Betrug

Eiskalt: So werden Sie bei Tiefkühlfisch abgezockt

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Miese Masche: Mehr Gewicht durch Wasser im Fisch

Die Unsitte, nicht deklarierte Wasserzusätze bei Tiefkühlfisch zu verwenden, nimmt immer mehr zu - und das kostet Sie bares Geld.

Tiefkühlfisch ist eine praktische Sache - er ist stets frisch. Aber immer öfter verwandelt sich der Fisch bei der Zubereitung in eine unansehnliche, geleeartige Masse. Keine Spur von einzelnen Segmenten, wie es bei frischem Fisch der Fall ist. Der schockierende Grund: Dem Fisch wurden Carbonate und Wasser zugesetzt, damit er schwerer wird.

Eine illegale Betrügerei

"Der Zusatz von Carbonaten in unverarbeiteten Lebensmitteln ist in der EU verboten", stellt Henner Neuhaus, Prüfleiter am Institut für Fische und Fischereierzeugnisse in Cuxhaven, gegenüber focus.de klar. Dennoch wurden bei Erzeugnissen auf dem niedersächsischen Markt Hinweise auf die Praxis gefunden: "Bei Proben ist uns das Phänomen in den letzten Jahren vermehrt aufgefallen", bedauert Neuhaus.

Aber das Fischkompetenzzentrum Nord wehrt sich. Auf Fortbildungen werden tierärztliche Sachverständige aus ganz Deutschland nun von Experten geschult, wie sie die illegale Praxis nachweisen können. Dabei liegt das Augenmerk sowohl auf Manipulation in den Herkunftsländern als auch auf dem inländischen Markt, so Neuhaus.

Tiefkühlfisch hat auch Vorteile gegenüber frischem Fisch

Keine neue Masche

Schon 2016 hatte das Institut für Fische und Fischereierzeugnisse in jeder fünften Probe von Tiefkühl-Fisch in Niedersachsen verbotene Carbonate nachgewiesen. In Bayern beanstandete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 2016 etwa jede sechste Probe, zum Beispiel wegen nicht deklariertem Fremdwasser. Bisher möchte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aber noch nicht von einem Trend für das gesamte Bundesgebiet sprechen.

Diese Zusätze sind erlaubt

Generell ist es nicht verboten, Fischfilets Fremdwasser zuzugeben. „Aber wenn mehr als fünf Prozent Wasser zugesetzt werden, muss das auf der Packung gut sichtbar deklariert werden“, sagt Neuhaus. Statt Carbonat dürfen dafür aber nur Phosphate und Zitronensäure verwendet werden. Beides muss ausgewiesen werden.

Die Fremdwasserzugabe darf allerdings nicht mit der Wasserglasur verwechselt werden, die den Fisch vor Gefrierbrand schützen soll. Diese ist völlig legitim, darf aber nicht beim Gewicht des Fisches mit berechnet werden.

Auch Garnelen und Co. betroffen

Betroffen von der Wasseraufpumperei ist aber nicht nur Fisch: Auch bei anderen Meerestieren wie Tintenfisch oder Garnelen wird mit Carbonaten geschummelt, so Neuhaus. Eine Gesundheitsgefahr für den Verbraucher bestehe nicht, versichert der Tiermediziner. Allerdings ist der wirtschaftliche Schaden für den Verbraucher und Unternehmen, die ohne Tricks produzieren, enorm.

Lesen Sie auch: So lange hält sich Fleisch wirklich im Gefrierschrank.

ante

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