Studie

Jüngere Deutsche in Sachen Ernährung gespalten

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Vegetarisch oder nicht? Das ist bei vielen jüngeren Deutschen die Frage.

In Sachen Ernährung sind die jüngeren Deutschen gespalten: Das ergibt eine am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse (TK).

Einerseits gibt es unter den 18- bis 39-Jährigen mit 83 Prozent einen relativ hohen Anteil von Fleischessern, andererseits ist die Zahl der Vegetarier und Veganer unter ihnen am größten. Drei Prozent der Jüngeren ernähren sich vegetarisch, zwei Prozent sind Veganer - bundesweit liegt der Anteil bei zwei beziehungsweise einem Prozent.

Solche Widersprüche zeigen sich auch anderswo. So sind die Jüngeren ganz vorn dabei, wenn es um den Kauf von Bioprodukten geht. Andererseits haben sie das geringste Interesse an gesunder Ernährung und greifen am häufigsten zu Fast Food und Fertiggerichten. Bei rund jedem Fünften (21 Prozent) der 18- bis 25-Jährigen ersetzt die Chipstüte schon mal das Abendessen.

Darüber hinaus herrscht bei Jüngeren eine vergleichsweise große Wegwerfmentalität. 14 Prozent der 18- bis 25-Jährigen schmeißen nach eigenen Angaben häufig oder sogar sehr häufig Essen in den Müll. Nur jedem Zweiten aus dieser Altersgruppe passiert das selten oder nie. Bei den Älteren ab Mitte 60 entsorgen dagegen 86 Prozent selten oder nie Lebensmittel in den Müll. Insgesamt wirft mehr als jeder dritte Deutsche regelmäßig Lebensmittel weg.

Nach 2013 befragte Forsa für die TK im September vergangenen Jahres erneut etwa tausend Bundesbürger. Während in der Vorgängerstudie für die meisten beim Essen noch der Geschmack an erster Stelle stand, ist es nun die Gesundheit. 45 Prozent wollen sich vor allem gesund ernähren. 2013 sagten dies nur 35 Prozent. Sich durchgängig gesund zu ernähren, das schafft jedoch kaum jemand. Jeder Fünfte gibt an, jeden Tag Süßigkeiten oder Salzgebäck zu essen.

Acht von zehn Menschen in Deutschland machen keine Einschränkungen bei ihrer Ernährung: Sie essen tierische Lebensmittel wie Fleisch oder Fisch und pflanzliche Produkte. Die größten Fleischesser sind der Umfrage zufolge die 40- bis 59-Jährigen mit einem Anteil von fast 90 Prozent. Weitere 13 Prozent aller Bundesbürger bezeichnen sich als Flexitarier, essen also überwiegend vegetarisch und achten darauf, möglichst wenig Fleisch zu essen.

Rund acht von zehn Befragten kaufen zudem Obst und Gemüse regional und saisonal ein, wobei die Ostdeutschen hier vorn liegen. 88 Prozent von ihnen achten beim Einkauf darauf, im Westen sind es 77 Prozent.

TK-Chef Jens Baas forderte mehr unabhängige Informationen über Lebensmittel und sieht Industrie und Politik in der Pflicht. "Wenn ich für den Besuch im Supermarkt aber ein Biochemiestudium benötige, um Zucker in der Zutatenliste überhaupt identifizieren zu können, wenn ich Licht und Lupe brauche, um diese Liste überhaupt lesen zu können, läuft etwas falsch", kritisierte Baas.

AFP

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Geröstete Ratte isst man in Kambodscha gern. Auch als Suppeneinlage ist sie dort beliebt. Geschmacklich soll sie Aal ähneln. © Getty Images/iStockphoto/ElenaMirage
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Ob auch heute noch rohes Affenhirn gegessen wird, ist umstritten. Brägen - Hirn von Rind oder Kalb - steht in vielen Ländern auf dem Speiseplan und war auch in Deutschland lange üblich. © Wikimedia commons/Dcabrilo
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