Lagern, kühlen, aufbewahren

Hygienevorschriften aus Restaurants für zuhause

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Hygienevorschriften sorgen nicht nur in Restaurants für Ordnung - Sie wenden einige davon auch ganz einfach zuhause an.

Sie lauern auf der Haut, den Haaren und sogar auf der Kleidung: krankmachende Keime. Wie Sie Ihnen in der Küche den Kampf ansagen, haben wir für Sie herausgefunden.

Die detaillierte Vorschriften des sogenannten HACCP-Konzepts (Abkürzung für „Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte“), stellen in Restaurants sicher, dass in der Küche Hygiene herrscht. Diese Hygienevorschriften umfassen weit mehr als Händewaschen – sie legen fest, wie Lebensmittel richtig gelagert und gekühlt werden und welche Zutaten wie lange haltbar sind.

Außerdem machen sie deutlich, wo in der Küche Keimherde lauern. Hygiene-Vorschriften aus Restaurantküchen, die Sie auch zuhause anwenden sollten, haben wir anhand eines Artikels der Metro für Sie zusammengestellt.

Lebensmittel richtig lagern: keine Zauberei 

Nicht nur wie es im Kühlschrank und der Kühltruhe aussieht ist für Hygiene in der Küche wichtig. Denn auch leere Kartons, dreckige Lappen oder gar ein überquellender Mülleimer sind potenzielle Bakterienschleudern. Entsorgen Sie also Ihren Müll am besten sofort und bevor er den Mülleimer sprengt. 

Zudem sollten Sie Spülbecken, Arbeitsplatte und den Herd regelmäßig und natürlich auch nach jedem Kochen reinigen. Auch den Kühlschrank säubern Sie in regelmäßigen Abständen von innen. So töten Sie krankmachende Bakterien ab. 

Nach dem Abspülen oder auch dem Saubermachen der Küchegeben Sie die benutzen Lappen in die Wäsche und waschen Sie bei 90 Grad durch. Auch Putzmittel lagern Sie am besten nicht in der Küche und schon gar nicht in der Nähe Ihrer Lebensmittel. Denn Sie enthalten oft ätzende Stoffe und sind deshalb schlecht für die Gesundheit. 

Für die richtige Lagerung von Lebensmitteln gibt es laut HACCP-Konzept in Restaurantküchen viele Vorschriften. Wollen Sie mehr auf die Hygiene in Ihrer eigenen Küche achten, empfiehlt es sich, dass Sie folgende Vorschriften auch zuhause anwenden

  • Verbrauchen Sie leicht verderbliche Lebensmittel wie Milch, Joghurt, aber auch Fleisch, immer schnell und kühlen Sie sie gut.
  • Lassen Sie gefrorenes Geflügel, Fisch oder Fleisch vollständig auftauen bevor Sie es kochen. Waschen Sie das Fleisch gut ab – so entfernen Sie eventuelles Tauwasser, in dem Keime stecken. Achten Sie darauf, Fleisch möglichst durchzubraten. Denn so sagen Sie möglicherweise darin enthaltenen Keimen den Kampf an. 
  • Rohes Fleisch, Fisch oder Ei können Salmonellen enthalten, die krank machen. Lagern Sie diese Lebensmittel immer getrennt von anderen, damit die Keime nicht auf Obst, Brot & Co. überspringen. In sauberen, verschlossenen Aufbewahrungsboxen lagern Sie sie sicher. 
  • Auch, wenn Sie gerade vom Einkaufen kommen und Ihr Essen bis Sie es kochen nicht extra in den Kühlschrank räumen wollen: Denken Sie daran, dass Bakterien sich explosionsartig vermehren – und zwar besonders gut, wenn es angenehm warm ist. 

Unterbrechen Sie die Kühlkette also möglichst nicht und räumen Sie alle Lebensmittel zuhause schnell in den Kühlschrank. Selbst wenn Sie sie später zubereiten wollen. Stopfen Sie Ihren Kühlschrank und das Eisfach nach dem Einkaufen aber nicht bis zum Rand voll mit Lebensmitteln. Denn ist zu viel im Kühlschrank, steigt die Temperatur – und Ihre Lebensmittel werden schneller schlecht.

Passend dazu: Keimschleuder: So eklig ist der Kaffee in Ihrem Büro 

Persönliche Hygiene in der Küche 

Auf Ihrer Haut, in den Haaren und auf der Kopfhaut befinden sich winzig kleine Mikoorganismen. Das ist zwar ganz normal, aber wenn diese Bakterien auf Lebensmittel oder Ihre Küchengeräte wie Pfannen, Mixer oder Besteck gelangen, können Sie Ihre Lebensmittel verderben. 

Die HACCP legen fest, wie das Personal in der Restaurantküche dieses Risiko möglichst gering halten kann. Auch für Sie als Privatperson sind einige nützliche Tipps dabei: 

  • Hände waschen: Hier eine Türklinke, dort ein Lichtschalter – Ihre Hände kommen im Alltag ständig mit infizierten Lebensmitteln in Kontakt. Auch rohe Lebensmittel wie Eier, Geflügel oder sonstiges Fleisch bergen eine große Keimgefahr. Waschen Sie deshalb nach jedem risikoreichen Kontakt oder vor dem Beginn jeder Tätigkeit gründlich die Hände und desinfizieren Sie sie. 
  • Kopf waschen: Gerade auf der Kopfhaut fühlen sich die Mikroorganismen wohl. Waschen Sie deshalb Kopf und Haare beim Duschen besonders gründlich. Auch Haarhauben sind empfehlenswert, wenn sich Ihre Haare zwar nicht mehr wie frisch gewaschen anfühlen, Sie vor dem Kochen aber keine Zeit haben zum Duschen. 
  • Nagellack: Bakterien lieben Nagellack, denn unter dem Lack nisten sie sich ganz leicht ein. Auch Dreck verschwindet unter bunt lackierten Nägeln. Lassen Sie Ihre Fingernägel deshalb nicht zu lang wachsen und achten Sie vor dem Kochen darauf, nicht nur die Hände, sondern auch die Fingernägel gut zu waschen und Dreck regelmäßig mithilfe einer Nagelfeile zu entfernen. 
  • Schürze: Nicht umsonst tragen Köche weiße Arbeitskleidung, die Sie erst am Arbeitsplatz anlegen. Denn Kleidung ist eine Brutstätte für Bakterien – stehen Sie morgens dicht gedrängt im Zug, niest Ihr Arbeitskollege im Büro, oder wischen Sie unachtsam Ihre Hand an der Hose ab, setzen sie sich auf der Kleidung fest. Damit diese Mikroorganismen am Ende des Tages nicht in Ihrem Abendessen landen, ziehen Sie zumindest eine frisch gewaschene Schürze über Ihre Kleidung oder wechseln Sie Ihr Outfit vor dem Kochen sogar komplett. 
  • Schmuck: Auch Schmuck lässt Bakterien sprießen. Denn unter Uhren, Ringen & Co. sammelt sich Schweiß, der vor Bakterien nur so wimmelt. Nehmen Sie vor dem Kochen also unbedingt Ihren Schmuck ab und waschen Sie sich gründlich die Hände. 
  • Verletzungen: Einmalig unachtsam beim Gemüse schneiden, schon blutet der Finger. Jetzt ist es wichtig, sofort den Schnitt zu desinfizieren und mit einem Pflaster abzukleben. So gelangen weder Keime aus der Wunde ins Essen noch Essen in Ihre Wunde. Mit einem Pflaster schützen Sie also nicht nur ihr Essen, sondern sorgen auch dafür dass sich nichts entzündet. 
  • Krankheiten: Selbst wenn Sie glauben, dass Sie über Ihre Erkältung hinweg sind: Waschen Sie sich Ihre Hände, wenn Sie krank sind oder es kürzlich waren, besonders regelmäßig. Außerdem sollten Sie selbstverständlich nicht in Ihr Essen niesen oder husten – besonders nicht, wenn Sie Gäste haben. Wenden Sie sich beim Niesen also immer ab und niesen Sie in Ihre Armbeuge.

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Diese Lebensmittel sollten Sie nicht aufwärmen

Haben Sie auch keine Zeit, täglich frisch zu kochen? Adliges Essen "von gestern" ist die Rettung. Beim Aufwärmen müssen Sie aber beachten, dass an manchen Zutaten ungünstige Bakterien oder Salmonellen entstehen. Folgende Lebensmittel sollten Sie deshalb immer frisch genießen:
Haben Sie auch keine Zeit, täglich frisch zu kochen? Adliges Essen "von gestern" ist die Rettung. Beim Aufwärmen müssen Sie aber beachten, dass an manchen Zutaten ungünstige Bakterien oder Salmonellen entstehen. Folgende Lebensmittel sollten Sie deshalb immer frisch genießen: © Pixabay/Hans
Wer Hähnchen in der Mikrowelle aufwärmt, riskiert eine ernsthafte Salmonellenvergiftung. Der Grund dafür liegt bei Eiweißstrukturen im Fleisch, die sich beim Aufwärmen verändern. Deshalb sollten Sie Geflügel immer richtig heiß und gleichmäßig erhitzen.
Wer Hähnchen in der Mikrowelle aufwärmt, riskiert eine ernsthafte Salmonellenvergiftung. Der Grund dafür liegt bei Eiweißstrukturen im Fleisch, die sich beim Aufwärmen verändern. Deshalb sollten Sie Geflügel immer richtig heiß und gleichmäßig erhitzen. © pixabay / Wow_pho
Auch bei Eiern droht eine Salmonellenerkrankung.
Auch bei Eiern droht eine Salmonellenerkrankung. © pixabay / Vladimir-Adrian
Reis dürfen Sie zwar wieder aufwärmen, aber wenn er frisch zubereitet ist, sollte er so schnell wie möglich im Kühlschrank landen. Bei Zimmertemperatur bilden sich Sporen und Bakterien, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen können.
Reis dürfen Sie zwar wieder aufwärmen, aber wenn er frisch zubereitet ist, sollte er so schnell wie möglich im Kühlschrank landen. Bei Zimmertemperatur bilden sich Sporen und Bakterien, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen können. © pixabay / Simone_ph
Wer Kartoffeln bei Zimmertemperatur aufbewahrt, darf sich auf unangenehme Bauchschmerzen freuen. Der Grund: Ein Bakterium, das sogar bei starker Hitze überleben kann.
Wer Kartoffeln bei Zimmertemperatur aufbewahrt, darf sich auf unangenehme Bauchschmerzen freuen. Der Grund: Ein Bakterium, das sogar bei starker Hitze überleben kann. © pixabay / mp1746
Wird Spinat nochmals aufgewärmt, verwandelt sich Nitrat in giftiges Nitrit. Deshalb sofort in den Kühlschrank oder das Gefrierfach. Ähnliches gilt auch für nitratreiches Gemüse wie...
Wird Spinat nochmals aufgewärmt, verwandelt sich Nitrat in giftiges Nitrit. Deshalb sofort in den Kühlschrank oder das Gefrierfach. Ähnliches gilt auch für nitratreiches Gemüse wie... © pixabay / RitaE
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Mangold, ... © pixabay / pixel1
Sellerie und...
Sellerie und... © pixabay / stevep
Rote Beete.
Rote Beete. © pixabay /Desertrose7
Pilze haben einen hohen Gehalt an Wasser und Proteinen und sind daher ein idealer Nährboden für Mikroorganismen. Deshalb sollten Sie sie nie länger bei Zimmertemperatur lagern, um die Bildung von Giftstoffen zu vermeiden.
Pilze haben einen hohen Gehalt an Wasser und Proteinen und sind daher ein idealer Nährboden für Mikroorganismen. Deshalb sollten Sie sie nie länger bei Zimmertemperatur lagern, um die Bildung von Giftstoffen zu vermeiden. © pixabay / GuillermoVuljevas

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