Old, but gold

Dieser vergessene Drink ist plötzlich wieder der Renner

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Wann haben Sie zuletzt einen Old Fashioned bestellt?

Zwischenzeitlich fast von den Cocktail-Karten verschwunden und von Bar-Gängern vergessen, feiert der "Urvater" der Cocktails nun ein wundersames Comeback.

Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten, heißt es oft. Entweder jemand mag etwas oder eben nicht. Und dann wird dieser jemand auch nicht so leicht von seiner Meinung abrücken. Anders ist es bei Cocktails. Hier verändern sich die Geschmäcker auch ab und zu. Früher beliebte und dann vergessene Drinks leben wieder auf, andere werden plötzlich völlig uncool.

Ein Mann kennt sich mit dem Thema bestens aus: Eben Klemm. Der ehemalige Top-Wissenschaftler arbeitet nun als professioneller Cocktail-Mixer im Luxus- und Lifestyle-Hotel Knickerbocker in New York und hat sein Wissen bereits an unzählige Barkeeper in Hotels oder Restaurants in den USA weitergegeben. Er entwirft außerdem innovative Wein- und Cocktail-Menüs für kleinere Hotelgruppen in und außerhalb der Vereinigten Staaten.   

Old Fashioned: Comeback eines Klassikers

Im Gespräch mit dem Portal Business Insider verriet der Amerikaner nun, dass sich der Trend bei Cocktails weg von süßen, hin zu bitteren und starken Getränken entwickle. Damit meint er vor allem den Old Fashioned. "Jede ordentliche Bar und jedes gute Restaurant sollte Negroni und Old Fashioned zubereiten können", erklärt er. "Dabei waren diese Cocktails noch vor einem Jahrzehnt unverkäuflich."

Altmodisch ist der Old Fashioned, das sagt bereits der Name. Er gehört aber zu den absoluten Cocktail-Klassikern, wird sogar als "Urvater" aller Cocktails bezeichnet. Besonders beliebt in den 1960er-Jahren, ging seine Popularität in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Jetzt erlebt er aber scheinbar ein wundersames Comeback, meint zumindest Klemm. "Wenn ihr in eine Cocktailbar geht und einen Cocktail darauf seht, der aus 20 verschiedenen Zutaten besteht, nehmt lieber den Old Fashioned, da seid ihr auf der sicheren Seite." 

Und nicht nur für Klemm ist der Old-Fashioned ein klarer Aufsteiger. Eine Studie von Drinks International aus dem Jahr 2016 kam sogar zu dem Ergebnis, dass der Whiskey-Cocktail bei Dreiviertel aller befragten Barkeeper unter den zehn am meisten bestellten Drinks, bei einem Viertel sogar an allererster Stelle steht. Weit vor beispielsweise dem Mojito (Platz 10), der Margarita (Platz 7) oder dem Aperol Spritz (Platz 19).

Old Fashioned-Zubereitung: Wie gelingt der perfekte Mix?

Bei den Rezepturen gibt es wie so oft unterschiedliche Herangehensweisen. Eine davon lautet folgendermaßen:

1 Orangenspalte

1 Zitronenspalte

1 Zuckerwürfel

2 TL Angostura (Bitterlikör)

6 cl Whiskey

4-5 Eiswürfel   

1 EL stilles Wasser

Die ursprüngliche Form, die wohl in die amerikanische Gründerzeit zurückgeht, besteht jedoch nur aus Basisspirituose, Zucker, Wasser und Cocktailbitter. Eben Klemm wiederum behält sich einen kreativen Spielraum bei den Zutaten vor. Bei ihm kämen zudem einige außergewöhnliche Spritzer rein - allerdings bleiben die sein Geheimnis.

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Von Matthias Opfermann 

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