Behauptungen im Faktencheck

Ist Coca-Cola wirklich so gefährlich?

Aktuell sorgen die angeblichen Erkenntnisse eines Medizin-Blogs über die negativen Auswirkungen von Coca-Cola auf den menschlichen Körper im Internet für viel Aufsehen. Doch stimmen die erschreckenden Behauptungen?

Der Genuss von Coca-Cola ist für den menschlichen Körper kein Genuss, sondern gefährlich. Das behauptet der ehemalige Apotheker Niraj Naik auf seinem Blog "The Renegade Pharmacist". Doch es gibt Kritik von renommierter Stelle.

Dr. Kimber Stanhope und Dr. Michael A. Taffe nahmen für die Internetseite „BuzzFeed Life“ die Behauptungen von Niraj Naik unter die Luppe. Die Forscherin Dr. Kimber Stanhope, vom Lehrstuhl für molekulare Biologie der Universität von Kalifornien (Davis), hat sich auf die Auswirkungen von Zucker auf den menschlichen Körper spezialisiert. Sie zweifelt zwei Erkenntnisse an.

Zu viel Zucker?

„Eine Dose Coca-Cola enthält in etwa zehn Teelöffel Zucker. Dies entspricht 100 Prozent des menschlichen Zuckerbedarfs. Laut Naik ist das zu viel Zucker in kurzer Zeit. Daher mischt der Hersteller dem Getränk Phosphorsäure bei, um zu verhindern, dass der Süße-Schock bei seinen Konsumenten zum sofortigen Übergeben führt.“

Faktencheck

Für Dr. Kimber Stanhope ist diese Behauptung falsch. Nach ihren Studien kann die große Mehrheit der Menschen problemlos Getränke konsumieren, die zehn Teelöffel Zucker oder gar mehr beinhalten. Demnach hätte Hunderte Probanden für Studienzwecke Getränke mit einem höheren Zuckergehalt zu sich genommen, ohne dass diesen Phosphorsäure beigemischt war. Das Ergebnis: Laut Stanhope hat sich keine einzige Testperson übergeben. Zudem seien ihr keine Fälle bekannt, in denen Proband über Übelkeit geklagt hätten.

Das passiert 20 Minuten nach dem Coca-Cola-Konsum

„Der Blutzucker steigt und verursacht eine erhöhte Insulin-Ausschüttung. Daraufhin beginnt die Leber, so viel Zucker wie möglich in Fett umzuwandeln, den der Organismus dann einlagert.“

Faktencheck

Stanhopes Studien widerlegen diese Behauptung. So sei für die Fettumwandlung nicht der erhöhte Insulinspiegel ursächlich, sondern die Leber, die Fruktose umwandelt. Laut Stanhope reagiere zwar der Insulinspiegel auf den Konsum zuckerhaltiger Getränke, dies sei jedoch nicht der Hauptgrund für die gesteigerte Fettumwandlung der Leber.

Für Dr. Michael A. Taffe, der als Professor am Scripps Research Institute Suchterkrankungen untersucht, sind die Thesen zu den Coffein-Auswirkung von Coca-Cola reichlich übertrieben. So sei Behauptung 3. überspitzt dargestellt.

Das passiert 45 Minuten nach dem Coca-Cola-Konsum

„Der Körper schüttet nun das Glückshormon Dopamin aus, wodurch das Belohnungszentrum im Gehirn angeregt wird. Dabei handelt es sich um die gleiche Reaktion des Körpers, die auch beim Heroin-Konsum beobachtet werden kann.“

Faktencheck

Diese Behauptung muss laut Taffe kritisch betrachtet werden. So sei jede Äußerung zu den Wirkungsweisen von Drogen immer in Abhängigkeit von Dosis und Verträglichkeit zu sehen. Für den Wissenschaftler dramatisiert der ehemalige Apotheker Niraj Naik die Auswirkungen von Coca-Cola auf den menschlichen Körper. Diese These könne keiner wissenschaftlichen Untersuchung stand halten, so Taffe.

Auch die Behauptung, dass der Körper sofort Dopamin ausschütte, ist nach Taffe falsch. Vielmehr sei die Dopamin-Ausschüttung von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Eine sofortige Ausschüttung des Glückshormons während des Coca-Cola-Konsums konnten Studien bisher nicht nachweisen. Zudem unterstreicht der Wissenschaftler die Bedeutung der Coffein-Dosis. Von ihrer Größe sind die potenziellen Auswirkungen auf den menschlichen Körper abhängig.

Zwar sind die Erkenntnisse des Bloggers Niraj Naik für Dr. Michael A. Taffe überspitzt dargestellt, dennoch beinhaltet sie für den Forscher auch einige Wahrheiten. Beispielsweise das Coca-Cola die Zähne angreift.  

Fazit

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Konsum stark zucker und süßstoffhaltiger Getränke, wie Cola-Cola und Coca-Cola light, negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat.

FG

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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