tz macht den Test

Essen auf Fahrrädern: So gut funktioniert der neue Service

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Mustafa vom Lieferservice ­foodora bringt das Essen per Fahrrad.

München - Pizza, Sushi oder Curry liefern lassen – das ist längst Gewohnheit. Aber bei diesem Service gibt’s zwei feine Unterschiede: Erstens kommt das Essen nicht von Liefer-Ketten, sondern von Restaurants. Und zweitens kommen die Köstlichkeiten immer per Rad!

Das ist das Konzept des Online-Portals foodora.de, das nun auch in München am Start ist. Rund 60 Restaurants stehen aktuell zur Auswahl, die Palette reicht von Burger bis bayerisch, von Salat bis Sushi. Unter den Lokalen sind so bekannte Namen wie Shoya, Cosmo Grill und Tegernseer Tal. tz-Reporter Jossi Loibl hat sich sein Mittagessen nach Hause bringen lassen.

12 Uhr: Die ersten Schritte am Bildschirm gehen flott – Postleitzahl eingegeben (in unserem Fall 80337 München), und zack stehen 60 Restaurants auf dem Bildschirm. Bei einigen sind die Minibilder mit dem Hinweis versehen: „Nur Vorbestellungen möglich“, denn sie liefern erst abends.

Weil wir die Latte ein wenig hoch hängen wollen, wählen wir bei Fiedler & Fuchs (Untergiesing), das für modernisierte bayerische Küche bekannt ist, Zander mit Kartoffelkruste, Spinat und Perlzwiebeln. Mit 14,90 Euro liegt das Gericht über dem Mindestbestellwert von zwölf Euro. Es kommt noch eine Liefergebühr von 2,90 Euro drauf. Um 12.07 Uhr heißt es: klick, ab zur Kasse!

Doch da lauert eine ernste Hürde: Vorgang nicht möglich, teilt ein roter Balken mit. Auch nach mehreren Versuchen. Anruf bei der Hotline, die ausgesprochen freundliche Dame schlägt vor, es mit einem anderen Browser zu versuchen, mit Google Chrome. Wieder nix, nochmal Hotline. Diesmal der Vorschlag, es statt mit der Kreditkarte mit paypal zu probieren. Klappt. Um 12.21 Uhr wird die Lieferung für 12.51 Uhr angekündigt. Und gleich noch eine Bestellung hinterher: Ein gegrilltes Schinken-Käse-Sandwich und ein Becher Eis (5,50 Euro, 4,75 Euro plus 4,90 Euro Liefergebühr) von del Fiore am Gärtnerplatz werden für 12.58 Uhr avisiert.

Recht sportlich, denken wir. Und warten. Um 13.04 Uhr klingelt Mustafa, Student aus Pakistan, um 13.12 Uhr Sarah, ebenfalls Studentin. Die beiden sympathischen Kuriere freuen sich über ein Trinkgeld und wünschen guten Appetit. Sarah ruft noch: „Achtung, das Eis schmilzt!“ und ist wieder weg. Das Fischgericht erreicht noch warm den Teller, die Portion mit zwei Filetstücken kann sich sehen lassen, aber eine Kruste stellen die Kartoffeln nicht (mehr) dar. An Spinat wie Fisch fehlt etwas Salz. Auch dem Sandwich merkt man die Lieferzeit an der verflogenen Knusprigkeit an, geschmacklich ist es tadellos. Mit Abstand am besten verträgt das Eis die Reise. Es ist noch durchgefroren, als wir um 13.22 Uhr zum Löffel greifen. 350 Gramm pure Sünde aus Bauernhofmilch und Valhrona Grand Cru Schokolade – ein süßer Traum.

Fazit: Es zeigen sich Anlaufschwierigkeiten, die sich aber bestimmt beheben lassen.

Frisch angerollt

Rund ein Dutzend Gerichte bietet die „Lekkerei“ in ihrem wechselnden Sortiment an: tagfrisch mit hochwertigen Zutaten aus der Region. Zur Wahl stehen zum Beispiel Linguine mit Rinderlendenstreifen (10,50 Euro), Linsencurry mit Gemüse (8,50 Euro) oder Bauernbrot-Sandwich mit Salami aus Herrmannsdorf (3,90 Euro). Ein guter Tipp ist der Bio-Veltliner vom Wagram (0,75 l 9,50 Euro). Wer am einen oder mehrere Tage im voraus bestellt, erhält Rabatt. Geliefert wird umweltfreundlich per Fahrrad.

Lieferzeiten: 11 bis 21 Uhr, ­Mindestbestellwert 15 Euro

Lieferbereich: Altstadt, Maxvorstadt, Schwabing, Olympiapark

Lekkerei, Lerchenauerstr. 30, Schwabing,

Tel. 089/36 09 03 64

www.lekkerei.de

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