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Curry-O-City: Curry-Traum auf Rädern

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Auf Achse statt im Büro oder Hörsaal: Fabian Böhme, Daniel Wüst und Michael Pinke (v.li.) vor ihrem Foodtruck.

Curries in allen Varianten serviert das Foodtruck-Restaurant „Curry-O-City“. Für den Traum vom eigenen Unternehmen haben die drei Betreiber viel riskiert.

Das Herzstück von „Curry-O-City“ wiegt mehrere hundert Kilo, ist außen mit Edelstahl ummantelt und innen mit Lehm ausgekleidet. Daniel Wüst streift sich einen der Spezialhandschuhe über, mit denen man in den bis zu 300 Grad heißen Ofen fassen kann und demonstriert, wie darin aus unscheinbaren Teigklumpen die indische Spezialität Naan-Brot entsteht. „Wir machen das traditionell wie in Indien, selbst die Teigroller haben wir dort gekauft“, sagt er.

Curry-O-City: Indisches Curry für München und die Region

Seit April vergangenen Jahres sind Wüst und seine Partner Fabian Böhme und Michael Pinke mit dem Foodtruck „Curry-O-City“ in München und Umland unterwegs. Davor hätte es sich keiner der Drei träumen lassen, mal jeden Tag neben einem indischen Lehmofen zu arbeiten.

Seinen Anfang nahm Curry-O-City als „Bierlaune“, wie die Gründer sagen. Die Jugendfreunde Daniel und Fabian saßen beim Essen zusammen, Hobbykoch Fabian hatte sich wie so oft an den Herd gestellt. Das Essen kam so gut an, dass am Tisch spontan die Idee entstand, aus dem Hobby ein Geschäft zu machen. „Wir kamen irgendwie auf Foodtrucks und welche Gerichte sich gut für den Verkauf in einem solchen Wagen anbieten würden“, erzählt Fabian. „Einen Truck der Curry anbietet, gab es nicht in München.“ Die indischen Eintöpfe gehören zu den Leibgerichten der Freunde: „Früher waren wir mehrmals die Woche bei unserem Lieblingsinder“, sagt Daniel.

Bei der Planung am Küchentisch blieb es nicht. „Das Thema kam immer wieder, also haben wir uns irgendwann zusammengesetzt und 80 Seiten Geschäftsplan geschrieben“, erzählt Daniel. Eine Bank war dann schnell überzeugt. „Eine Woche später habe ich meinen Marketing-Job gekündigt und Fabian hat sein Studium abgebrochen“, erzählt Daniel. „Ich habe erst mal bei einem anderen Foodtruck ausgeholfen, um mehr über die Abläufe und das Tagesgeschäft zu lernen“, sagt Fabian. Anschließend fährt der 33-Jährige für zwei Wochen nach Indien, trifft sich mit Köchen, verfeinert mit ihrer Hilfe seine Curryrezepte.

Der Dritte im Bunde kam nicht geplant ins rollende Restaurant. Michael Pinke wollte sich eigentlich nur ein wenig Geld als Aushilfe dazuverdienen, doch nach einigen Wochen entschied er sich, hauptberuflich einzusteigen. „Ich hatte gerade meine Masterarbeit fertig und eigentlich schon ein gutes Jobangebot. Aber ich sah mich hier mehr als in dem Betrieb, in dem ich anfangen sollte“, erzählt er.

Fünf Tage in der Woche gibt es bei Curry-O-City an verschiedenen Standorten (zu finden unter www.facebook.com/Curryo.city) Mittagessen, dazu kommen Veranstaltungen. Auch nimmt das Trio Catering-Aufträge an. Eine 70-Stunden-Woche kommt da schnell zusammen. „Es gehört viel mehr dazu, als nur die Luke aufzumachen und Essen rauszugeben“, sagt Michael. Den Schritt zum eigenen Unternehmen bereut trotzdem keiner. „Wir haben inzwischen sehr viele Stammkunden“, erzählt Daniel.

Curry-O-City: Das steht auf der Speisekarte

Derzeit hat der Truck vier Currys für 6 bis 8 Euro auf der Karte: Butter Chicken, Chicken Korma, Mango Chicken und ein veganes Gericht mit Süßkartoffeln, Kichererbsen und Kokosmilch. Dazu kleinere Gerichte für 3,50 Euro und Naan-Brot für 2,80 Euro. Schon bald sollen noch ein paar außergewöhnlichere Gerichte auf der Speisenkarte stehen. „Ich habe in Indien so viele Gerichte kennen gelernt, die hier keiner kennt“, erzählt Fabian, „damit möchte ich auch gerne hier experimentieren.“

von Annika Schall

Streetfood Friday:

„Curry-O-City“ ist auch beim „Streetfood Friday“ am heutigen Freitag (03.02.2017) im Pressehaus, Paul-Heyse-Straße 2-4, wieder zu finden. Der Streetfood Friday bietet an 15 Ständen Köstlichkeiten aus aller Welt. Los geht’s um 17 Uhr. Im Innenhof, in der Cafeteria und in der Eventhalle des Pressehauses bieten Garküchen und Foodtrucks bis Mitternacht Schmankerl an. Der Eintritt ist frei. Dazu gibt es Drinks und gute Musik.

Foodtrucks - Deluxe-Straßenimbiss auf Rädern

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