"Cookbutler" ist der neue Hit im Netz

Mit einem Klick zum Schnitzel

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Cornelius Stockmair (l.) und Robert Walters ­gewannen 2013 den Shop-Award in der ­Kategorie „Innovativstes Geschäftsmodell“.

München - Wer kennt das nicht? Ich überlege mir, dass ich mal wieder gerne etwas Köcheln würde. Nur was? Dann wälze ich Kochbücher, und schließlich schreibe ich alle Zutaten auf einen Zettel und renne los zum Einkaufen. Das Start-Up Cookbutler nimmt einem fast alle Schritte ab.

Auf seiner Internetseite sucht man das gewünschte Rezept und bekommt dann die Zutaten passend einfach per Post zugesandt– wenn man bis neun Uhr morgens bestellt, kommt die Lieferung dann schon am nächsten Tag. Die Idee kam den Gründern Robert Walters (39) und Cornelius ­ Stockmair (39), weil sie gerne kochen, aber der Zeitaufwand bis dahin so groß ist.

„Wenn man viel arbeitet, kommt man häufig nicht dazu einzukaufen. Also muss man samstags los. Und wenn ich dann für mein Gericht etwas aus dem Supermarkt, etwas aus dem Asia-Laden und einen bestimmen Wein brauche, muss ich drei Stellen anlaufen. Da ist ist dann fast der halbe Samstag damit verplant“, so Robert über die Anfänge von Cookbutler.

Dass die Gründer leidenschaftlich gerne kochen, merkt man spätestens in deren Büro, das sie sich mit mehreren kleinen Firmen teilen. Gleich beim Eingang fällt die große Küche auf. Töpfe und Pfannen stehen noch in der Spüle. „Kocht ihr jeden Tag?“, frage ich. „Ja tatsächlich, auch gerne mal für die Kollegen mit, weil es hier in unserer Gegend nichts G’scheites zum Essen gibt“, erklärt Robert.

Befreundet sind die Gründer schon seit dem Studium. „Wir haben zusammen BWL an der LMU studiert.“ Doch richtig zusammen geschweißt, hat sie 2003 eine gemeinsame Weltreise. „Das war lustig, weil wir seperat gestartet sind und da wir damals nicht so viel Kontakt hatten, wussten wir nicht, dass wir beide unterwegs sind. Zufällig haben wir durch Freunde erfahren, dass wir beide auf Weltreise sind“, so Cornelius. Sie hätten sich dann in Australien verabredet und seien vier Monate zusammen durchs Land gereist. Wichtigstes Reiseutensil der beiden Männer. Na klar – der Campingkocher.

Als es in die heiße Phase der Entwicklung von Cookbutler geht, kündigt Cornelius seinen Job. Bis dato arbeitete er im Bereich der internationalen Geschäftsentwicklung. Hatte der Vater von zwei kleinen Kindern keine Angst? „Richtig Bauchschmerzen hatte ich nie, weil bei einem Misserfolg, hätte ich wohl auch schnell wieder etwas Neues gefunden.“

Cookbutler bietet 8000 Rezepte. „Davon sind aber nur 2000 online, weil sie an die Saison angepasst sind“, so Cornelius. Die Produkte werden von einem großen Internetsupermarkt aus Oldenburg auf die Reise geschickt. „Und da muss man nicht fünf Tomaten bestellen, wenn für das Rezept nur eine Tomaten nötig ist. Man kann aber natürlich auch mehr bestellen. Das Prinzip ist nachhaltiger, und man muss nicht so viel wegwerfen“, sagt Cornelius.

Das Lieblingsrezept von Robert, der zu Hause in Tutzing am liebsten selbst am Herd steht, ist eine Basilikum-Parmesan-Suppe. „Die ist günstig, einfach und schnell zubereitet. Das Rezept gibt es auf unserer Seite“, erklärt Robert. Cornelius und seine Frau wechseln sich beim Kochen ab. „Aber ich weiß, wer es besser kann“, scherzt Robert. „Na ja, also beim Schnitzel schlägt mich meine Frau“, so Cornelius lachend. Beim Verlassen des Zwei-Mann-Unternehmens knurrt mir der Magen und denke: „Was könnte ich mal wieder kochen?“

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