisches läge hier bei 58 und 59 Grad. Allerdings sollten Verbraucher darauf achten, in diesem Fall nur Fleisch von Tieren zu nehmen, die in Deutschland geschlachtet wurden und aus einer artgerechten Haltung stammen. Schwangere, Senioren und Menschen mit geschwächten Immunsystem sollten ihr Fleisch mindestens bei einer Kerntemperatur von 60 Grad durchbraten.

Von rohem Schweinefleisch sollten Sie allerdings unbedingt die Finger lassen. Hier drohen Hepatitis-E-Infektionen.

Ebenfalls spannend: Diese Fleischsorte hat nichts auf dem Grill verloren - außer Sie halten sich an eine Regel.

Von Entrecôte bis Tenderloin: Eine kleine Steakkunde

Rumpsteak, Filet, Entrecote: Die Auswahl an Fleisch, die über die Verkaufstheken - hier bei der Metzgerei "Kumpel & Keule" in Berlin - wandern, ist groß. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Rumpsteak, Filet, Entrecote: Die Auswahl an Fleisch, die über die Verkaufstheken - hier bei der Metzgerei "Kumpel & Keule" in Berlin - wandern, ist groß. © Lino Mirgeler
Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger bei Fleisch. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger bei Fleisch. © Lino Mirgeler
Als Entrecôte wird das Zwischenrippenstück bezeichnet. Es ist leicht von Fett durchzogen und daher besonders saftig. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Als Entrecôte wird das Zwischenrippenstück bezeichnet. Es ist leicht von Fett durchzogen und daher besonders saftig. © Lino Mirgeler
Das Filet oder auch Tenderloin stammt aus der Lendenmuskulatur und ist besonders zart und mager. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Das Filet oder auch Tenderloin stammt aus der Lendenmuskulatur und ist besonders zart und mager. © Lino Mirgeler
Das Rumpsteak, auch Roastbeef genannt, wird aus dem hinteren Rücken geschnitten und ist sehr saftig. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Das Rumpsteak, auch Roastbeef genannt, wird aus dem hinteren Rücken geschnitten und ist sehr saftig. © Lino Mirgeler
Beim Dry Aged Beef reift das Fleisch in einer Salzgrotte. So wird das Fleisch butterzart. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Beim Dry Aged Beef reift das Fleisch in einer Salzgrotte. So wird das Fleisch butterzart. © Lino Mirgeler
Das T-Bone Steak ist stark marmoriert und hat ein intensives Aroma. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Das T-Bone Steak ist stark marmoriert und hat ein intensives Aroma. © Lino Mirgeler
Das Tri-Tip oder auch Bürgermeisterstück hat eine markante, spitze Form. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Das Tri-Tip oder auch Bürgermeisterstück hat eine markante, spitze Form. © Lino Mirgeler
Diese Bildkombo (l.o.- r.u.) zeigt Stücke vom Rumpsteak, T-Bone Steak, Wet Aged Entrecote, Dry Aged Entrecôte, Tri-Tip, Bürgermeisterstück sowie Filet. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Diese Bildkombo (l.o.- r.u.) zeigt Stücke vom Rumpsteak, T-Bone Steak, Wet Aged Entrecote, Dry Aged Entrecôte, Tri-Tip, Bürgermeisterstück sowie Filet. © Lino Mirgeler
Steak, Ribeye, Onglet: Diese Zuschnitte stammen aus verschiedenen Teilen des Rinds. Grafik: dpa-infografik Foto: dpa-infografik GmbH
Steak, Ribeye, Onglet: Diese Zuschnitte stammen aus verschiedenen Teilen des Rinds. Grafik: dpa-infografik Foto: dpa-infografik GmbH © dpa-infografik GmbH

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