Von hier aus fließt das Bier um die Welt

Hofbräu investiert zehn Millionen Euro: Das ist neu!

+
Das Hofbräu-Gelände in Riem aus der Vogelperspektive. Rechts neben dem Springklerbecken ist der Hopfengarten zu erkennen.

München - In einer zweijährigen Bauphase wurde die Logistik auf dem Hofbräu-Gelände in Riem erweitert. Es ist das größte Bauprojekt seit dem Neubau im Jahr 1988.

Während der ­Deutsche Biermarkt jährlich schrumpft, bringt Hofbräu München von Jahr zu Jahr mehr Gerstensaft an den Mann beziehungsweise die Frau. 1988 wurden noch 176.000 Hektoliter jährlich gebraut, 2014 waren es bereits 333.000 – eine neue Rekordmarke in der über 400-jährigen Geschichte von Hofbräu.

Auch der Inlandsabsatz der staatlichen Brauerei lag 1988 noch bei etwa 84 Prozent und der Exportaneil bei etwa 16 Prozent. 2014 machten die Exporte in mehr als 30 Länder der Welt bereits mehr als die Hälfte des Gesamtabsatzes aus. Kein Wunder also, dass die Brauerei mehr Platz braucht. In einer zweijährigen Bauphase wurde nun die Logistik auf dem Gelände an der Hofbräu-Allee 1 in Riem erweitert. Es ist das größte Bauprojekt seit dem Neubau im Jahr 1988.

Das neu gestaltete, 85.000 Quadratmeter große Areal wurde am Mittwoch mit dem bayerischen Finanzminister Markus Söder sowie Michael Möller, Direktor von Hofbräu München, mit dem Anpflanzen der ersten Fechser im neuen Hopfengarten abgeschlossen.

Zehn Millionen Euro haben die Umbaumaßnahmen gekostet. Söder verkündete diese Summe „mit Freude“ und sagt: „Kein Cent wurde hier dem Steuerzahler genommen. Das Geld wurde aus der Liquidität von Hofbräu erwirtschaftet.“

Zentrales Anliegen war die Verlegung der Be- und Entladung der Transporter von der Ladehalle in den Außenbereich. „Nun braucht der Lkw-Fahrer nur noch eine halbe Stunde von der Ankunft, dem Entladen und Beladen, bis zum Verlassen des Geländes“, freut sich Logistikchef Jürgen Breitsameter.

Die tz zeigt Ihnen, was sich logistisch so alles getan hat.

Hopfengarten

Der bayerische Finanzminister Markus Söder (l.) und Hofbräu-Direktor Michael Möller pflanzten gestern zum Abschluss des Bauprojekts den ersten Hopfenfechser im neuen Hopfengarten. Hier werden 130 Hopfenpflanzen der Sorte Hallertauer Opal und Hallertauer Perle angebaut.

Lager für Leergut

Die Ladestraße wurde in einer Größe von 2500 Quadratmetern überdacht sowie eine Station für den Leergutannahme-Bereich gebaut. Die bisherige Ladehalle wurde um etwa 700 bis 800 Quadratmeter erweitert. Somit wurde die Lagermöglichkeit um mehr als 80 Prozent erhöht.

Sprinklerbecken

Nein, leider kein Schwimmbad für die Hofbräu-Mitarbeiter. Das Sprinklerbecken ist 70 Meter lang und 11 Meter breit, das etwa 2200 Kubikmeter Wasser, sprich 2,2 Millionen Liter Wasser, für die neue Sprinklerzentrale bereit hält. Es soll als Löschwasser dienen und gehört zu den Brandschutzmaßnahmen bei Industrieanlagen.

Oans, zwoa, gsuffa – auf drei Kontinenten

München, Bier und Hofbräuhaus – das gehört schon seit 400 Jahren zusammen. Das schmackhafte Getränk, die traditionellen Spezialitäten, seine sprichwörtliche Gemütlichkeit haben den Bierpalast am Platzl zum wohl berühmtesten Wirtshaus der Welt gemacht. Insgesamt finden 3000 Menschen Platz im Hofbräuhaus. Herzstück ist die sogenannte Schwemme. Dort, vor über hundert Jahren noch Brauanlagen standen, können heute 1000 Menschen ihr Bier genießen. Im Hofbräuhaus werden seit jeher Traditionen gepflegt und sogar Rituale aus alten Zeiten wieder zum Leben erweckt. So ist es am Stammtisch der Brauch, seine Mass nicht mit barer Münze, sondern wie in den Anfängen des herzoglichen Brauhauses mit Bierzeichen zu bezahlen. Wer als Stammgast zehn davon kauft, bekommt ein elftes als Treuerabatt.

Hofbräu-Bier wird aber vor allem im Zelt auf dem Oktoberfest ausgeschenkt – und das nicht wenig: Im vergangenen Jahr wurden in 16 Tagen 743 900 Mass getrunken. Täglich besuchen das Wiesn­zelt zirka 16 000 Personen, insgesamt waren es 2014 250.000 Gäste in zwei Wochen. Das Zelt der Familie Steinberg (seit 1980 im Amt), ist schließlich groß genug: Innen ist es mit 4500 Sitzplätzen ausgestattet, außen im Garten sind es 3022. Insgesamt können sich im Hofbräu-Zelt 9992 Menschen zeitgleich aufhalten.

Hofbräu ist nicht nur in München und Bayern eine Marke, sondern ein Exportschlager in aller Welt: Insgesamt gibt es neun Hofbräuhäuser auf drei Kontinenten von den USA bis China. Das Bier wird teilweise direkt dort gebraut oder in Fässern von München aus dorthin exportiert.

T. Layes

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Finger weg von diesem McDonald's-Produkt
Finger weg von diesem McDonald's-Produkt
Stars schwören auf dieses neue Trendgetränk
Stars schwören auf dieses neue Trendgetränk
Das sind Deutschlands beste Gastro-Betriebe 2017
Das sind Deutschlands beste Gastro-Betriebe 2017
Jüngere Deutsche in Sachen Ernährung gespalten
Jüngere Deutsche in Sachen Ernährung gespalten

Kommentare