Ernährungsreport

Deutsche verzichten immer öfter auf Fleisch und Wurst - außer in diesen Bundesländern

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Immer weniger Fleisch und Wurst landen auf deutschen Tellern.

Was gesund ist und was nicht, davon haben die meisten zumindest eine Idee. Mittlerweile ist das auch auf den Tellern zu sehen. Das kommt wirklich auf den Tisch.

Die meisten Deutschen stehen wenigstens ein paarmal in der Woche in der Küche am Herd, fast alle legen Wert auf gesundes Essen.

Männer essen öfter auswärts

Die Essgewohnheiten zwischen Ost- und Westdeutschland unterscheiden sich teilweise deutlich - und Männer gehen öfter in Restaurants und Kantinen als Frauen. Das sind einige Ergebnisse des neuen Ernährungsreports "Deutschland, wie es isst", den Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in Berlin vorstellte.

Wie kompliziert es mit dem Essen ist, erfährt die Ministerin am eigenen Leib: Sie esse "sehr unregelmäßig" und schaue, "was ich gerade kriege", erzählte Klöckner, das liege an ihrem Job. Aber sie komme von einem Hof und wohne in der Nähe eines Dorfes, von da hole sie ihr Fleisch, Obst und Gemüse, wenn es möglich sei. Auch bei den Deutschen insgesamt muss es oft schnell gehen. Fast die Hälfte (48 Prozent) gibt an, dass es beim Essen auf einfache Zubereitung ankommt - aber 99 Prozent sagen auch: Hauptsache, es schmeckt.

Mehrheit der Deutschen will sich gesund ernähren - tut es aber nicht

Wenn man nach den Antworten der Forsa-Umfrage geht, müssten die Deutschen sehr gesund leben: 91 von 100 geben an, dass es bei der Ernährung auf die Gesundheit ankomme. 50 Prozent achten nach eigenen Angaben beim Einkaufen auf das Bio-Siegel. Dagegen lässt sich schneiden, dass fast die Hälfte der Frauen, sechs von zehn Männern und jedes siebte Kind in Deutschland übergewichtig sind. Der Bio-Anteil bei den Lebensmittel-Ausgaben lag 2017 unter 6 Prozent.

Für Manfred Güllner vom Meinungsinstitut Forsa ist der Unterschied zwischen Antworten und Realität keine Überraschung. 50 Prozent geben im aktuellen Report zum Beispiel an, für ein Kilo Fleisch bis zu fünf Euro mehr zahlen zu wollen, wenn es besonders tierfreundlich produziert wurde, 22 Prozent wollen sogar bis zu zehn Euro mehr zahlen. "Wir wissen, dass das gesagt wird, aber nicht getan wird", erklärte er. Zwischen Bewusstsein und Verhalten gebe es eine Kluft.

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Deutsche kochen häufig täglich

Gekocht wird in Deutschland weiterhin viel: 40 Prozent geben an, jeden Tag am Herd zu stehen, 37 Prozent immerhin zwei- bis dreimal pro Woche. Nur fünf Prozent sagen, dass sie weniger als einmal pro Woche kochen, und zehn Prozent kochen nie. Ein Viertel der Männer geht mindestens einmal die Woche in eine Kantine und fast eben so viele (24 Prozent) ins Restaurant, bei den Frauen sind es nur 13 beziehungsweise 14 Prozent. Fünf Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer lassen mindestens einmal die Woche Essen liefern.

Unterschiedliche Ernährungsweisen in Ost und West

Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall sind die Essgewohnheiten in Ost- und Westdeutschland offenbar weiterhin unterschiedlich. Im Osten essen nach eigenen Angaben 43 Prozent täglich Fleisch und Wurst, im Westen nur 26 Prozent. Der Bundesschnitt liegt bei 28 Prozent. Andererseits geben im Osten 80 Prozent an, täglich Obst und Gemüse zu essen, im Westen sind es nur 69 Prozent - bundesweit 71 Prozent. Bei Süßigkeiten liegen die Westdeutschen vorn: 24 Prozent von ihnen greifen täglich zu, im Osten tun das nur 14 Prozent.

In einem sind Ost und West sich einig: 99 Prozent ist beim Essen der Geschmack wichtig. Klöckner zieht daraus Schlüsse für die Reduzierung von Zucker, Fett und Salz in Fertiggerichten, die sie gemeinsam mit der Lebensmittelbranche voranbringen will: "Dass wir alle gerne theoretisch einen Plan machen können, was gesund ist, aber am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt." Deswegen werde nicht von heute auf morgen vorgeschrieben, den Zucker etwa um die Hälfte zu reduzieren. Produkte würden dann zum Ladenhüter.

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dpa/ante

Vor dem Essen waschen? Bei diesen Lebensmitteln auf keinen Fall!

Auf rohem Hähnchenfleisch findet sich häufig das Bakterium Campylobacter, das im schlimmsten Fall zu Durchfall, Fieber und Übelkeit führen kann.
Auf rohem Hähnchenfleisch findet sich häufig das Bakterium Campylobacter, das im schlimmsten Fall zu Durchfall, Fieber und Übelkeit führen kann. © Andreas Geber / picture alliance / dpa
Auch auf rohem Fisch findet es sich. Wird das Fleisch gewaschen kann sich das Bakterium durch das Spritzwasser in der ganzen Küche verteilen.
Auch auf rohem Fisch findet es sich. Wird das Fleisch gewaschen kann sich das Bakterium durch das Spritzwasser in der ganzen Küche verteilen. © Holger Hollemann / picture alliance /dpa
Auch rotes Fleisch ist betroffen. Keime werden beim Braten ausreichend abgetötet. Sie können sich das Waschen also beruhigt sparen.
Auch rotes Fleisch ist betroffen. Keime werden beim Braten ausreichend abgetötet. Sie können sich das Waschen also beruhigt sparen. © Oliver Berg / picture alliance / dpa
Aus Angst vor Salmonellen oder auch nur, um Schmutz zu entfernen, waschen manche rohe Eier nach dem Einkauf ab. Das kann die natürliche Schutzschicht beschädigt, Keime dringen leichter in das Innere des Eis ein.
Aus Angst vor Salmonellen oder auch nur, um Schmutz zu entfernen, waschen manche rohe Eier nach dem Einkauf ab. Das kann die natürliche Schutzschicht beschädigt, Keime dringen leichter in das Innere des Eis ein. © Victoria Bonn-Meuser / picture alliance  /dpa
Wenn auf abgepacktem Salat, Gemüse oder Obst vermerkt ist, dass es gewaschen ist, dann können Sie sich das erneute Abwaschen mit kostbarem Wasser sparen.
Wenn auf abgepacktem Salat, Gemüse oder Obst vermerkt ist, dass es gewaschen ist, dann können Sie sich das erneute Abwaschen mit kostbarem Wasser sparen. Für lose Ware gilt das natürlich nicht. © Christian Charisius / picture alliance / dpa
Reis soll vor dem Garen gespült werden, aber bei Pasta kommt niemand auf die Idee. Dafür schrecken viele die Nudeln nach dem Kochen ab. Das verwässert jedoch den Geschmack und spült die wertvolle Stärke ab.
Reis soll vor dem Garen gespült werden, aber bei Pasta kommt niemand auf die Idee. Dafür schrecken viele die Nudeln nach dem Kochen ab. Das verwässert jedoch den Geschmack und spült die wertvolle Stärke ab. © Matthias Hiekel / picture alliance / düa
Das Pilze beim Waschen Wasser ziehen ist ein Küchenmärchen, aber dennoch ist es nicht nötig, Pilze abzuwaschen, wenn Sie sie garen wollen. Dann reicht es, sie abzubürsten. Sollen Sie roh in den Salat geschnitten werden, ist ein Bad aber nicht verkehrt.
Das Pilze beim Waschen Wasser ziehen ist ein Küchenmärchen, aber dennoch ist es nicht nötig, Pilze abzuwaschen, wenn Sie sie garen wollen. Dann reicht es, sie abzubürsten. Sollen Sie roh in den Salat geschnitten werden, ist ein Bad aber nicht verkehrt. © Inga Kjer / picture alliance / dpa

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